Jura-Professor Dr. Bernd Schünemann: Strafrichter sind mit ihrer Machtfülle überfordert
Gustl Mollath, Justizopfer und gegenwärtig prominentester Psychiatriepatient in Deutschland, hat während der letzten Monate Tausende Unterstützer gefunden; die hoch emotionale, täglich anwachsende Kampagne der Justizkritik speist sich zum großen Teil aus eigenen schmerzlichen Erfahrungen vieler Akteure. "Der deutsche Strafprozess ist krank an Haupt und Gliedern", diagnostiziert Professor Dr. Bernd Schünemann, Ordinarius für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtssoziologie an der Universität München.
Gewalt in der forensischen Psychiatrie: Persönlichkeitsgestörte Schizophrene schlagen am schnellsten zu
In forensischen Kliniken werden Patienten häufig gewalttätig. Pflegende und Ärzte unterliegen auch bei kontinuierlicher Umsicht einem hohen Berufsrisiko, dokumentieren Daniela Ische und Dirk Hesse in einem Beitrag der Fachzeitschrift Forensische Psychiatrie und Psychotherapie. Die Autoren analysierten am Maßregelvollzugszentrum Moringen (Niedersachsen) "98 gemeldete Ereignisse von Gewalt", verübt in einem Zeitraum von fünf Jahren.
Biomarkers may be the key that opens the door to discovery of successful initial treatment of depression
In a National Institutes of Health (NIH) funded clinical trial, researchers at Emory have discovered that specific patterns of brain activity may indicate whether a depressed patient will or will not respond to treatment with medication or psychotherapy. The study was published June 12, 2013, in JAMA Psychiatry Online First.
FAU-Studie: Ausdauersportarten können abhängig machen
Sie üben Sport geradezu zwanghaft aus und verspüren den Drang, sich täglich zu bewegen: Sportsüchtige kennen kaum Grenzen. Sie riskieren nicht nur den Kontrollverlust, sondern setzen ihre eigene Gesundheit aufs Spiel. Unabhängig vom Alter oder Geschlecht: Wer eine Ausdauersportart wie zum Beispiel Triathlon, Laufen oder Radfahren betreibt, läuft Gefahr, an einer Sportsucht zu erkranken. Das haben Sportwissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Universität Halle-Wittenberg in einer Studie nachgewiesen, für die 1089 Athletinnen und Athleten befragt wurden.
Report Psychologie: Selbstdarstellung per Body Modification
Tätowierungen und anderer Körperschmuck signalisieren in Naturvölkern einen qualifizierten Sozialstatus. In modernen europäischen Gesellschaften ist das Gegenteil der Fall. Arbeitslose besitzen fast doppelt so häufig Piercings oder Tätowierungen wie Berufstätige. Body Modification dient heute häufig dazu, die Zugehörigkeit in einer sozialen Randgruppe und die Abgrenzung gegenüber der Mehrheitsgesellschaft zu signalisieren, berichtet Professor Dr. Erich Kasten (Medical School Hamburg) in der aktuellen Ausgabe von Report Psychologie.
Kulturvergleichende Psychologie: Deutsche planen mehr und unabhängiger als andere
Dynamische Veränderungen und neuartige Situationen im Lebensalltag stellen Anforderungen an den Menschen, die er mit Planung zu bewältigen versucht. Überschreiten Veränderungen aber einen bestimmten Grad an Dynamik, kann der Mensch nicht mehr planen, sondern handelt ad hoc - allenfalls mit kurzfristigen Zielen, beobachtete der Psychologe Dominik Güss in seiner Studie "Planen und Kultur?".
Alzheimers and Low Blood Sugar in Diabetes May Trigger a Vicious Cycle
Diabetes-associated episodes of low blood sugar may increase the risk of developing dementia, while having dementia or even milder forms of cognitive impairment may increase the risk of experiencing low blood sugar, according to the study published online Monday in JAMA Internal Medicine.
Sexual Offender: A classification of high risk by professional judgment methods does not imply any particular probability of repeat sexual offending
In the past 25 years, legislation has been passed in Western countries allowing for the indeterminate imprisonment or institutionalization of offenders convicted of serious sexual offenses. Each of these statutes requires that the offender in question poses a danger to others, a criterion that may be determined with the aid of a structured risk assessment instrument (SRAI).
Jugendliche Migranten erhalten häufig keine Suchthilfe
Jugendliche aus Migrantenfamilien müssen eine dreifache Zerreißprobe bestehen: die generellen Dilemmata des Erwachsenwerdens, das heimatlose Pendeln zwischen gegensätzlichen Kulturen, die Diskriminierungen in der Fremde. Die Flucht in Drogen, Alkohol oder andere Suchtmittel ist ein häufiger "Ausweg". Dennoch erhalten Betroffene im deutschen Hilfesystem oft keine Therapie, kritisiert Wolfgang Barth (Arbeiterwohlfahrt) im Ratgeber-Manual "Sucht, Migration, Hilfe".
Auf dem internationalen Kongress für psychiatrische Epidemologie in Leipzig haben Forscher ernüchternde Zahlen zur öffentlichen Wahrnehmung psychisch kranker Menschen präsentiert. Trotz Fortschritten in der psychiatrischen Forschung und Versorgung habe sich die Einstellung gegenüber Menschen mit Depression, Schizophrenie und Alkoholabhängigkeit in den letzten 20 Jahren in Deutschland nicht verbessert. Im Fall der Schizophrenie nahmen Angst und soziale Ablehnung sogar noch zu. Eine Ursache sehen die Forscher in der zunehmend biologisch geprägten Sicht auf diese Krankheiten. Künftige Informations- und Aufklärungsprogramme könnten hier ansetzen.