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Suchtstudie analysiert Jugendtrend: KI-Chatbots erhöhen riskanten Konsum digitaler Medien

Gefährlicher Trend: Neben Gaming, Social Media und Streaming erhöhen auch KI-Chatbots den riskanten Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Fast acht Prozent der Minderjährigen nutzen KI-Anwendungen gegen ihre Einsamkeit. Bei Jugendlichen mit depressiver Symptomatik liegt der Anteil über 30 Prozent. Das zeigen aktuelle Ergebnisse einer gemeinsamen Längsschnittuntersuchung von DAK-Gesundheit und Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Die Studie analysiert erstmals auch die Nutzung und Risiken von KI-Chatbots für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Insgesamt bleibt die Mediensucht auf einem hohen Niveau: Jedes vierte Kind zeigt eine riskante Social-Media-Nutzung oder Abhängigkeit. Insgesamt sind hochgerechnet rund 1,5 Millionen junge Menschen betroffen. DAK-Chef Andreas Storm begrüßt die breite Debatte über Social-Media-Risiken und fordert ein schnelles Handeln. Es brauche Geschwindigkeit bei der Gesetzgebung.

 

Deutsches Schulbarometer: Psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen steigt erstmals nach Pandemie wieder an

Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nimmt erstmals nach der Corona-Pandemie wieder zu. Das geht aus dem heute (18. März 2026) veröffentlichten Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung hervor. Laut der repräsentativen Studie fühlt sich ein Viertel der Schüler:innen überdurchschnittliche stark psychisch belastet (2025: 25 Prozent, 2024: 21 Prozent). Für die aktuelle Ausgabe, die in Kooperation mit der Universität Leipzig entstand, wurden Schüler:innen und ihre Eltern befragt.

Wo Religion fehlt, ist mehr Angst

Immer mehr junge Menschen weltweit leiden unter Angststörungen. Ein Team des Forschungs- und Behandlungszentrums für psychische Gesundheit (FBZ) der Ruhr-Universität hat untersucht, wie diese Entwicklung mit Veränderungen in gesellschaftlichen Erwartungen und Erziehungswerten zusammenhängt. Dabei zeigte sich, dass religiöser Glaube ein entscheidender Schutzfaktor für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist. Länder, in denen Religiosität stark an Bedeutung verloren hat, weisen demnach einen vergleichsweise hohen Anstieg in der Inzidenz von Angststörungen auf, wie die Forschenden in der Zeitschrift Developmental Science vom 11. Februar 2026 berichten.

 

Sucht verengt, Rausch erweitert Bewusstsein und Erfahrung

Sucht und Rausch sind Gegensätze: Sucht bedeutet "Verengung der Erfahrung" und Zwang. "Dagegen kann Rausch, mit seiner Verwandtschaft zu Psychose und Traum, als eine Auflösung oder zumindest ein Eintauchen in die Erfahrung des bewussten Erlebens beschrieben werden. Dabei ist nicht anzunehmen, dass diese Polaritäten jeweils nur positiv oder negativ zu bewerten sind. Vielmehr dürfte es sich unabhängig von jeglicher Wertung um grundlegende Seinsmodi handeln," analysiert Nikolaus Lehner in RAUSCH- Wiener Zeitschrift für Suchttherapie.

 

Schwache Handkraft als Warnsignal für psychische Erkrankungen

Aktuelle Studie zeigt: Auch nach überstandener Depression bleibt die Handkraft vermindert

Die Handgriffstärke ist ein einfaches und verlässliches Verfahren zur Bewertung der Muskelkraft und somit ein etablierter Biomarker für die allgemeine Fitness. Dass die Handkraft bei Menschen mit Depression oder Schizophrenie messbar reduziert ist, war schon länger bekannt. Eine Studie zeigt nun jedoch, dass sich die Muskelkraft selbst nach überstandener Depression nicht automatisch normalisiert. Die in JAMA Psychiatry veröffentlichten Ergebnisse werfen die Frage auf, ob Depressionen bleibende körperliche Spuren hinterlassen – mit möglichen Folgen für Fitness, Therapie und Lebenserwartung.

Financial decline linked to faster memory aging in older adults

Worse financial well-being in midlife and older age —and especially declines over time—are associated with lower memory scores and faster cognitive decline, reports a new study at Columbia University Mailman School of Public Health. The population experiencing significant financial deterioration showed memory decline equivalent to roughly five additional months of aging per year.

Verhaltensstörung ADHS produktiv im Beruf nutzen

Etwa drei bis vier Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden unter einem Hyperaktivitätssyndrom (ADHS), (nach DSM5) einer Verhaltens- und Entwicklungsstörung: Im Arbeitskontext können v.a. die hohe Impulsivität und die extreme Fokussierung auf einzelne Ziele Irritationen auslösen. Dennoch können Führungskräfte mit ADHS-Syndrom ihre problematischen Eigenschaften produktiv als Stärken einsetzen. Die Chancen analysieren Dr. Anna-Pia Edelmann und Sara Christin Happel in der Fachzeitschrift WIRTSCHAFTSPSYCHOLOGIE (3/2025).

Später mit der Schule beginnen, länger schlafen, besser lernen

Schüler der Oberstufe haben oft Schwierigkeiten, rechtzeitig ins Bett zu gehen, was ihnen den Schulbeginn am Morgen erschwert. Das liegt daran, dass Teenager biologisch bedingt später einschlafen als Erwachsene, wobei sich ihre innere Uhr im Laufe der Pubertät immer weiter nach hinten verschiebt. Die Folge ist, dass die meisten Teenager an Schultagen nicht ausreichend Schlaf bekommen und ihr Schlafdefizit im Laufe der Woche zunimmt.

Manual für die Suchttherapie in Haft

Etwa die Hälfte der Strafgefangenen ist suchtabhängig. Das Schachern um Alkohol, Drogen, Tabak bestimmt weithin das Milieu und die Kriminalität hinter Mauern. Eine optimale Suchttherapie ist nicht die Regel, kann jedoch die Haftbedingungen entspannen und die Prognose der Einzelnen verbessern. Die Suchttherapeutin Jil Reinardt (Aachen) hat dazu ein multimodales, modularisiertes Gruppenbehandlungskonzept für Inhaftierte mit Substanzgebrauchsstörungen entwickelt und evaluiert.

Oxytocin-empfindlicher Schaltkreis im Gehirn fördert soziales Verhalten unter körperlicher Belastung

Eine neue tierexperimentelle Studie zeigt, wie das Neuropeptid Oxytocin gezielt soziale Verhaltensweisen fördert. Forschende weisen nach, dass Oxytocin direkt im medialen präfrontalen Kortex wirkt, einem zentralen Bereich des Gehirns, der für soziales Verhalten zuständig ist. Dort aktiviert es spezielle Nervenzellen, die soziale Annäherung fördern. Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt auch unter körperlicher Belastung wie Hunger bestehen bleibt. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise darauf, wie soziales Verhalten im Gehirn beeinflusst und angepasst wird und warum es auch in belastenden Situationen erhalten bleiben kann.

Invasive und nicht-invasive Stimulation des Vagusnervs bei Depression

Der Vagusnerv verbindet das Gehirn mit dem Darm. Wird er von außen oder mittels eines implantierten Stimulators aktiviert, scheint das zumindest bestimmten schwer depressiven Patient*innen zu helfen. Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie (MPI) betreut als einzige Klinik in Oberbayern depressive Patient*innen mit einem implantierten Vagusnerv-Stimulator. In der Forschungsklinik läuft auch eine Studie, um die Mechanismen zu verstehen, die hinter einer Stimulation des Vagusnervs von außen, die recht einfach über sanfte elektrische Impulse am Ohr erfolgt, zu verstehen.

Alkohol und Drogen verhindern eine heilsame Traumaverarbeitung

Nach einem Trauma suchen Betroffene häufig Trost und Vergessen bei Alkohol, Drogen, Beruhigungsmitteln oder Glücksspiel und entwickeln u.U. eine Sucht. Damit entsteht aus einer kurzzeitigen Entlastung eine langfristige zusätzliche Belastung, berichtet Dr. Monika Vogelgesang in ihrem Fachbuch ´Psychotherapie der Sucht´. In einem online-Seminar am 26. März macht die erfahrene Psychotherapeutin KollegInnen mit diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten vertraut.




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