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Intelligenzgeminderte erhalten häufig keine Psychotherapie

Patienten mit Intelligenzminderung - physisch und psychisch überdurchschnittlich vulnerabel - sind therapeutisch unterversorgt. Dr. Knut Hoffmann fordert für sie "die Öffnung des psychotherapeutischen Versorgungssystems. Bisher ist es nur schwer möglich, für einen Menschen mit Intelligenzminderung im Richtlinientherapieverfahren einen Behandlungsplatz zu finden. Nur wenige Kliniken oder niedergelassene Psychotherapeuten halten ein spezialisiertes Behandlungsangebot für diese Personengruppe vor.."

Grundsätzlich können Intelligenzgeminderte mit etablierten Methoden behandelt werden. Die Diagnostik ist allerdings erschwert durch

- Diagnostic overshadowing, d.h. sämtliche abweichenden Verhaltensweisen werden fälschlich der Intelligenzminderung zugeschrieben                                                               
- Underreporting, d.h. vermindertes Introspektions- und Ausdrucksvermögen beschränkt die Mitteilung psychopathologischer Erlebniswelten                                                

- Baseline exaggeration, d.h. ohne ersichtlichen Grund verstärken sich einzelne Verhaltensweisen

Ein erheblicher Teil zumindest der plötzlich auftretenden psychischen Symptome hat eine somatische Ursache - v.a. Schmerzen. Am häufigsten sind Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Obstipation, Harnverhalt.


Georg Juckel, Knut Hoffmann (Hrsg.) Ethische Entscheidungssituationen in Psychiatrie und Psychotherapie.
Pabst, 260 S., Hardcover ISBN 978-3-95853-187-1 eBook ISBN 978-3-95853-188-8

 

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