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Den SuchtpatientInnen die Wahl lassen: Abstinenz oder Reduktion oder Modifikation

Eine zieloffene Suchtbehandlung empfiehlt Prof. Dr. Joachim Körkel für unterschiedlichste Therapiesettings. Er beschreibt die Vorzüge und konkreten Vorgehensweisen in RAUSCH - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie (1/2-25). "Zieloffene Suchtbehandlung bedeutet, mit Menschen an einer Veränderung ihres problematischen Suchtmittelkonsums zu arbeiten - und zwar auf das Ziel hin, das sie sich selbst setzen. Das Ziel kann in Abstinenz, Reduktion (z.B. kontrolliertes Trinken) oder Schadensminderung (Übergang zu einem weniger schädlichen Konsum bei gleicher Konsummenge) bestehen."

 

"Durch zieloffene Suchtbehandlung sollen eine auf Ehrlichkeit gründende, vertrauensvolle Therapeut-Patient-Beziehung begünstigt, das Selbstbestimmungsrecht des Patienten auch in Bezug auf das Konsumziel gewahrt, Behandlungsabbrüche verringert, Behandlungserfolge verbessert und zuletzt auch Menschen, die zur Abstinenz nicht bereit oder fähig sind, eine Behandlung ermöglicht werden." Zieloffene Suchttherapie ist in allen relevanten Arbeitsfeldern anwendbar.

 

"Ein zieloffenes Suchtverständnis bedeutet, suchtbelastete Menschen nicht als hilflos ihrer Sucht ausgelieferte Opfer zu betrachten, die sich einzig durch Abstinenz ihrer Sucht entledigen könnten - sondern als Menschen mit Wahlmöglichkeiten und Änderungsoptionen, unter denen Reduktion bzw. Schadensminderung genauso realistisch wie Abstinenz sein können. Zieloffene Suchtbehandlung nimmt Abstand von einer bedeutungsüberladenen Terminologie wie ´Kontrollverlust´, ´craving´ und ´Suchtgedächtnis´, die mit einer biologistischen Assoziation des Verdammtseins zur Abstinenz verknüpft ist ..

rausch – Wiener Zeitschrift für Suchttherapie 2025-1-2

Herausgeber: Martin Poltrum

Suchtforschung im Wandel der Zeit:
Was heute wahr ist, gilt morgen nicht mehr…
Ausgabe zum 70. Geburtstag von Alfred Uhl

14. Jahrgang

Print: 02190-443X  PDF:  2 | 2190-443X

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