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"Trotz Inkrafttreten der Cannabisgesetze am 1. April 2024 verbreiten sich sowohl synthetische als auch halbsynthetische Cannabinoide - wie z.B. HHC - weiterhin auf dem Rauschgiftmarkt," berichtet das Jahrbuch Sucht 2026. Ein Slalom durch die Weltliteratur gerät der Germanistin und Theologin Juliane Vieregge zu einem Plädoyer für Leidenschaft: Ihr Essay "Die Perle in der Auster" widerspricht einem sicherheitsbewussten, skeptischen Zeitgeist. Der Text ist inspirierend geschrieben, persönlich - u.a. mit einem Postulat des Psychotherapeuten Hans-Joachim Maaz: "Am besten ist die Partner-Liebe, die durch guten Sex bereichert wird, und der Sex, der durch Liebe geadelt wird." Die Zahl der Post-Covid-Erkrankten wird auf mehr als zwei Millionen in Deutschland geschätzt. Positive Erfahrungen mit Psychotherapie und somatischen Verfahren berichtet die Fachzeitschrift ´Psychosoziale & Medizinische Rehabilitation´ in ihrer Ausgabe 1/2026. Eine zieloffene Suchtbehandlung empfiehlt Prof. Dr. Joachim Körkel für unterschiedlichste Therapiesettings. Er beschreibt die Vorzüge und konkreten Vorgehensweisen in RAUSCH - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie (1/2-25). "Zieloffene Suchtbehandlung bedeutet, mit Menschen an einer Veränderung ihres problematischen Suchtmittelkonsums zu arbeiten - und zwar auf das Ziel hin, das sie sich selbst setzen. Das Ziel kann in Abstinenz, Reduktion (z.B. kontrolliertes Trinken) oder Schadensminderung (Übergang zu einem weniger schädlichen Konsum bei gleicher Konsummenge) bestehen."
Jeder Mensch hat seine (meist unbewusste, implizite) Lebensphilosophie. Bei einer psychischen Störung spielt sie eine wesentliche Rolle. Daher können philosophische Gespräche einen wesentlichen therapeutischen Beitrag leisten. Der Psychotherapeut und Philosoph Professor Dr. Martin Poltrum (Wien) stellt Möglichkeiten in seiner Monografie ´Klinische Philosophie´ vor: Philosophie, möglichst im Kontext von Ästhetik, als Therapeutikum. Hochbegabte bekleiden häufig Führungspositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Ob ihr hoher Intelligenzquotient mit einer bestimmten politischen Orientierung einhergeht, konnte bisher nicht eindeutig belegt werden. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass es eine signifikante, geschlechtsbezogene Besonderheit gibt: Hochbegabte Männer sind weniger konservativ als durchschnittlich begabte Männer. Maximilian Krolo und Jörn Sparfeldt haben dies im Fachjournal „Intelligence“ publiziert. Was geschieht, wenn Männer das Gefühl haben, nicht ausreichend männlich zu sein? Eine neue sozialpsychologische Studie zeigt: Viele Männer erleben Männlichkeit als unsicheren Status, der immer wieder bestätigt werden muss. Dieser Druck ist kein Randphänomen, sondern beeinflusst messbar und verlässlich Gefühle, Selbstbild, Einstellungen und Verhalten von Männern. Mit spürbaren Folgen: für Männer selbst, ihr Umfeld und die Gesellschaft insgesamt, etwa durch das Wählen autoritärer, rechter Parteien. Auf TikTok wird psychische Gesundheit in vielen Fällen teilweise oder ganz falsch dargestellt, das zeigt eine neue Studie. Von „Symptome einer Angststörung: zu viel essen“ bis zu „Narzissten lieben niemanden“ – solche Aussagen sind in deutschsprachigen TikTok-Videos weit verbreitet. Doch nur knapp jeder fünfte Videoinhalt ist korrekt. Forschende der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LVR-Universitätsklinik Essen und der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen haben 177 Videos mit rund 94 Millionen Aufrufen untersucht und ihre Erkenntnisse kürzlich in „Clinical Psychology in Europe“ veröffentlicht. Philosophen preisen den Rausch; nach Meinung von Friedrich Nietzsche "befreit Rausch von neurotischem Denken, bewirkt eine wohltuende Selbstvergessenheit und affektive Katharsis, führt zur Kraftsteigerung und erhöht die Selbstwirksamkeit." Nach Einschätzung von Platon durchbricht Rausch die "Automatisierung von Wahrnehmung" und vitalisiert das Lebensgefühl. Das Herunterladen und Betrachten von Kinder-Pornografie ist strafbar. Die Konsumenten sind häufig - jedoch keineswegs immer - pädophil und werden oft - keineswegs immer - auf Kinder übergriffig. Angebot und Konsum kinderpornografischer Darstellungen nehmen weltweit zu. Die Fachzeitschrift ´Forensische Psychiatrie + Psychotherapie´(1-2025) legt aktuelle Studien zur online-Kinder-Sexualdelinquenz vor. "Bevölkerungsbasierte Studien zeigen, dass zwei bis vier Prozent der Männer angeben, mindestens einmal kinderpornografisches Material konsumiert zu haben. Der Anteil von konsumierenden Personen mit pädophilen Präferenzen wird dabei auf rund 60% geschätzt..." Immer mehr Kinder und Jugendliche haben Autismus. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl verdoppelt. Eine wachsende Zahl ist vom Schulbesuch ausgeschlossen, weil es keine geeigneten Plätze für Inklusion gibt.
Gefährlicher Trend: Neben Gaming, Social Media und Streaming erhöhen auch KI-Chatbots den riskanten Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Fast acht Prozent der Minderjährigen nutzen KI-Anwendungen gegen ihre Einsamkeit. Bei Jugendlichen mit depressiver Symptomatik liegt der Anteil über 30 Prozent. Das zeigen aktuelle Ergebnisse einer gemeinsamen Längsschnittuntersuchung von DAK-Gesundheit und Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Die Studie analysiert erstmals auch die Nutzung und Risiken von KI-Chatbots für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Insgesamt bleibt die Mediensucht auf einem hohen Niveau: Jedes vierte Kind zeigt eine riskante Social-Media-Nutzung oder Abhängigkeit. Insgesamt sind hochgerechnet rund 1,5 Millionen junge Menschen betroffen. DAK-Chef Andreas Storm begrüßt die breite Debatte über Social-Media-Risiken und fordert ein schnelles Handeln. Es brauche Geschwindigkeit bei der Gesetzgebung.
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