"Durch zieloffene Suchtbehandlung sollen eine auf Ehrlichkeit gründende, vertrauensvolle Therapeut-Patient-Beziehung begünstigt, das Selbstbestimmungsrecht des Patienten auch in Bezug auf das Konsumziel gewahrt, Behandlungsabbrüche verringert, Behandlungserfolge verbessert und zuletzt auch Menschen, die zur Abstinenz nicht bereit oder fähig sind, eine Behandlung ermöglicht werden." Zieloffene Suchttherapie ist in allen relevanten Arbeitsfeldern anwendbar.
"Ein zieloffenes Suchtverständnis bedeutet, suchtbelastete Menschen nicht als hilflos ihrer Sucht ausgelieferte Opfer zu betrachten, die sich einzig durch Abstinenz ihrer Sucht entledigen könnten - sondern als Menschen mit Wahlmöglichkeiten und Änderungsoptionen, unter denen Reduktion bzw. Schadensminderung genauso realistisch wie Abstinenz sein können. Zieloffene Suchtbehandlung nimmt Abstand von einer bedeutungsüberladenen Terminologie wie ´Kontrollverlust´, ´craving´ und ´Suchtgedächtnis´, die mit einer biologistischen Assoziation des Verdammtseins zur Abstinenz verknüpft ist ..
rausch – Wiener Zeitschrift für Suchttherapie 2025-1-2
Herausgeber: Martin Poltrum
Suchtforschung im Wandel der Zeit:
Was heute wahr ist, gilt morgen nicht mehr…
Ausgabe zum 70. Geburtstag von Alfred Uhl
14. Jahrgang
Print: 02190-443X PDF: 2 | 2190-443X













