Intensive Computer-Nutzung kann zu Schäden führen, die Suchtgefahren sind hochriskant. So folgenschwer die Problematik bei einer Minderheit sein kann, so erfreulich ist der Effekt bei einer Mehrheit: "Jungen, die den Computer intensiver nutzen, verbessern sich in ihren Befindlichkeitswerten meist nachhaltig", stellten Klaus Boehnke, Thomas Münch und Dagmar Hoffmann in einer Längsschnittstudie mit 393 Jugendlichen fest.
Seniokratie: Kriminalroman zur Verjüngung der Gesellschaft
"Wir sind dabei, uns in eine Seniokratie zu verwandeln. Durch die schieren Mehrheitsverhältnisse wird unsere Gesellschaft erdrückt vom Senilen, Morbiden, Kranken." Dem Gespenst folgt gleich ein zweites: "Was würde passieren, wenn die alten Äste nicht aus den Bäumen geschnitten würden? Die jungen Triebe könnten nicht wachsen." Daraus folgt eine Korrektur der Generationen-Disproportion - als politische und ärztliche Aufgabe. Ein Horrorszenario, das die Fachärztin für Psychiatrie Dr. Monika Vogelgesang zu einem Kriminalroman verarbeitet hat.
Psychologie: Aggressive Mädchen verhalten sich mitfühlend, aggressive Jungs bleiben auf Distanz
Bereits in früher Kindheit unterscheidet sich die soziale Responsivität von Mädchen und Jungen deutlich. "Mädchen zeigen mehr mitfühlend-tröstende und weniger vermeidende Reaktionen", stellte Dr. Jutta Kienbaum in einer empirischen Studie fest.
Die Politik ist gefordert: Versorgungslage psychischer Erkrankungen ernst nehmen
Das Gesundheitssystem muss sich in Zukunft auf eine wachsende Zahl von Behandlungen psychisch kranker Menschen einstellen. Die Ursachenforschung und Prävention werden immer wichtiger.
Entlastung für Angehörige von Demenzkranken gefordert
Weder das Gesundheitssystem noch die Forschung bieten bisher ausreichende Lösungen an, um Angehörige bei der Versorgung von Demenzkranken zu entlasten. Das ist eine erste Erkenntnis aus der DelpHi-MV Studie (Demenz - lebenswelt- und personenzentrierte Hilfen in Mecklenburg-Vorpommern). Dieses und weitere Ergebnisse diskutieren heute (23. Mai 2012) Forscher in Greifswald auf einem Symposium mit Akteuren aus der Praxis. "Wir möchten einen nahen Austausch aller Beteiligten aus Versorgung und Forschung", so Professor Wolfgang Hoffmann, Leiter der Studie. Nur so sei gewährleistet, dass die Herausforderungen der Routineversorgung in der Forschung ausreichend berücksichtigt würden.
Sucht: Drogenkonsum führt zur Prostitution - und Prostitution führt zum Drogenkonsum
"Um die Sucht zu finanzieren, ist die Prostitution notwendig, und um die Prostitution auszuhalten, wird zum Suchtmittel gegriffen." Das "Jahrbuch Sucht 2012" bestätigt, dass diese 25 Jahre alte Feststellung der damaligen Familienministerin Rita Süßmuth nach wie vor zutrifft.
Ein Forschungsteam unter der Leitung der Freiburger Psychologen und Neurowissenschaftler Prof. Dr. Markus Heinrichs und Dr. Bernadette von Dawans hat in einer Studie untersucht, wie Männer in Stresssituationen reagieren - und mit den Ergebnissen eine fast 100 Jahre alte Lehrmeinung widerlegt. Dieser zufolge sollen Menschen und die meisten Tierarten bei Stress die "Kampf-oder-Flucht-Reaktion" ("fight-or-flight") zeigen. Erst seit den späten 1990er Jahren vertreten einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die These, dass Frauen unter Stress alternativ nach dem "Tend-and-befriend-Konzept" handeln, also mit einem beschützenden ("tend") und Freundschaft anbietenden ("befriend") Verhalten reagieren. Männern hingegen wird nach wie vor unterstellt, bei Stress aggressiv zu werden. Zu Unrecht, sagt von Dawans: "Offenbar zeigen auch Männer soziales Annäherungsverhalten als unmittelbare Konsequenz von Stress."
Mentoring in Unternehmen und Organisationen: alle Beteiligten gewinnen
Mentoring setzt sich durch: Der Nachwuchs findet zielsicherer und schneller seinen Weg, der Mentor lernt auch seinerseits hinzu und vergrößert sein Netzwerk, Stabilität und Dynamik wachsen, die Produktivität steigt. Voraussetzungen sind allerdings eine kluge Passung zwischen den Beteiligten und ein professionell aufgestelltes Mentoring-Programm, belegen Dr. Frank Edelkraut und Dr. Nele Graf (Hamburg) in einer empirischen Studie. V.a. für Berufseinsteiger sind Unternehmen attraktiv, die Mentoring-Programme realisieren.
Psychologie: Wissensbasiert denken Menschen logisch korrekt
Konkrete Inhalte erleichtern logisches Denken, belegt Dr. Sieghard Beller in einer Studie. "Mit Wahlaufgaben, die inhaltlich von deontischen Verhaltensnormen oder Kausalzusammenhängen handeln, wurden empirisch sehr deutliche und äußerst reliable Erleichterungseffekte beobachtet - im Vergleich zur klassisch-abstrakten Aufgabenvariante, bei der kein inhaltliches Wissen zum Tragen kommen kann.
EMDR und Squiggle-Technik unterstützen die Therapie schwer traumatisierter Kinder
Marco hatte als Baby und Kleinkind in einer Katastrophenwelt gelebt, umzingelt von Gefahren, polytraumatisiert, auf der Flucht in ein Phantasiereich. Diplompsychologin Andrea Gallasch-Stebler (Basel) lässt in ihrem Buch " Nächste Station Erde" den Leser in das Therapiegeschehen eintauchen; die Behandlung wird über 10 Jahre hinweg detailliert und authentisch nachgezeichnet.