Roediger stellt z.B. die neue kontextuelle Schematherapie vor: "Sie führt den ursprünglichen integrativen ´Spirit´ weiter, indem sie neue Entwicklungen in der Verhaltenstherapie, insbesondere die funktionalen Prozesse der Acceptance and Commitment Therapy (ACT) mit den bewährten Elementen der Schematherapie verschmilzt. Dabei werden auch die zentralen Prozesse der Schematherapie herausgearbeitet, was zu einer Verschmelzung von imaginativem Vorgehen und der Arbeit mit Stühlen zu einer einheitlichen erlebnisaktivierenden Technik führt. Damit wird auch die Unterteilung in kognitive, emotionale und verhaltensbezogene Interventionen aufgelöst, da alle diese Ebenen gleichzeitig adressiert werden und zu einer einheitlichen korrigierenden emotionalen Erfahrung führen. Dabei werden durch Perspektivwechsel vorhandene Ressourcen aktiviert und für den Erwachsenenmodus zugänglich gemacht. Um die Anschlussfähigkeit des Schematherapiemodells an die sich weiterentwickelnde Psychotherapie zu erhalten," stellt Roediger "ein komplexitätsreduziertes, dimensionales Modell vor, das ohne Schematherapie-spezifische Termini mit einer deskriptiven Sprache arbeitet. Der Aufbau der Therapie basierend auf wenigen zentralen Prozessen ermöglicht eine individuell zugeschnittene Behandlung mit definierten Elementen, die auf den aktuellen Therapieprozess angepasst werden kann ..."
Mit der Kritik an negativen Entwicklungen halten die AutorInnen nicht zurück, z.B.: "Der unkritische und unzureichend geschulte Einsatz der wirksamen schematherapeutischen Techniken birgt Potenzial, Menschen zu destabilisieren oder sogar zu schädigen..."
Eckhard Roediger (Hrsg.) 20 Jahre Schematherapie in Deutschland.
Wo stehen wir und wie geht es weiter?
IN: Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin
46. Jahrgang · 2025 · Heft 3-4













