Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist in der Schweiz weit verbreitet. Nahezu zwei von fünf Mädchen und einer von sechs Jungen waren bereits Opfer eines sexuellen Missbrauchs. Die Mehrheit wird von jugendlichen Tätern missbraucht und berichtet nicht über den Vorfall. Heute findet sexuelle Belästigung am meisten via Internet statt. Im Vergleich zu zehn Jahre früher haben schwerere Formen von Missbräuchen nicht zugenommen, wie eine repräsentative Untersuchung von Forschern der Universität Zürich, des Kinderspitals Zürich und des Universitätsspitals Zürich zeigt.
Gesamtbericht zum "Weiterbildungsverhalten in Deutschland" veröffentlicht
Weiterbildungsbeteiligung, Trends der Weiterbildung, Themen der Weiterbildung und bevorzugte Formen des Lernens im Erwachsenenalter - das sind einige der Themenbereiche, zu denen der Bericht zum "Weiterbildungsverhalten in Deutschland" Aufschluss liefert. In ihm sind die Resultate des Adult Education Survey 2012 zusammengefasst. Der für Wissenschaft, Bildungspolitik und Bildungspraxis interessante Bericht wurde Open Access veröffentlicht und steht in vollständiger Länge online zur Verfügung.
Arbeitssucht gefährdet die Gesundheit und den Arbeitserfolg
Arbeitssucht wird häufig als produktiv bewertet, oft auch als nützlich und respektabel. Doch Studien belegen, dass Arbeitssucht nicht nur die Betroffenen selbst gefährdet, sondern auch ihre persönliche Umgebung und ihren Arbeitsbereich. Arbeitssucht führt langfristig meist zu Misserfolg, warnt Dr. Stefan Poppelreuter (Bonn) in der aktuellen Ausgabe von "Rausch - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie".
Neues Trainingsprogramm verbessert die Kompetenzen von Stewardessen und Stewards
Stewardessen und Stewards - sog. Flight Attendants - sind nicht nur für den Service, sondern auch für die Sicherheit im Flugzeug verantwortlich. Nicht nur in kritischen Situationen kann die Herausforderung extrem sein. Ausschlaggebend sind in erster Linie die Kompetenzfelder Situationswahrnehmung (situation awareness), Informationsweitergabe und Kommunikation, geteiltes Verständnis, Durchsetzungsfähigkeit (assertiveness), Passagiermanagement, Stress- und Fatiguemanagement. Dr. Sandrina Ritzmann hat ein entsprechendes Trainingsprogramm entwickelt und dessen Wirksamkeit evaluiert.
Neue Einblicke ins Gehirn: Funktioniert das Langzeitgedächtnis anders als bisher angenommen?
UKE-Wissenschaftler am Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg (ZMNH) haben erstmals die Funktion einzelner Nervenzellverbindungen im Gehirn über sieben Tage hinweg beobachtet. Ihre Ergebnisse stellen das in der Forschung etablierte Erklärungsmodell, wie unser menschliches Langzeitgedächtnis funktioniert, in Frage. Ihre neue Studie, die außergewöhnliche Einblicke in die Speichertricks des Gehirns liefert, präsentieren die Grundlagenforscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift PNAS.
Mit verbesserter Schlafqualität zu höherer sportlicher Leistung
Sportlerinnen und Sportler klagen häufig über Schlafprobleme. Guter Schlaf ist jedoch für die Regeneration und Leistungsfähigkeit von enormer Bedeutung. Der Versuch, diese Schlafstörungen zu beheben, sollte daher Bestandteil einer umfassenden Athletenbetreuung sein.
Psychisch kranke Eltern erziehen meist verantwortungsbewusst, aber inkonsistent
Psychisch kranke Eltern wissen oft selbst, dass sie ihre Kinder unglücklich erziehen: Das Verhalten ist inkonsistent, es reicht bis zu körperlichen Strafen. "Dies könnte u.a. durch den häufig schwankenden Verlauf psychischer Erkrankungen erklärt werden. In guten Zeiten sind möglicherweise genügend Ressourcen zur konsequenten Durchsetzung von Regeln vorhanden, während psychisch kranke Eltern an anderen Tagen resignieren," berichten Dr. Julia Griepenstroh und Kollegen (Bielefeld) in der Fachzeitschrift "Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin".
Schizophrenie: Der Mensch deutet Symbole und ringt um den Sinn des Geschehens
Schizophrenie: Wie sind befremdliche Äußerungen von Patienten einzuordnen? Der Schizophrene versucht im Wahn, verschiedenste Zeichen als Symbole zu deuten und als signifikant zu verstehen: relevant für ihn persönlich. Er "sucht in der Struktur der begegnenden Zeichen nach dem Grund schicksalhafter Veränderungen. Solange diese Zeichen als ominöse Symbole verstanden werden, ist Deutungsarbeit erforderlich. Dabei manifestiert sich die Unsicherheit der Zuordnung als affektive Spannung, und die vermeintlichen oder tatsächlichen Symbole können als Signale mit Handlungsaufforderung missverstanden werden." Professor Dr. Andreas Heinz und Kollegen (Berlin) haben diese Missverständnisse untersucht und ihre Befunde in einem Beitrag zum Studienband "Psyche zwischen Natur und Kultur" veröffentlicht.
Hirnregionen lassen sich gezielt trainieren: Videospielen vergrößert Hirnbereiche, die für räumliche Orientierung, Gedächtnisbildung, strategisches Denken sowie Feinmotorik bedeutsam sind. Das zeigt eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus. Die positiven Effekte von Videospielen könnten auch bei der Therapie psychischer Störungen zum Tragen kommen.
Kategorien und Kategorienfehler sind in der gegenwärtigen Philosophie zu einem Randthema geworden. Wer diskutiert noch über Kants apriorische Verfassung der Kategorien als "reine Begriffe der Synthesis"; wer zitiert noch Nicolai Hartmanns "Aufbau der realen Welt"? Für die Einzelwissenschaften bleiben jedoch fundamentale Allgemeinbegriffe unentbehrlich. Hier sind Ansätze "regionaler Kategorienlehren" entstanden, zumal kategorialanalytische Überlegungen, beispielsweise in der Psychologie. Prof. Dr. Jochen Fahrenberg (Freiburg) legt dazu ein philosophisch-psychologisches Grundlagenwerk vor.