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Kulturvergleichende Psychologie: Deutsche planen mehr und unabhängiger als andere

Dynamische Veränderungen und neuartige Situationen im Lebensalltag stellen Anforderungen an den Menschen, die er mit Planung zu bewältigen versucht. Überschreiten Veränderungen aber einen bestimmten Grad an Dynamik, kann der Mensch nicht mehr planen, sondern handelt ad hoc - allenfalls mit kurzfristigen Zielen, beobachtete der Psychologe Dominik Güss in seiner Studie "Planen und Kultur?".

Verläuft der Alltag gleichförmig und ist dadurch vorhersehbar, scheint Planung überflüssig; bewährte, routinemäßige Handlungsschemata bestimmen das Geschehen. Das Planungsausmaß ist meist am größten, wenn die Umwelten dynamisch, aber einigermaßen vorhersagbar sind. Mit diesem Befund bestätigt Güss die Annahme von Hans Thomä: "Je abwechslungsreicher der Alltag erlebt wird, umso mehr Zukunftspläne werden geäußert und umso mehr greifen sie über ein Jahr hinaus."

In einem interkulturellen Vergleich beobachtete Güss unerwartete und unterschiedliche Entscheidungs- und Planungsweisen: Inder ergeben sich entgegen ihrem Klischee nicht fatalistisch in die Ereignisse, sondern planen genauso aktiv wie US-Amerikaner, Brasilianer und Filipinos. Nur die Deutschen planen mehr und treffen mehr Entscheidungen als die anderen.

Inder oder Filipinos möchten am liebsten im Konsens mit ihrer Umgebung planen, Deutsche und Nordamerikaner orientieren sich eher an eigenen Zielen.




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