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Wie Organisationen willentlich vergessen

Die Technik macht es heute möglich, praktisch alles zu speichern. Aber nicht alles ist nützlich - im Gegenteil: Es gilt, die Wissensverarbeitung auf relevantes Wissen zu fokussieren. Andersherum bedeutet das, Irrelevantes zu vergessen. Dieser Prozess steht im Mittelpunkt des neuen Schwerpunktprogramms 1921 "Intentional Forgetting in Organisationen", das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert. Es wird koordiniert von Prof. Dr. Annette Kluge vom Lehrstuhl für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie der Fakultät für Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Am 10. November 2016 findet ein Auftaktworkshop statt.

Frauen und Männer sind anders süchtig

Suchtmittel haben für Frauen und Männer oft unterschiedliche Funktionen. Daher bietet eine geschlechtsspezifische Suchtbehandlung bessere Behandlungsergebnisse. Dies ist zwar Konsens in der Fachwelt, jedoch noch immer nicht gängige Praxis. Experten bieten in einem neuen Handbuch einen detaillierten Überblick über das differenzierte Problemfeld: "Geschlecht und Sucht - Wie gendersensible Suchtarbeit gelingen kann".

Wie Senioren Dank Assistenztechnik unabhängig und vernetzt bleiben können

Senioren wollen auch bei zunehmenden Einschränkungen möglichst unabhängig und gut vernetzt bleiben. Spezielle technische Hilfen können dies emöglichen. Ihre bedarfsgerechte Entwicklung und der spätere Einsatz sind nur in engem Dialog zwischen verschiedenen Professionen und Anwendern möglich. Wie kann diese Kommunikation zwischen Ungleichen auf gleicher Augenhöhe gelingen? Professorin Dr. Cornelia Kricheldorff und Dr. Lucia Tonello (Katholische Hochschule Freiburg/Breisgau) haben dazu ein anspruchsvolles, realistisches Dialoginstrumentarium entwickelt und aktuell als Taschenbuch publiziert.

Postgraduales Masterstudium als Königsweg einer Persönlichkeitsentwicklung

Nach Jahren erfolgreicher Praxis kann beim Zahnmediziner der Wunsch nach einer Weiterentwicklung entstehen. Ein postgraduales Masterstudium bietet dazu den Königsweg. Dr. Dr. Simone Ulbricht hat Betroffene in einer qualitativen Studie interviewt und stellte fest: Auch wenn Fachwissen und praktische Fähigkeiten im Fokus stehen, dominiert meist der Wert einer deutlich spürbaren Persönlichkeitsentwicklung. Sicherheit und Reputation wachsen. Die Untersuchung erschien unter dem Titel "Wirksamkeit postgradualer Weiterbildung im Sinne reflexiver professioneller Entwicklung".

Angst vor Vergeltung

Angenommen eine Gruppe von Reisenden beobachtet am Bahngleis zwei Umweltsünder. Eine Person wirft ihren leeren Kaffeebecher auf den Boden. Die andere verschmutzt den Bahnsteig nicht nur mit einem Kaffeebecher, sondern noch mit einem ganzen Müllbeutel dazu. Wer von beiden hätte eher mit einer Rüge der anderen Reisenden zu rechnen?

Jahrbuch Sucht: Hohe Zigarettenpreise senken den Nikotinkonsum

Jahrbuch Sucht: Rauchen ist mehr und mehr out. In sozial benachteiligten Schichten war Nikotin bisher besonders stark gefragt; auch diese Tendenz geht zurück. Inzwischen rauchen "nur" noch etwa ein Drittel der erwachsenen Männer und ein Viertel der erwachsenen Frauen, berichtet das Jahrbuch Sucht 2016.

Die Großhirnrinde lernt von Anfang an mit

Bei jedem neuen Erlebnis wird unser Gehirn vor eine schwierige Aufgabe gestellt: Es muss flexibel genug sein, um neue Informationen in kurzer Zeit aufnehmen zu können, aber auch stabil genug, um sie für lange Zeit zu speichern. Außerdem sollten neue Gedächtnisinhalte alte nicht überschreiben oder verändern. Das Gehirn löst diese Aufgabe, indem es Gedächtnisinhalte in zwei separaten Speichern ablegt: im Hippocampus, einem plastischen Kurzzeitspeicher mit großer Kapazität und schneller Aufnahmefähigkeit, und in einem Teil der Großhirnrinde, dem sogenannten Neokortex. Dieser nimmt zwar Informationen langsamer auf, schützt sie aber dafür dauerhaft und ohne Überschreibung anderer Inhalte. Forscher vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Universität Tübingen haben nun gemeinsam mit Münchner Wissenschaftlern erforscht, wie diese beiden Systeme beim Lernen zusammenarbeiten. Ihre Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht.

Wirtschaftspsychologie: Studie zu Robotisierung in Büro- und Dienstleistungsberufen

Arzt und Patient entscheiden gemeinsam

Wirtschaftspsychologie: Würden humanoide Roboter als Kollegen im Büro oder gar als Führungskraft, ausgestattet mit emotionalen Fähigkeiten, in Teams akzeptiert? Und welche Tätigkeiten würden Beschäftigte im Dienstleistungssektor Robotern überlassen? Überraschende Antworten liefert die länderübergreifende Studienreihe "Robots@work4.0" von Prof. Stock-Homburg der TU Darmstadt.

Unstatistik Oktober: Das Glück macht einen Sprung!

Krieg im Nahen Osten, Flüchtlingskrise, Klimawandel - aber die Deutschen werden glücklicher, so das von nahezu allen Presseorganen aufgenommene Ergebnis des von der Deutschen Post herausgegebenen Glücksatlas. "Das Glück der Deutschen macht einen deutlichen Sprung" - sagt man uns dort schon im Titel. In der Studie hatten Deutsche ihre Lebenszufriedenheit auf einer Skala von 0 bis 10 beurteilt. Gegenüber dem Vorjahr ist diese im Mittel von 7,0 auf 7,1 gestiegen!

Neue Nervenzellen fürs Gehirn

 

Verliert unser Gehirn Nervenzellen, kann es diesen Verlust selbst kaum kompensieren. Wissenschaftler und Ärzte hoffen daher, mit transplantierten Nervenzellen Schäden durch Verletzungen oder Krankheiten auszugleichen. Inwieweit sich die neuen Zellen in ein bestehendes Nervennetzwerk integrieren und dessen Aufgaben übernehmen können, ist jedoch unklar. Nun zeigen Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München, des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie und des Helmholtz Zentrums München in Mäusen, dass transplantierte embryonale Nervenzellen zu gleichwertigen Mitgliedern eines bestehenden Nervennetzwerks heranwachsen und die Aufgaben ihrer neuen Position vollständig übernehmen.




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