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DGPs-Kongress 2024 in Wien: Menschen │Mitwelt │ Medien

Der 53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie wird vom 16. bis 19. September 2024 an der Universität Wien stattfinden. Unter dem Motto „Menschen │Mitwelt │ Medien“ präsentieren über 2500 Wissenschaftler*innen ihre Forschungsergebnisse und diskutieren in verschiedenen Formaten, wie die Psychologie zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen kann. Der Kongress wird in einem teilhybriden Format durchgeführt, für ausgewählte Veranstaltungen kann eine Online-Akkreditierung erfolgen.

Verzweiflung und Hoffnung: Wie traumatische Katastrophen die Reifung der Persönlichkeit auslösen können

Ein traumatisches Ereignis erschüttert das Selbst- und Weltverständnis eines Menschen. Er verliert Grundvertrauen und Orientierung. Er kann plötzlich nicht mehr auf seine kognitiven Kompetenzen und emotionalen Bewältigungsressourcen zurückgreifen. Dennoch kann es ihm/ihr gelingen, sich neu "zusammenzusetzen" und weiter zu entwickeln. Sonja Holzner-Michna skizziert eine derartige Reifung der Persönlichkeit im aktuellen Reader "Hoffnung und Verzweiflung":

Verhaltenstherapie: Wie ein Patient lernt, sein Unglück zu akzeptieren

In der Verhaltenstherapie hat die Akzeptanzstrategie nicht erst als ultima ratio ihren Platz: akzeptieren, was sich nicht oder kaum ändern lässt; eine Änderungsmotivation aufbauen, indem das Problem nicht gelöst, aber der Umgang mit ihm entspannt wird. In seinem "Praxisbuch Verhaltenstherapie" empfiehlt Gerhard Zarbock insbesondere Akzeptanzstrategien, die dem Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung bzw. einer Orientierung an einem Ideal oder einer Lebensphilosophie entsprechen.

 

Motivationsförderung für forensische Hochrisiko-Patienten

Forensik: Straftäter sind häufig weder problembewusst, noch veränderungsmotiviert; Therapieversuche enden frustrierend, die Rückfallrisiken sind hoch. Die Psychotherapeutische Fachambulanz für Gewalt- und Sexualstraftäter in München bietet Betroffenen in einem "Unwilligenforum" (UFO) spezifische Motivationsförderung und Psychoedukation an. Markus Feil und Kolleginnen berichten in ´Forensische Psychiatrie und Psychotherapie´, dass das Projekt "ein gutes Beispiel für den sehr hohen Aufwand ist, der mit Hochrisiko-Probanden betrieben werden muss - bei immer begrenztem Erfolg. Es zeigt sich ferner, dass Prädiktoren für einen Abbruch keine statischen psychischen Eigenschaften von Menschen, sondern ein dynamisches, damit beeinflussbares Geschehen sind." Die AutorInnen widersprechen einem therapeutischen Nihilismus.

 

Transdisziplinäre Perspektiven verbessern die Treffsicherheit forensischer Prognosen

Ulrich Kobbe et al. legen die überarbeitete und ergänzte Neuauflage ihres transdisziplinären Praxismanuals "Forensische Prognosen" vor. Die Komplettierungen konkurrieren nicht mit dem Prognose-Handbuch von Norbert Nedopil et al., sondern setzen komplementär andere heterogene - handlungs- wie behandlungsprognostische - Akzente. Die Überarbeitungen und zusätzlich integrierten Beiträge sind überwiegend Effekt von Rückmeldungen interessierter LeserInnen.

KI erkennt Lügen besser als der Mensch

Künstliche Intelligenz kann Lügen deutlich besser erkennen als Menschen. Das hat auch Auswirkungen auf das gesellschaftliche Miteinander, wie eine jetzt veröffentlichte Studie zeigt. Verantwortlich dafür waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Würzburg, Duisburg, Berlin und Toulouse.

Schwanger nach Partnergewalt: Wie die junge Mutter "handlungsmächtig" wird

Ein Teenager wird von einem gewalttätigen Mann ungewollt schwanger. Multiple Vulnerabilitäten werden aktiviert: Scham, Angst vor Unsicherheit und Abhängigkeit; das Erwachsenwerden ist noch nicht abgeschlossen. Die eigene Mutter und das Jugendamt - an gesellschaftlichen Normen orientiert - behindern die Selbstbestimmung wirksam. Doch nach der Niederkunft wird die junge Mutter "handlungsmächtig" - für Ihr Kind. Alina Jung und Kolleginnen analysieren derartige Lebensphasen in einem Beitrag der Fachzeitschrift "Psychologie und Gesellschaftskritik".

Mit Eigenverantwortung Stress vermindern und Leistungskraft steigern

Eigenverantwortung kann die Bildung einer optimistischen Einstellung und den Aufbau willensstarker Initiative fördern: positive Erfahrungen, Erleben von Kompetenz und Selbstbestätigung, Weiterentwicklung der Persönlichkeit, Flourishing. Die Dynamik "kann sich sowohl auf die eigenen Ziele beziehen als auch auf die Weiterentwicklung von sozialen Beziehungen und Organisationsstrukturen. Daher kann Eigenverantwortung als persönliches und soziales Erfolgsrezept angesehen werden," erläutern die Sozialpsychologen Hans-Werner Bierhoff und Elke Rohmann in ihrem Beitrag zum Reader "Zusammen wachsen - Förderung der positiv-psychologischen Entwicklung von Individuum, Organisation und Gesellschaft".

 

Selbsthilfe im Suchtbereich: erfolgreich, aber mit starren Strukturen ohne Zukunft

Selbsthilfegruppen spielen in der Suchthilfe seit Jahrzehnten eine wesentliche und wertvolle Rolle. "Die Suchtselbsthilfe ist durch eine beträchtliche thematische und organisatorische Vielfalt gut aufgestellt. Jedoch ist es in den letzten zwei Jahrzehnten durch den fortschreitenden demografischen Wandel zu einem Verlust an Mitgliedern gekommen," berichtet Dr. Burkhard Kastenbutt in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift RAUSCH. Sie analysiert in mehreren Einzelbeiträgen "Selbsthilfe im Suchtbereich".

Supervision in der Verhaltenstherapie: direktiv, vertrauensvoll, empathisch

Supervision ist in der Psychotherapie- auch über die Aus- und Weiterbildung hinaus - ein wesentliches Mittel der Qualitätssicherung. Die fachlichen und sozialen Anforderungen an SupervisorInnen sind hoch. Der Deutsche Fachverband für Verhaltenstherapie hat umfangreiche neue Supervisionsleitlinien erarbeitet und gemeinsam mit ergänzenden detaillierten Beiträgen in einer Schwerpunktausgabe der Fachzeitschrift "Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin" veröffentlicht (herausgegeben von Gerhard Zarbock).

Jungen aus wohlhabenden Familien haben die höchste Lebenszufriedenheit

Die große Mehrheit der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland erfreut sich einer beachtlichen Lebenszufriedenheit. Raphael Schütz und Ludwig Bilz ermittelten für SchülerInnen zwischen 11 und 15 Jahren in Brandenburg einen Wert von durchschnittlich 7,6. Ricarda Steinmayr et al. ermittelten für junge Erwachsene zwischen 16 und 30 Jahren in einer bundesweiten Bertelsmann-Studie einen mittleren Wert von 6.75. Die Werte resultieren aus Befragungen: Wie schätzt du deine Lebensqualität ein? Auf einer Skala konnten TeilnehmerInnen zwischen dem ungünstigsten Wert 0 bis zur euphorischen Selbsteinschätzung 10 wählen

Museumsbesuch: Entspannung und Psychotherapie mit Kunst

Intensive Kunsterfahrungen - im Museum oder in der Galerie - können kognitive Funktionen verstärken, wohltuend entspannen, psychotherapeutisch wirken oder sogar ein Flow-Erleben auslösen, berichten Georg und Alena Franzen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Musik-, Tanz-& Kunsttherapie. Maria Büter ergänzt Entscheidendes: Slow-Looking, volle Konzentration ist Vorbedingung.




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