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Multimodale Kunsttherapie: heilsam bei Dissoziation und Persönlichkeitsstörung

Das Grab

Leiden – Pathos – Ausdruck Sollberger, Daniel; Boehlke, Erik; Kobbé, Ulrich (Hrsg.)

Psychische Traumata lösen Dissoziation und Borderline Persönlichkeitsstörungen aus; u.U. folgen dysfunktionale Anpassungsdynamiken, die den Teufelskreis verstärken und perpetuieren. Multimodale Kunstpsychotherapie kann in diesem Kontext heilsam wirken, berichtet Professorin Lony Schiltz in ihrem Beitrag zum Reader "Leiden-Pathos-Ausdruck". Zugrunde liegt eine quantitative und qualitative Studie mit 401 TeilnehmerInnen in Obdachlosenunterkünften, in Asylbewerber-Heimen oder im Gefängnis.

 

Die therapeutischen Sitzungen bestanden aus einer Verbindung von multimodaler Kunsttherapie (Musikimprovisation, Bewegungsausdruck, Malen und Schreiben während dem Hören von Musik) und verbaler Verarbeitung in der kognitiv-psychodynamischen Tradition - mit dem Ziel, die Mentalisierungsfähigkeiten zu fördern.

Bei diesem komplexen therapeutischen Prozess können sich die künstlerischen Medien als nützlich erweisen, weil sie die Abwehrhaltung der traumatisierten Person respektieren; sie erlauben es, unterdrückte Schuldgefühle, Hass, Verbitterung oder positive Gefühle wie Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, zuerst in einer allegorischen Sprache auszudrücken, um sie später als Anteile der eigenen Persönlichkeit zu erkennen. Dadurch kann die gesunde Aggressivität in die Persönlichkeit integriert und die Dissoziation allmählich überwunden werden.

Schilz präsentiert das Gemälde eines drogenabhängigen Strafgefangenen nach der 15. Sitzung; der Klient ist hier in der Lage, seine depressiven Gefühle und suizidalen Ängste auszudrücken. In seinen vorausgegangenen, anfänglichen Bildern war er über Banalität und Verzierungen nicht hinausgekommen.

D. Sollberger, E. Boehlke, U. Kobbe (Hrsg.) Leiden - Pathos - Ausdruck. Pabst, 236 Seiten. ISBN Paperback 978-3-95853-626-5 ISBN eBook 978-3-95853-627-2

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