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Künstliche Intelligenz: Rationale Nutzung statt transhumaner Utopie

Vor transhumanen digitalen Utopien, einer grandiosen Überschätzung der "Künstlichen Intelligenz" warnt Prof. Dr. Reinhold Popp in seinem Beitrag zur "Festschrift für Alfred Pritz". "Bei einer in Deutschland durchgeführten repräsentativen Erhebung war knapp die Hälfte der Befragten davon überzeugt, dass es bis zum Jahr 2040 Roboter geben wird, die etwa so intelligent sein werden wie Menschen, und dass sich in weiterer Folge die künstliche Intelligenz über die menschliche Intelligenz hinaus entwickeln wird. Realistisch ist dieses Zukunftsbild nicht."

Wie Kinder mit suchtkranken Eltern leben und ihre Familie stabilisieren

Gute Therapie und Sozialarbeit für Suchtkranke beziehen immer auch die Familien aktiv mit ein. Wie kann es gelingen? Peter Schay und KollegInnen bieten in ihrem aktuellen Reader "Durchgerutscht: Kinder und Jugendliche zwischen den Hilfesystemen!" Analysen und Lösungsansätze zur Sozialarbeit in suchtbelasteten Familien.

 

Seit Corona: epidemische Regression in elementare schwarz-weiß-Verarbeitungsmodi

Seit Beginn der Coronakrise "hat auf der informationellen Ebene eine Überforderung des Individuums stattgefunden - zusätzlich zum Verlust von Alltagsordnungen der Lebensführung," diagnostiziert der Psychologe und Psychiater Felix Tretter in seiner aktuellen Monografie "Wissensgesellschaft im Krisenstress - Corona + Co". Die "Infodemie" hält in der Kriegssituation an.

Gefühlswelten: Fachkräfte in der Drogenhilfe benötigen ebensoviel Mitgefühl wie Robustheit

Professionelle in der Drogenhilfe sind hohen emotionalen Belastungen und Dilemmata ausgesetzt; herausfordernde Situationen mit der Klientel sind Alltag; und am Ende jeden Arbeitstags drängt sich die Frage auf: Habe ich richtig gehandelt? Der Arbeitspsychologe und systemische Therapeut Jürgen Fais (Köln) hat die Situation in einer qualitativen wissenschaftlichen Studie untersucht: "Gefühlswelten - Emotionsarbeit und Emotionsregulation in der niedrigschwelligen Drogenhilfe".

Psychological characteristics and offense risk among men who own sex dolls

"The ownership of sex dolls has become an increasingly controversial social issue in recent years, with many people calling for the criminalization of such dolls. At the root of these calls is the assumption that sex doll ownership contributes to increases in deviant sexual offense risks among doll owners." Craig A. Harper and Rebecca Lievesley (Nottingham/UK) compared the psychological characteristics and comparative sexual aggression proclivities of sex doll owners and a non-owner comparison group using anonymous survey designs.

Amok in der Schule: vorbeugen und im Krisenfall mutig reagieren

Spätestens seit der Bluttat im Wilhelm Dörpfeld Gymnasium in Wuppertal steht das Thema "Schulgewalt" wieder vorn auf der Tagesordnung. Ein 17jähriger hatte vier Klassenkameraden und sich selbst mit einem Messer schwer verletzt. War er als Musterschüler mit türkischer Herkunft in der Klasse gemobbt worden? Der Psychotherapeut Dr. Michael Heilemann sieht in Schulen häufig einen "Krieg" - und zu wenig Schutz durch LehrerInnen oder Eltern. "Weil Erwachsene nicht die normativen moralischen Ansprüche definieren und durchsetzen, werden Gerechtigkeitshoffnungen enttäuscht und Werteverluste vorprogrammiert." In seinem Fachbuch "Amokgefahr" bietet Heilemann neben einer kritischen Analyse konkrete Empfehlungen zur Problembewältigung.

Wie eminente Leistungen entstehen und Nikola Tesla betrogen wurde

Eminente Leistungen entstehen nur ausnahmsweise durch unvorbereitet spontane Einfälle. Intrinsische Motivation, Kreativität, Expertise, Selbstkontrolle, Routine - und oft auch dunkle Persönlichkeitsmerkmale sind wichtige Voraussetzungen. Details mit diversen Überraschungen bietet der neue interdisziplinäre Reader "Errungenschaften: Historische und psychologische Perspektiven auf eminente Leistungen".

Mehr Hirn als Wesenszug: Entschlüsselung neuronaler Bahnen der Neugier

Die Faszination für das Unbekannte treibt den Fortschritt an. Dank ihr behaupten sich Lebewesen in einer sich stetig wandelnden Umwelt. Somit prägt Neugier die menschliche Entwicklung wesentlich. Doch was steckt dahinter? Forschende vermuten, dass Neugier weniger eine feste Persönlichkeitseigenschaft ist, sondern ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Hirnregionen. Dr. Petra Mocellin und das Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Remy am Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) haben erstmals einen neuronalen Schaltkreis im Gehirn entschlüsselt, der der Neugier zugrunde liegt.

Die Ergebnisse wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Neuron veröffentlicht.

Mentale Gesundheit nach Kriegsausbruch in Ukraine international beeinträchtigt

Der Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine führte international zu einem kollektiven Einbruch des Wohlbefindens – unabhängig von individuellen Eigenschaften der Personen. Bei der Erholung von diesem Schock sind hingegen die Persönlichkeitsmerkmale maßgebend. Die Studie unter Leitung von Julian Scharbert und Prof. Dr. Mitja Back wurde in „Nature Communications“ veröffentlicht.

„Aufstieg war gestern“: Karriere in postbürokratischen Organisationen

Wirtschaftspsychologie: Durch den Abbau von Hierarchien, die Auflösung von Abteilungen und die Zurücknahme von Formalisierungen existieren in postbürokratischen Organisationen keine klassischen Aufstiegskarrieren. Die Wirtschaftspsychologinnen Prof. Doreen Appelt, Uta Bronner und Nicole Eulenburg stellen in einer Studie fest, „dass die Aufstiegskarriere in postbürokratischen Organisationen durch das Angebot einer individuellen, ganzheitlichen Weiterentwicklung für Mitarbeitende ersetzt wird. Unternehmen bieten einen Entwicklungsrahmen mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und unterstützenden Funktionen. Die Verantwortung für die Wahrnehmung der Angebote liegt bei den Mitarbeitenden. Die strukturellen Maßnahmen können die intrinsische Motivation der Mitarbeitenden, das organisationale Lernen und die Adaptionsfähigkeit der Organisationen fördern.“

Wie Suchtkranke zur aktiven Therapie motiviert werden können: bitte ohne Konfrontation

Wie lassen sich Suchtkranke motivieren, aktiv an ihrer Therapie teilzunehmen? Die Fachzeitschrift RAUSCH stellt mehrere nicht-konfrontative. erfolgreich evaluierte Verfahren in Einzelbeiträgen vor: spielerische Wissensvermittlung, Gespräche mit Metaphern, Filmtherapie, Bibliotherapie, Geschichten erzählen.

 

Psychogenese der Menschheit: wie das Streben nach Selbstwert und Anerkennung entstand

Die Evolution des prähistorischen und des historischen Menschen wird anhand interdisziplinärer Forschungsergebnisse immer deutlicher; der Blick auf die Psyche des aktuellen Menschen gewinnt damit - teils überraschende - Konturen. Einen Einblick bietet der neu publizierte Aufsatzband "Woher und Wie? Verhalten und Erleben in der Geschichte der Menschheit" - herausgegeben von Uwe Krebs.




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