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Forensische Psychiatrie: Gewalt in der Familie geht meist von Frauen aus

Gewaltdelikte von Frauen nehmen zu. Im häuslichen Umfeld sind mehr Frauen aggressiv und gewalttätig als Männer. Kindstötung ist meist ein Delikt der Mutter. Die - vorwiegend männlich dominierte - Justiz tendiert dennoch oft dazu, Frauen milder zu beurteilen als Männer. Dr. Ulrich Kobbe hat mit 31 ExpertInnen das aktuelle Wissen über die Kriminalität von Frauen zusammengetragen: "Lilith im Maßregelvollzug" ist als "frauenforensischer Praxisreader" aktuell erschienen.

Selbsterfahrung: strukturierte Methoden, experimentelle Spiele, detaillierte Sprachanalysen

Selbsterfahrung: Zumindest jede Psychologin, jeder Psychologe, jede Psychiatrin, jeder Psychiater sollte sie sich gönnen - systematisch und professionell. Die Schwierigkeiten sind hoch, bieten aber eine spannende Herausforderung. Strukturierte Techniken bieten überraschende Chancen. Professor Dr. Max Leibetseder beschreibt die Methodik in seinem "Grundlagenbuch Verhaltenstherapie" mit systematischer Schärfe; Sprachanalysen dienen als wesentliches Instrument.

Trennungsangst als Krankheit: erkennen, diagnostizieren, therapieren

Trennungsangst kann im Normalfall als Schutzfunktion dienen. Im Extremfall wird sie jedoch zu einer leidvollen Krankheit. Annähernd fünf Prozent der Kleinkinder leiden unter einer pathologischen Trennungsangst. Meist wird sie weder diagnostiziert noch optimal behandelt. Sie kann das ganze Leben der Betroffenen bestimmen - bis ins hohe Alter. Dr. Christian Fischer trägt in seinem neuen Reader erstmals das aktuelle Wissen zur Diagnostik und Therapie der Trennungsangst-Störung zusammen.

Therapie von Sexualdelinquenten: Kognitiv-behaviorale Verfahren haben die Ergebnisse verbessert

Forensische Psychiatrie: Die Behandlung von Sexualstraftätern zählt zu den größten Herausforderungen der Psychotherapie. Trotz diverser spektakulärer Rückfälle sind Behandlungserfolge häufig messbar, referiert Prof. Dr. Helmut Kury eine Übersichtsstudie: Täter, die ohne Therapie entlassen wurden, begingen zu fast 20% erneut ein Sexualverbrechen. Aus der Gruppe, die nach traditionellen Methoden therapiert worden war, wurden mehr als 13% rückfällig. Nach einer Behandlung mit modernen Techniken (wie z.B. Relapse-Prevention) lag die Rückfallquote unter sechs Prozent. Kury publizierte seine Studie im Reader "Psychische Störungen bei Sexualdelinquenten" (Hrsg. Jürgen Hoyer, Heike Kunst).

Freude an Popmusik-Klassikern entsteht durch Kombination von Unsicherheit und Überraschung

Warum finden viele Menschen Lieder wie James Taylors "Country Roads", UB40s "Red, Red Wine" oder The Beatles' "Ob-La-Di, Ob-La-Da" so unwiderstehlich angenehm? In einer Studie, die jetzt in der Zeitschrift Current Biology veröffentlicht wurde, analysierten Forscher 80.000 Akkorde in 745 klassischen US-Billboard-Pop-Songs - darunter auch die drei - und stellten fest, dass musikalisches Vergnügen aus der richtigen Kombination von Unsicherheit und Überraschung entsteht.

Ohne Zwang! – Betroffene, Angehörige und Experten mit Neuestem in Forschung und Behandlung von Zwangsstörungen

Das LWL-Universitätsklinikum Bochum ist Gastgeber der 23. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. am 8. und 9. November 2019.

Neue Studie - Reha-Branche: Wachsende Bedeutung, schwierige Arbeitsbedingungen

Medizinische Rehabilitation wird in einer alternden Gesellschaft immer wichtiger – und schwieriger. Viele Beschäftigte in Reha-Einrichtungen klagen über hohen Arbeitsdruck bei niedrigen Löhnen. Das zeigt eine neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie zur Situation der Reha-Branche.*

Cannabis als Medizin: irrationale, aber erfolgreiche Symptomlinderung

Cannabis wird als Medikament in den meisten Fällen (ca. 70 Prozent) zur Schmerztherapie verordnet, relativ oft auch zur Linderung von Spastiken. Schwere Nebenwirkungen und Drop-out-Raten sind gering. Am häufigsten verschreiben Allgemeinmediziner und Anästhesisten Cannabispräparate, berichten Dr. Ilja Michels und Professor Dr. Heino Stöver in der aktuellen Ausgabe von "Rausch - Zeitschrift für Suchttherapie".

Straftäter mit Suchtproblemen: Die Entziehungsanstalt ist weit erfolgreicher als der Strafvollzug

Etwa die Hälfte der Straftäter ist suchtabhängig. Die Mehrheit "landet" im Strafvollzug - ohne oder fast ohne Therapie. Eine wachsende Minderheit wird jedoch in einer Entziehungsanstalt behandelt. Dr. Norbert Schalast und Dr. Melanie Frey (Forensisches Institut Essen) belegen in ihrer Evaluationsstudie erstmals und zur Überraschung der Fachwelt: Die Rückfallquote nach einem Strafvollzug ist wesentlich höher als nach einem oft kürzeren Entzug.

Hochleistungssport mit Jugendlichen: Weniger Training kann mehr Erfolg bringen

Im Nachwuchs-Leistungssport scheiden etwa 90 Prozent der Mädchen und 75 Prozent der Jungen vorzeitig aus dem Trainingsprogramm aus - und zwar oft die talentiertesten. Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass konservative Ausbilder auf die individuelle Persönlichkeitsentwicklung wenig Rücksicht nehmen und das Trainingspensum falsch oder zu hoch dosieren. Dr. Thomas Wörz und Kollegen analysieren die Situation in ihrem Reader "Talentförderung - Sensible Phasen auf dem Weg zur Weltspitze". Die Sportpsychologen empfehlen ein systemisches Life-Coaching zur nachhaltigen Entwicklung von Talenten




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