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Nicht nur „Gefühle malen“ – Kunsttherapie mit handwerklichem Einsatz

Chronisch alkoholabhängige Menschen haben oft nicht mehr viel mit der Person gemeinsam, die sie vor ihrer Abhängigkeit waren. Sie haben Schwierigkeiten, ihre Emotionen zu regulieren, sind innerlich „stehen geblieben“ und zeigen kaum aktives Handeln. Umso schwieriger ist es für Psychotherapeuten oder Sozialarbeiter, sie zu einem aktiven und selbstregulierenden Handeln zu bewegen. Anne Schulz-Delcuve von der Caritas in Bonn versucht es mit kunsttherapeutischen Maßnahmen: In einer umfassenden Projektarbeit hat sie beachtliche Erfolge in der Arbeit mit suchtkranken Patienten erzielt – nachzulesen im Journal Musik-, Tanz- und Kunsttherapie, Ausgabe 1/19.

Klärungsorientierte Psychotherapie: Wie Klienten lernen, ihren Problemen ins Auge zu blicken

Kommt ein Klient in eine Psychotherapie, möchte er dringend seine Probleme lösen. Doch von einem gewissen Therapiestadium an, scheut er davor zurück, dem Problem tief ins Auge zu blicken. Meist unbewusst versucht der Klient dann, die Bearbeitung des Problems zu vermeiden. Lässt der Therapeut dies zu, wird er seiner Aufgabe nicht gerecht, die Behandlung misslingt. Professor Dr. Rainer Sachse und Kolleginnen (Bochum) konkretisieren, wie es gelingt, Klienten auch bei aversiven Themen in einer klärungsorientierten Reflexion zu halten. Erfahrungen und Anregungen bieten die Reader "Perspektiven Klärungsorientierter Psychotherapie", Band I. und II.

 

Wie sich Aufschieber und Macher genetisch unterscheiden

Manche Menschen neigen dazu, Handlungen aufzuschieben. Bei Frauen geht dieser Charakterzug mit der genetischen Veranlagung einher, einen höheren Dopaminspiegel im Gehirn zu besitzen. Das fanden Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Dresden mit genetischen Analysen und Fragebögen heraus. Bei Männern konnten sie diesen Zusammenhang nicht feststellen.

Wirtschaftspsychologie: Wer bewältigt die tägliche Informationsflut am Arbeitsplatz besser: „Jung“ oder „Alt“?

Wirtschaftspsychologie: Wer geht am Arbeitsplatz eigentlich besser mit der täglichen Informationsflut um - jüngere oder ältere Kollegen? Die Jüngeren, sagen viele – weil sie fitter sind beim Bedienen moderner Medien und sie ihre gesamte berufliche Entwicklung schon in einem digitalisierten Umfeld durchlebt haben. Indes gibt es gute Gründe, auch bei diesem Thema die Älteren keinesfalls abzuschreiben.

Antisemitismus:"Jude" ist ein gängiges Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen

Antisemitismus wird wieder mehr und mehr zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem. Antisemitische Ausschreitungen, kippatragende Juden, die auf offener Straße angegriffen werden – kürzlich wurde sogar der Echo-Musikpreis abgeschafft, auf der Spitze einer Debatte über shoaverharmlosende Textzeilen in Rapsongs. Jugendliche, nicht zuletzt Hauptzielgruppe dieser Musikrichtung, sind besonders gefährdet, antisemitisches Denken vorbehaltlos zu adaptieren. Katharina Rhein und Tom David Ulrich von der Bildungsstätte Anne Frank berichten in Psychologie & Gesellschaftskritik (Ausgabe 1/2019) über ihre politische Bildungsarbeit gegen Antisemitismus, vor allem in pädagogischen Räumen.

Alternativer Drogen- und Suchtbericht: E-Zigaretten dienen als wirksame Raucherentwöhnung

Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2019: Die E-Zigarette ist zwar nicht risikolos, erleichtert jedoch Nikotinabhängigen den "Rauchausstieg". Der aktuelle Rückgang des Tabakkonsums ist auch der E-Zigarette zu verdanken, belegt der 6. Alternative Drogen- und Suchtbericht 2019. Wer einen Rauchstopp versucht, verdoppelt mit einer vorübergehenden Verwendung von E-Zigaretten seine langfristigen Erfolgschancen.

Transkulturelle Suchthilfe: Wie ein bedarfsgerechtes Angebot entwickelt und optimiert werden kann

Die Suchthilfe erreicht nur die wenigsten Migranten. Einerseits "trauen sich" viele Suchtkranke nicht über die Schwelle und anderseits besitzen nur wenige Fachkräfte genügend Kompetenz in der transkulturellen Versorgung. Bedarfsgerechte, lebensweltgerechte Angebotsstrukturen für die unterschiedlichen Migrantengruppen sind rar und müssen auf- oder ausgebaut werden. Eigene Erfahrungen und konkrete Empfehlungen berichten Fachkräfte aus erfolgreichen Einrichtungen in: "Zugänge finden, Türen öffnen - transkulturelle Suchthilfe", herausgegeben von Martina Schu, Miriam Martin, Dietmar Czycholl.

Kultursensibler Umgang mit traumatisierten Menschen in Kriegs- und Krisenregionen

Angehörige werden verschleppt oder ermordet, Waffengefechte müssen ausgetragen oder beobachtet werden, Familien werden auseinandergerissen: In Kriegs- und Krisengebieten erleben Einwohner/innen und Soldat/innen gleichermaßen täglich traumatische Situationen. Sie wirken sich in vielen Fällen auf die psychische Gesundheit aus und führen fast unweigerlich zu posttraumatischen Störungen. Deshalb sind gut ausgebildete Psychotherapeut/innen vor allem in diesen belasteten Regionen immens wichtig.

Wie polizeiliche Stereotype und Vorurteile eine Suchtbehandlung verhindern können

Eine teilweise lasche und uneinheitliche Drogenpolitik brachte Polen in den 1980er und 1990er Jahren an die Spitze der europäischen Drogenstatistik; trotz deutlich restriktiverer Gesetze ist auch heute der Drogenhandel und -konsum vergleichsweise hoch. Für polnische Polizeibeamte eine große Herausforderung: Sie müssen Drogensüchtige als solche erkennen und sind verpflichtet, der Staatsanwaltschaft Auskunft zu geben, ob sie diese eher einer Behandlung zuweisen würden statt Strafmaßnahmen einzuleiten, wozu sie ihre Erfahrungen und Vorurteile zur Hilfe nehmen. Michal Bujalski und Lukasz Wieczorek untersuchten in ihrer Studie, welchen Einfluss Stereotype und subjektive Wahrnehmung von Drogenkonsumenten auf Seiten der Polizei auf die Empfehlung einer Zuweisung in eine Suchtbehandlung haben. Ihre Ergebnisse sind nachzulesen im Reader „Between street and screen“, hrsg. von Marije Wouters und Jane Fountain.

In den Straßen Frankfurts: Drogenhändler, ihre Hintergründe, ihre Klassenunterschiede

Drogenhändler: eine Gruppe, die selten von der der Wissenschaft in den Fokus gerückt wird. Was bewegt diese Menschen zu dem gefährlichen Handel? Werden viele damit reich oder reicht es gerade, um den eigenen Konsum zu finanzieren? Bernd Werse und Dirk Egger (Goethe-Universität Frankfurt) haben die Hintergründe zahlreicher Drogendealer aus verschiedenen sozialen Milieus Frankfurts untersucht, ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Reader „Place, space and time in European drug use, markets and policy“, hrsg. von Gary R. Potter, Jane Fountain und Dirk Korf.

Forensische Psychiatrie und Psychotherapie: wenn Täter und Opfer erneut aufeinandertreffen

Forensische Psychiatrie und Psychotherapie: Restorative Justice – das Recht der Wiedergutmachung. Dieses „opferorientierte“ Verfahren wird seit einigen Jahren in vielen westlichen Ländern, allen voran die Niederlande, immer stärker in die Rechtssysteme einbezogen. Dabei treffen Täter und Opfer bzw. Hinterbliebene einer Straftat entweder vor oder nach einer rechtskräftigen Verurteilung aufeinander, die Perspektive des Opfers wird stärker in den Fokus gerückt. Uta Kröger, Nienke Verstegen und Arie Raaijmakers (Van der Hoeven Klinik Utrecht) stellen dieses wiederentdeckte Verfahren im Journal „Forensische Psychiatrie und Psychotherapie“ (Ausgabe 1/19) vor.

Pädagogisches Kompaktwissen für Eltern: Belohnung für Schulleistung vergiftet die Lernmotivation

Fast der Normalfall: Keine Lust auf Schule, kein Bock auf Hausaufgaben. Wer ist schuld daran? Lehrer? Vielleicht. Kinder? Sicherlich auch. Eltern? Mehr als sie selbst denken. Sie fragen meist lediglich nach Schulzensuren und interessieren sich keinen Deut für Unterrichtsinhalte. "Damit dienen Eltern ihren Kindern als negative Vorbilder," kritisieren die Psychologen Albert Ziegler und Heidrun Stöger in ihrem Ratgeber "Pädagogisches Kompaktwissen für Eltern von Schulkindern".




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