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Schematherapie ist ein Präzisionswerkzeug für Veränderung

Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin 2025-3-4

Schematherapie: "Die zunehmende Psychologisierung von Lebensproblemen und der Trend zu Social Media-Selbstdiagnosen stellen die Psychotherapie vor neue Herausforderungen: Wir begegnen Menschen, die psychisches Leid zunehmend als Identität begreifen und Therapie als Ort der bedingungslosen Bestätigung suchen. Genau hier liegt unsere Chance. Die Schematherapie ist kein ´Pflaster´ für diffuse Unzufriedenheit, sondern ein Präzisionswerkzeug zur Veränderung," fokussieren Yvonne Reusch und Gitta Jakob in ihrem Beitrag zur Fachzeitschrift ´Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin´.

"Nutzen wir dieses Werkzeug mutig," empfehlen die Psychotherapeutinnen ihren KollegInnen. "Echtes ´Reparenting´ bedeutet in diesem Kontext nicht, jeden Wunsch zu erfüllen, sondern den PatientInnen zuzutrauen, dass sie dem Leben gewachsen sind. Statt die dysfunktionalen Muster durch übermäßige Fürsorge unbewusst zu verstärken, braucht es eine klare, manchmal auch ´kantige´ Haltung. Wir müssen als Vertreter der Realität auftreten. Das bedeutet, Frustrationstoleranz zu fördern und die Patienten empathisch, aber konsequent mit den Folgen ihres Handelns zu konfrontieren. Die Botschaft ist nicht: ´Ich rette dich vor der bösen Welt´, sondern: ´Ich traue dir zu, dass du die Anstrengung bewältigen kannst.´

"Wenn wir den Mut haben, Grenzen zu setzen und die Eigenverantwortung einzufordern, geben wir unseren PatientInnen das Wichtigste mit, das Therapie leisten kann: den Glauben an ihren eigenen gesunden Erwachsenen."

 

Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin 2025-3-4

Themenheft:
20 Jahre Schematherapie in Deutschland.
Wo stehen wir und wie geht es weiter?

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