"Disziplin ist die härteste Form der Selbstliebe: der tägliche Kampf zwischen dem, was jetzt angenehm ist, und dem, was später wirklich zählt. Die vielen Herausforderungen, vor die uns das moderne Leben immer wieder stellt, beinhalten fast immer dieselbe Prüfung: Wir sollen in diesem Moment etwas aufgeben oder auf etwas verzichten, damit es uns in der Zukunft besser geht. Unser Alltag ist voll von solchen Momenten," skizziert Prof. Dr. Florian Becker und bringt es auf den Punkt: "Selbstdisziplin ist eine wichtige Voraussetzung für Erfolg, Gesundheit und ein gelungenes Leben." Isabelle Bock und Susanne Koch nennen ein alltägliches Beispiel: "Wer seine Smartphone-Nutzung einschränkt und bewusst offline-Zeiten einhält, empfindet es wahrscheinlich kurzfristig als unangenehm, kann aber auf lange Sicht auf mehr Entspannung und Produktivität hoffen."
Die Wohnpsychologin Melanie Fritze warnt: "Zu viel Besitz gibt meist kein Gefühl der Freiheit." Denn: "Übermäßiger Besitz - egal, ob man objektiv zu viel hat oder es subjektiv so nur empfunden wird - führt häufig zu Energieverlust, einer gewissen Entscheidungsmüdigkeit, aber auch zu visuellem und emotionalem Stress. Jeder Gegenstand, von dem wir umgeben sind, fordert Aufmerksamkeit. Ist viel los im Umfeld, hat das Gehirn mit der Wahrnehmung viel mehr zu tun ... Wenn man Dinge aussortieren möchte, aber einen Widerstand verspürt, ist es hilfreich, diesen Zwiespalt zu verstehen..."
Die Psychotherapeutin Christin Strutz berichtet in REPORT PSYCHOLOGIE aus dem Schatten der Überflussgesellschaft: Annähernd 60.000 Menschen in Deutschland leben auf der Straße. Aufsuchende "psychologische und psychotherapeutische Angebote sollten in Notunterkünften, Tagesstätten, medizinischen Ambulanzen der Wohnungslosenhilfe, in Housing-First-Projekten und anderen gemeindenahen Angeboten mitgedacht werden. Das ist in vielen Fällen die realistischste Form, überhaupt Versorgung zu eröffnen..."













