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11. September: Neue Erkenntnisse zu den indirekten Schäden des Terrorismus

Viele US-Amerikaner sind nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 aus Angst vor dem Fliegen auf das Auto umgestiegen und dabei tödlich verunglückt. Doch warum geschah dies in manchen Bundesstaaten mehr als in anderen? Und warum haben die Spanier nach den Zuganschlägen in Madrid im Jahr 2004 ihr Fahrverhalten nicht ebenso verändert? Wolfgang Gaissmaier und Gerd Gigerenzer vom Berliner Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung präsentieren dazu neue Erkenntnisse in der Fachzeitschrift Psychological Science.

Riskanter Alkoholkonsum: Kurzintervention kann Suchtentwicklung verhindern

Riskanter Alkoholkonsum hat häufig (noch) nicht den Grad der Abhängigkeit erreicht. In diesen Fällen kann es genügen, die Betroffenen zu einer Veränderung des Alkoholkonsums zu motivieren bzw. zu befähigen. In diese Richtung zielt der Behandlungsansatz von Dr. Johannes Lindenmeyer: Weder völlige Alkoholabstinenz, noch eine bestimmte Trinkmenge wird als Therapieziel vorgeschrieben; mit dem Betroffenen wird lediglich festgelegt, in welchen Situationen er künftig auf Alkohol verzichten oder weiterhin trinken will. "Im Sinn einer Schadensbegrenzung wird hierbei jeder Schritt in die richtige Richtung als Behandlungsfortschritt verstanden," formuliert Lindenmeyer in seinem Behandlungsmanual "Der springende Punkt - Stationäre Kurzintervention bei Alkoholmissbrauch."

Architekturpsychologie für Kindertagesstätten: Einflüsse auf die sozio-emotionale, kognitive und motorische Entwicklung der Kinder

Architekten lieben eindrucksvolles, elegantes Design; Ästhetik führt oft zu kalter Pracht: etwa gläserne Büropaläste, in denen sich die Beschäftigten unwohl und beobachtet fühlen. Wie kann eine wirklich nutzerfreundliche Architektur aussehen? Diesen Fragenkomplex untersucht die Psychologin PD Dr. Rotraut Walden (Universität Koblenz); für Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen, Bürogebäude und Krankenhäuser hat sie - immer von den Bedürfnissen der Nutzer ausgehend - Analysen vorgelegt.

Sozialpsychologie: die komplexe Lebenswelt thematisieren und gesellschaftlich wirksam werden

Lebenszufriedenheit und Glück sind nicht das Ergebnis des Bruttosozialprodukts. Dennoch haben sich bevorzugt die Wirtschaftswissenschaften des Themas angenommen. "Da es sich hier primär um Wahrnehmen und Erleben der Bürger handelt, wäre zu erwarten, dass die Psychologie eine Vorreiterrolle auf diesem Forschungsfeld spielt. Dem ist allerdings nicht so. Gerade die angewandte Sozialpsychologie hat die Lebenswelt der Bürger als Forschungsgegenstand aus dem Blick verloren," kritisiert Professor Dr. Erich H. Witte (Universität Hamburg) in seinem aktuellen Reader "Sozialpsychologie, Psychotherapie und Gesundheit".

Psychologie: Harmonische Paarbeziehung hält gesund - und entspannt den Stress bei der Geburt des Nachwuchses

Wenn Paare erstmals Eltern werden, ist Stress unvermeidlich - und jede(r) wünscht sich Eustress. Die Belastung bleibt tendenziell niedrig, wenn die Betroffenen über hohe Kontrollüberzeugungen verfügen, soziale Unterstützung aus ihrem Umfeld genießen und eine konfliktarme, enge Paarbeziehung leben. "Die entscheidende Rolle spielt die Bindung der Partner." Zu diesem Ergebnis kommt die Diplom-Psychologin Dr. Christiane Bleich (Universität Hamburg) in einer Studie (veröffentlicht in "Sozialpsychologie des Stresses und der sozialen Unterstützung").

Wirtschaftspsychologie: Mit zunehmendem Lebensalter können Leistungspotenziale und Zufriedenheit wachsen

Die Leistungs- und Qualifikationsunterschiede zwischen einzelnen Berufstätigen sind im Alter am höchsten. Bei einem Teil zeigen Abbauprozesse frühzeitig deprimierende Wirkungen, bei einem anderen Teil können reflektierte Erfahrungen das Urteils- und Orientierungsvermögen auch in hohem Alter erstaunlich steigern, berichtet Karola Brunner, Coach in Aschaffenburg. Sie fordert Fort- und Weiterbildung auch für Ältere und zitiert Altkanzler Helmut Schmidt mit seinem Vorschlag, auch etwa 50jährigen bei Bedarf eine neue Berufsausbildung zu ermöglichen.

Verkehrspsychologie, Alkohol und skurril-lehrreiche Geschichten: Wo findet frau einen so tapferen Ritter?

Unter Alkohol setzen sich Frauen wesentlich seltener ans Steuer als Männer. Das Verhältnis beträgt etwa eins zu acht. Die Wissenschaft hat dafür zwar keine einfache Erklärung. Doch die Verkehrspsychologin Angelika Schildmeier (Hamburg) erhielt von alkoholisierten Fahrern präzise Begründungen, u.a.: "Frauen sind zufrieden, wenn sie ruhig in der Ecke sitzen." Oder: "Der Freund hat der Frau das Trinken nicht erlaubt."

Sport als Therapie der Sucht: "Alles wird größer und weiter"

Sucht spielt mit dem Potential des Selbstmords. Vier Männer waren der Sucht verfallen - dem Alkohol, Kokain und weiteren Drogen. Dann verfielen sie auf ein anderes Extrem: Ultrasport, Marathonlauf, Bergsteigen. Die Männer wurden trocken, clean - und führen inzwischen ein zufriedenes Leben. Ein Film (DVD) und ein Taschenbuch beschreiben die ebenso radikale wie erfolgreiche Suchttherapie - "Über´m Berg - (Sehn)Sucht nach Leben".

Die molekularen Ursachen der Internetsucht

Internetsucht ist in aller Munde: Viele Menschen tummeln sich stundenlang online und fühlen sich sofort unwohl, wenn sie dazu einmal keine Möglichkeit haben. Medizinisch ist das Phänomen noch nicht so klar erfasst, wie etwa die Nikotin- oder Alkoholabhängigkeit. Doch eine Studie von Forschern der Universität Bonn und des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim gibt nun Hinweise darauf, dass es auch bei Internetsucht molekulargenetische Zusammenhänge gibt. Die Wissenschaftler berichten im "Journal of Addiction Medicine" über ihre Ergebnisse. Die Druckfassung erscheint jetzt in der Septemberausgabe.

Psychologisches Wissen für die Personalarbeit nutzen

Mitarbeiter in Unternehmen sollen heute ständig auf hohem Niveau gute Leistungen bringen. Da ist die Gefahr von psychischen Belastungen groß. Wie Personaler in der modernen Arbeitswelt effektive Arbeit fördern, die nicht zu Lasten der Beschäftigten geht, ist ein Schwerpunktthema auf der diesjährigen Zukunft Personal. Vom 25. bis 27. September 2012 öffnet Europas größte Messe für Personalmanagement in Köln zum 13. Mal ihre Tore.




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