Verhaltenstherapie: Schlafstörungen mit differenzierten Methoden behandeln
Bei Schlafstörungen sollten Behandlungsstrategien differenziert werden. "Während Betroffene mit guten Selbststeuerungskompetenzen (Handlungsorientierte) insbesondere von Methoden der Stimuluskontrolle profitieren sollten, könnten für Menschen mit weniger guten Selbststeuerungskompetenzen (Lageorientierte) Methoden der Stimuluskontrolle kontraindiziert sein; sie könnten eher von einer Überwindung charakteristischer kognitiver und affektiver Dysregulation profitieren", berichten Annika Gieselmann, Renate De Jong-Meyer und Reinhard Pietrowsky (Düsseldorf) in "Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin" zum Thema Schlafstörungen.
Depression und Suizidalität: Die neun häufigsten Fehlannahmen, Missverständnisse und Irrtümer
Die Presseinfo des AOK-Bundesverbandes vom 16.8.2012 in Verbindung mit dem Fehlzeitenreport 2012 geht von einer Zunahme der Zahl psychischer Erkrankungen aus und bringt dies in Verbindung mit Veränderungen in den Arbeitsbedingungen. Ähnlich werden in öffentlichen Berichterstattungen und Diskussionen Zusammenhänge zwischen einer vermuteten Zunahme von Burnout und Depression einerseits und soziokulturellen Veränderungen andererseits diskutiert. Oft basieren diese Diskussionen jedoch auf falschen, einseitigen oder nicht belegten Annahmen. Einige der Fehlannahmen tragen zur Stigmatisierung depressiv Erkrankter bei, vergrößern die Behandlungsdefizite und verlängern das Leiden der Betroffenen.
Gesundheit am Arbeitsplatz: Psychische Widerstandskraft stärken
Je mehr Spielraum die technische Weiterentwicklung eröffnet, desto deutlicher stößt die menschliche Leistungsfähigkeit an ihre Grenzen: Viele Mitarbeiter kapitulieren vor der Arbeitsverdichtung und dem ständigen Zeitdruck in der modernen Arbeitswelt. Wenn Burnout nicht zum Normalfall werden soll, müssen Unternehmen gegensteuern. Wie sie die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern können, zeigt die Zukunft Personal vom 25. bis 27. September in Köln mit einem Großaufgebot an prominent besetzten Vorträgen.
Psychologie: Vater-Sohn-Konflikte werden über Generationen hinweg tradiert
Das Vater-Sohn-Verhältnis wird häufig in seiner Bedeutung und seinen langfristigen Auswirkungen unterschätzt. Untersuchungen belegen, "dass sich der Vater-Sohn-Konflikt über viele weitere Generationen hinweg auswirkt." Er durchzog - beispielsweise - die Generationenfolge des Hohenzollern-Geschlechts, analysiert Professor Dr. Rudolf Klußmann (München). In seiner psychohistorischen Studie "VäterSöhne" zeichnet er Hintergründe dramatischer Krisenentwicklungen in Herrscherhäusern Europas.
Wenn die Zeit rast: ADHS-Kinder nehmen Zeit anders wahr
Kinder und Jugendliche, die unter dem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) leiden, haben offenbar eine veränderte Wahrnehmung der Zeit: Wenn Kinder mit ADHS die Dauer von Zeitspannen beurteilen sollten, erlebten sie gleiche Zeitdauern als wesentlich länger als andere Kinder. Dies haben Prof. Dr. Helmut Prior vom Institut für Psychologie der Goethe-Universität, Dr. Marco Walg vom LVR-Klinikum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Dr. Johannes Oepen vom Viktoriastift in Bad Kreuznach zeigen können.
Fachverband Medienabhängigkeit: Therapie oft ungesichert
Anlässlich der diesjährigen Computerspielemesse "gamescom" stellt der bundesweit arbeitende Fachverband Medienabhängigkeit e.V. seine "Empfehlungen zur Behandlung von Medienabhängigkeit im deutschen Sozial- und Gesundheitssystem" vor.
Pharmakotherapie in der Psychotherapie: Neue Behandlungsmöglichkeiten für funktionelle Sexualstörungen
In der Psychopharmakologie registriert Professor Dr. Dr. Thomas Köhler interessante Neuentwicklungen - insbesondere für die Prophylaxe und Therapie affektiver Störungen. Auch bei funktionellen Sexualstörungen haben sich inzwischen wichtige neue Behandlungsmöglichkeiten ergeben. Diesen und anderen Entwicklungen wird Köhler mit der vierten, überarbeiteten Auflage seines Kompendiums "Pharmakotherapie in der Psychotherapie" gerecht. Das Deutsche Ärzteblatt/PP urteilt: "Das Buch ist ein kompetenter Reiseführer durch den Psychopharmaka-Dschungel."
Smarter Life: Mehrfache kürzere Auszeiten sind erholsamer als ein langer Urlaub
Ferienende: Nicht mehr lange, dann kehrt der Alltag zurück. Schnell nisten sich Stress, Abgespanntheit und gesundheitliche Beschwerden im Arbeitsleben wieder ein. Und urlaubsreif sind die meisten schneller als gedacht. Selbst Experten nehmen einem die Hoffnung, dass der Urlaub noch lange nachwirkt: "Das tut der Urlaub leider nicht ganz so lange wie erhofft. Fast alle Erholungseffekte wie gute Stimmung, Lebenszufriedenheit und die gesundheitliche Rekonvaleszenz sind nach drei bis vier Wochen wieder weg, viele sogar schon nach einer Woche", erläutert Prof. Dr. Carmen Binnewies, Erholungsforscherin sowie Arbeits- und Organisationspsychologin der Universität Münster.
Sustainability Science: Transdisciplinarity, Transepistemology, and Action Research
Umweltpsychologie Nr. 1/2012 shows a good mixture of psychological research and reflections on how psychology can contribute to the transdisciplinary and actionoriented process of social change in the field of sustainability science.
Psychologie des Fahrens: Möglichkeit, Grenzen transzendieren und ertragen zu können
Worin liegt die Faszination des Fahrens? Professor Dr. Michael Dick fand in einer qualitativen psychologischen Studie Antworten: "Auto- und Motorradfahren ermöglichen den ästhetischen Blick auf das Panorama von Natur und Landschaft sowie das bewusste Erleben von Raum und Horizont. Beide machen die menschliche Existenz in ihrer Begrenztheit bewusst und entlasten sie vom Handlungs- und Rechtfertigungsdruck, transzendieren sie aber gleichzeitig und weisen so über ihre Begrenztheit hinaus. Damit schließt das fahrerische Ideal an den Naturbegriff an, der das Zyklische, Eigengesetzliche oder Übermächtige betont.