Substanzunterstützte Psychotherapie: Wiederkehr der Psychedelika
Psychedelika bieten die Verheißung des "Paradieses jetzt" und gleichzeitig das Risiko "Apokalypse jetzt". Die Menschen und der kulturelle Rahmen entscheiden darüber, ob psychoaktive Substanzen nutzen oder schaden. Eine hohe therapeutische Wirkung in mehreren Zusammenhängen ist wissenschaftlich belegt. Die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift RAUSCH diskutiert in mehreren Beiträgen das zweischneidige Schwert.
Menschenrechte in den Jugoslawien-Nachfolgestaaten: Die kriminellen Traditionen sind teilweise ungebrochen
15.07.2021 Vor 30 Jahren begannen die innerjugoslawischen Kriege - und damit die Auflösung des Vielvölkerstaats. Die aktuelle EU-Präsidentschaft von Slowenien hat die heutige Demokratie- und Menschenrechts-Situation der ehemaligen Teilrepubliken in den Fokus gerückt. Der Democracy Index des New Economist testiert gegenwärtig Slowenien in einer Rangreihenfolge auf Platz 35, Kroatien auf Platz 59 und Serbien auf Platz 66 eine lediglich eingeschränkte Demokratie. Weiter zurück liegen Nord-Macedonia (78), Montenegro (81) und Bosnia-Hercegovina (101) in der Kategorie "Hybridregime". Amnesty International und Human Rights Watch bewerten jüngste Vergangenheit und aktuelle Entwicklung - v.a. in Serbien - noch deutlich ungünstiger. Alle ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken verstoßen beim Umgang mit Flüchtlingen inclusive Sinti und Roma systematisch massiv gegen Menschenrechte.
Projektive Diagnostik: Psychodynamische Inhalte werden sichtbar
12.07.2021 Projektive psychologische Tests lösen bei den Probanden anhand von Bildmaterial oder Spielfiguren Projektionen aus und ermöglichen damit diagnostische Hypothesen. Die Verfahren sind jedoch gegenwärtig in Deutschland verpönt, seit sie fahrlässig dazu missbraucht wurden, sexuellen Missbrauch fälschlich "nachzuweisen". Dr. Joachim Weber kritisiert den Verzicht auf projektive Verfahren. Im Reader "Soma - Sema, Spannungsfeld zwischen Somatik und Semiotik" verdeutlicht der forensische Psychologe beispielhaft den Erkenntniswert von zwei zeichnerischen Selbstdarstellungen, die ein junger Mörder nach der Tat und 16 Jahre später geliefert hat:
Schizophrenie: hohe künstlerische Kreativität meist nur in akuten Phasen
09.07.2021 Einerseits erleben Schizophrene eine lebenslange Tragik. Doch anderseits verfügen sie oft über "künstlerische Ausdrucks-Räume jenseits der Vernunft - und tragen gleichzeitig für uns, die ´Normalen´, im bildnerischen Ausdruck den Zauber des Fremden, Grenzenlosen und des archaisch Vertrauten in sich." Flora von Spreti spiegelt ihre Faszination in ihrem Beitrag zum Reader "Impulsgeber Prinzhorn" wider. Die berühmte Sammlung Prinzhorn bietet eine reichhaltige Kollektion pathologischer Kunst; 20 AutorInnen reflektieren das Genre im Bild- und Textband.
Multimodale Kunsttherapie: heilsam bei Dissoziation und Persönlichkeitsstörung
Psychische Traumata lösen Dissoziation und Borderline Persönlichkeitsstörungen aus; u.U. folgen dysfunktionale Anpassungsdynamiken, die den Teufelskreis verstärken und perpetuieren. Multimodale Kunstpsychotherapie kann in diesem Kontext heilsam wirken, berichtet Professorin Lony Schiltz in ihrem Beitrag zum Reader "Leiden-Pathos-Ausdruck". Zugrunde liegt eine quantitative und qualitative Studie mit 401 TeilnehmerInnen in Obdachlosenunterkünften, in Asylbewerber-Heimen oder im Gefängnis.
"Rauchen rettet Leben": Ein Fake löst sich in Rauch auf
05.07.2021 In den jüngeren Generationen wird immer weniger Tabak und immer mehr illegaler Stoff geraucht. Um gegenzusteuern, müsste die Tabakindustrie massiv werben. Doch der Gesetzgeber hat dies untersagt. Schlechter Rat ist daher teuer, aber einen Versuch wert - Corona sei Dank.
Im Zustand der Unruhe: Ältere Menschen verspüren zunehmenden Zeitdruck
05.07.2021 Schnelle gesellschaftliche Veränderungen können dazu führen, dass wir uns mehr gehetzt und unter Zeitdruck fühlen. Ältere Menschen sind da keine Ausnahme, zeigt eine neue Studie von Weill Cornell Medicine (New York) unter Beteiligung von Forschenden der Humboldt-Universität zu Berlin.
Forensische Psychiatrie: Die meisten Sexualdelikte hinter Gittern werden von Frauen begangen
04.05.2021 Sexuelle und sexualisierte Gewalt hinter Gittern: Ein großer Teil der Straftäterinnen wurde bereits in der Kindheit und Jugend psychisch, körperlich, sexuell missbraucht. Im Straf- und Maßregelvollzug werden sie häufig erneut Opfer - oder auch Täterin. Die Delikte werden kaum untersucht, strafrechtlich verfolgt oder therapeutisch bearbeitet, kritisiert der forensische Psychiater Dr. Thomas Barth (Berlin). Er beschreibt die Situation in seinem Beitrag zum "Frauenforensischen Praxisreader: Lilith im Maßregelvollzug".
Wirtschaftspsychologie: Was Vorgesetzte sagen, unauffällig verschleiern und nicht verantworten
24.06.2021 Wirtschaftspsychologie: Typischer Chef-Sprech schillert dreifach. Gilt, was er/sie sagt? Oder was er/sie in Wirklichkeit meint? Oder was die ZuhörerInnen meinen zu verstehen? Wie selten stimmt alles überein? Dr. Felix Frei analysiert Chef-Ansagen in seinem Reader "Böse Worte". Selbst der Buchtitel ist nur mit Augenzwinkern wörtlich zu nehmen; der Autor - Wirtschaftspsychologe in Zürich - kann sich einer scharfsinnigen Satire nicht enthalten.
Hochschulen in Deutschland: Die digitale Lehre wird gut bewältigt, doch die Mehrheit der Studierenden und Lehrenden wünscht die persönliche Präsenz
HochschullehrerInnen sind noch stärker als Studierende daran interessiert, nach der Pandemie wieder zu Präsenzveranstaltungen zurückzukehren. Dies ergab eine Umfrage bei 669 DozentInnen und 279 StudentInnen während des Sommersemesters 2020. Uwe Peter Kanning und Maria Ohlms (Hochschule Osnabrück) berichten in der aktuellen Ausgabe der unabhängigen Fachzeitschrift "Wirtschaftspsychologie" über ihre Studie. Die Präsenzlehre ist in beiden Gruppen mit einer höheren Zufriedenheit verbunden. Innerhalb der digitalen Lehre werden synchrone Formate besser akzeptiert als asynchrone.