Prosoziales Verhalten macht auf Dauer nicht glücklicher
Dass Geben nicht unbedingt seliger denn Nehmen ist, zeigt ein Verhaltensexperiment der Ökonomen Armin Falk (briq & Universität Bonn) und Thomas Graeber (Harvard-Universität). In dem Versuch konnten Teilnehmer Geld gewinnen oder eine potenziell lebensrettende Spende generieren. Während die Spende zunächst glücklicher machte, überwog langfristig der negative Effekt des entgangenen Geldgewinns. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in der US-Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen.
Suchtgefahr: Online-Glücksspiel muss verboten bleiben
Die DAK-Gesundheit und das Deutsche Zentrum für Suchtfragen warnen vor der Novellierung des Glücksspielstaatsvertrages. Die für Mitte 2021 geplante Zulassung von Online-Casinospielen erhöhe die Suchtgefahr für Spieler deutlich, erklären DAK-Vorstandschef Andreas Storm und Suchtexperte Prof. Dr. Rainer Thomasius vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Dies gelte vor allem für Jugendliche unter 18 Jahren, die besonders geschützt werden müssten. Bei ihrer nächsten Sitzung im März wollen die Ministerpräsidenten der Länder die Neuregelung für das kommende Jahr beraten.
Internationale „Tagung experimentell arbeitender Psychologen“ vom 21.-25. März an der Universität Jena
Eine der wichtigsten Methoden, durch die Psychologinnen und Psychologen Erkenntnisse erlangen, ist das Experiment. Kaum ein Zweig in der Disziplin kommt ohne Paradigmen aus, die helfen, systematisch bestimmte Aspekte des menschlichen Verhaltens und seiner Steuerung durch kognitive, emotionale und motivationale Prozesse zu beleuchten und zu verstehen. Metaphorisch gesprochen sind diese experimentellen Paradigmen daher so etwas wie „Fenster zur menschlichen Seele“. Der Austausch über Forschungsergebnisse und -methoden untereinander ist deshalb ebenso notwendig wie bereichernd. Gelegenheit dazu bietet sich in diesem Jahr in Jena. Vom 21. bis 25. März treffen sich rund 800 Expertinnen und Experten während der internationalen „Tagung experimentell arbeitender Psychologen“ (TeaP) an der Friedrich-Schiller-Universität. Die Konferenz ist die größte ihrer Art im deutschsprachigen Raum und findet nach 2009 bereits zum zweiten Mal in Jena statt. 3 Keynotes, 32 Symposien zu verschiedenen Themen, 373 Vorträge und 206 Poster erwarten das Fachpublikum....
Trauma als Chance: Trotz belastender Entbindung positiv in die nächste Schwangerschaft
Die Geburt eines Kindes ist ein einschneidendes Erlebnis – und nicht immer positiv: Rund vier Prozent der Mütter entwickeln nach der Entbindung Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), leiden also etwa unter sehr negativen Stimmungen oder durchleben die traumatische Situation immer wieder. Solche Probleme können die Entscheidung für ein weiteres Kind verzögern oder gar verhindern. Eine aktuelle Studie nimmt den betroffenen Frauen jedoch eine Sorge: Wenn sie sich für eine erneute Schwangerschaft entscheiden, scheint diese von den negativen Erfahrungen nicht belastet zu sein – die mütterliche Bindung an das Ungeborene erwies sich in der Studie sogar als stärker als bei Frauen, die noch nie posttraumatische Symptome erlebt hatten.
Linke und rechte Gehirnhälfte sind an verschiedenen Aufgaben beteiligt. Diese funktionelle Lateralisierung und damit verbundene anatomische Gehirnasymmetrie sind beim Menschen gut dokumentiert, bei Menschenaffen aber bisher noch nicht. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben nun das gleiche Asymmetriemuster bei Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans gefunden. Menschen hatten jedoch die größte Variabilität dieses Musters. Lateralisierte, einzigartig menschliche kognitive Fähigkeiten, wie Sprache, könnten sich folglich durch die evolutionäre Anpassung eines vermutlich ursprünglichen, älteren Asymmetriemusters entwickelt haben.
Selektive Erinnerung fördert die Selbstüberschätzung
Menschen neigen dazu, ihre eigenen Leistungen und Fähigkeiten zu überschätzen, selbst wenn sie durch objektive Informationen eines Besseren belehrt werden. Ein Grund dafür ist, dass positives Feedback länger in Erinnerung bleibt als negative Rückmeldungen. Diesen Zusammenhang hat der Bonner Wirtschaftsprofessor Florian Zimmermann, Forschungsdirektor am briq-Institut für Verhalten und Ungleichheit, in einem umfangreichen Verhaltensexperiment empirisch nachgewiesen. Die Ergebnisse sind jetzt im American Economic Review, einer der angesehensten Fachzeitschriften für Ökonomen, erschienen.
Transpersonale Psychotherapie im Psychomarkt: Spaltung der Persönlichkeit und Konditionierung zur Unterordnung
Psychologie und Gesellschaftskritik: Transpersonale Psychotherapie vor dem Hintergrund einer theosophischen Spiritualität ist ein profitabler Psycho- und Weiterbildungs- Markt. Die Risiken für die psychische Gesundheit Betroffener sind hoch. Ideologiebildungen autoritärer Gesellschaftsstrukturen stehen im Hintergrund. Oft lassen sich auch wissenschaftlich gebildete TherapeutInnen auf das florierende Business ein. Die Psychotherapeutin Karin Daecke hat die Problematik in jahrelanger Forschungsarbeit analysiert und in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Psychologie und Gesellschaftskritik" zusammengefasst.
Wirtschaftspsychologie: Wie Manager ihre Denkfreiheit und ihre Optionen vergrößern können
Wirtschaftspsychologie: Verschiedenste äußere Einflüsse begrenzen die Urteilsbildung im Management. Die wirksamste Einschränkung der Denkfreiheit wird alerdings meist ignoriert oder unterschätzt: Sie liegt im Unterbewusstsein des/der Einzelnen oder des Kollektivs. Wie können Führungskräfte ihr Bewusstseinsfenster weit öffnen? Der Wirtschaftspsychologe Dr. Felix Frei (Zürich) bietet in einem Reader fundierte, verständliche und teils heitere Anleitungen: "Denkfreiheit - Führungskräfte und das Bewusstseinsfenster"
Attraktive Investition: Energiegenossenschaften beschleunigen den Ausbau der Wind- und Solarenergie
Die Nachfrage nach Strom steigt innerhalb des neuen Jahrzehnts um ca. 25%. Der gegenwärtig zögerliche Ausbau erneuerbarer Energien bleibt weit hinter dieser Zielgröße zurück, kritisiert das Energiewirtschaftliche Institut der Universität Köln. Die forcierte dezentrale Energie-Produktion bietet v.a. für ländliche Regionen attraktive, bisher wenig genutzte Entwicklungschancen: Energiegenossenschaften integrieren die verschiedenen gesellschaftlichen Akteure vor Ort und beteiligen sie in einer Win-Win-Gemeinschaft. 25 Fachleute vermitteln in ihrem Reader "Energiegenossenschaften gründen und erfolgreich betreiben" das notwendige Knowhow.