Nutzlose Polizeikontrollen bei Drogenkonsumierenden nehmen zu
Eine sichtbare Drogenszene im öffentlichen Raum ist ein häufig störendes Bild, vor allem in Großstädten. Ein erhöhtes Kriminalitätspotential wird dieser Gruppe nachgesagt. Hubert Wimber, bis 2015 langjähriger Polizeipräsident in Münster (Westf.), stellt aktuell eine deutliche Zunahme der Kriminalisierung von Drogenkonsumierenden fest – aber keine Veränderung bei Angebot und Nachfrage am Drogenmarkt. Wimber fordert in seinem Beitrag zum „Alternativen Drogen- und Suchtbericht 2018“ eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes.
Neue Ergebnisse zeigen: Online-Programm hilft depressiven Hausarztpatienten
Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig haben die Wirksamkeit des Online-Programms moodgym für Menschen mit leichten und mittelschweren Depressionen nachgewiesen. Das Selbstmanagementprogramm ist eine Hilfe zur Selbsthilfe und basiert auf Theorien und Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie. Im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie mit 647 Studienteilnehmern zeigte sich, dass die depressive Symptomatik bei Patienten, die zusätzlich zur Behandlung durch ihren Hausarzt das Programm nutzten stärker zurückging als in einer Kontrollgruppe. Das Online-Programm steht Patienten und Betroffenen im Internet anonym und kostenfrei zur Verfügung.
Die Website www.krankheitserfahrungen.de präsentiert ein neues Modul zum Thema Anorexie und Bulimie
Erfahrungen, Informationen, Unterstützung: Das neue Modul „Essstörungen: Anorexie und Bulimie“ auf der Website www.krankheitserfahrungen.de ist veröffentlicht. Auf der Internetplattform erzählen Menschen von ihrem Leben zwischen Gesundheit und Krankheit. Die verschiedenen Krankheitsbilder und Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem werden wissenschaftlich aufbereitet und präsentiert. Im Mittelpunkt stehen die Schilderungen von betroffenen Menschen in Form von Video-, Audio- und Textausschnitten.
Moderne Assistenzsysteme: Wie Senioren, Behinderte und Pflegende entlastet werden können
Immer mehr Senioren und Behinderte wünschen, immer länger in der eigenen Wohnung selbständig zu bleiben. Und: Pflegende im ambulanten wie im stationären Bereich benötigen immer mehr Entlastung. Technische Assistenzsysteme bieten hier wertvolle Möglichkeiten, bleiben jedoch wenig genutzt. Drei aktuelle Handbücher stellen unterschiedlichste Neuentwicklungen und ausgereifte Lösungen vor
Konservierte Leichen in "Körperwelten": Utopien in Plastik
Die Zurschaustellung plastinierter Menschenleichen ist ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Gegenwärtig gastiert die Wanderausstellung "Körperwelten" in Osnabrück. Ihre Tabubrüche bieten reichliche Faszination. Die Psychologin Dr. Liselotte Hermes da Fonseca hat - gemeinsam mit Kollegen - das bizarre Phänomen als "gesellschaftliches Schlüsselereignis" analysiert. Die einführenden und kritischen Reflexionen sind in einem Reader erschienen: "Verführerische Leichen - verbotener Verfall".
Computerspielsucht: neue, erfolgreiche Beratungs- und Therapiemöglichkeiten
Die WHO hat die Computerspielsucht als Krankheit in den ICD-Katalog aufgenommen. Dies bedeutet, dass eine entsprechende spezifische Therapie ab sofort von den Krankenkassen finanziert werden muss. Über die verschiedensten wirksamen Diagnose-, Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten berichten Dr. Kay Uwe Petersen und Kollegen in zwei wissenschaftlich fundierten, jedoch allgemeinverständlich geschriebenen Sachbüchern
Schmerz: Wie Therapeuten und Patienten gemeinsam das Leiden erträglich machen können
Ärzte und Psychotherapeuten fühlen sich meist hilflos, wenn ihnen Gefühle ihrer Schmerzpatienten begegnen. In diesen Situationen und Phasen gilt es, "empathisch standzuhalten". Ursula Frede, selbst gleichzeitig Schmerzpatientin und psychologische Schmerztherapeutin, hat in ihrer Monografie "Herausforderung Schmerz" detailliert beschrieben, wie die Begleitung von Schmerzpatienten gelingen kann. Eigene Erfahrungen und wissenschaftliche Expertise sind in das Buch eingeflossen.
Alternativer Drogen- und Suchtbericht: Wie Drogenrisiken reduziert werden können
Alternativer Drogen-und Suchtbericht: Etwa drei Millionen Menschen in Deutschland nehmen selten, gelegentlich oder regelmäßig Cannabis zu sich. Polizei und Justiz erhöhen den Repressionsdruck seit Jahren ohne Erfolg. Im neuen Alternativen Drogen- und Suchtbericht fordern unabhängige Experten, den Drogenbesitz zu entkriminalisieren, den Drogenhandel - etwa vergleichbar dem Medikamentenhandel - zu regulieren und die Drogenqualität fachgerecht zu beaufsichtigen.
Eine Million Deutsche "rauchen" E-Zigarette und unterschätzen die Gesundheitsrisiken
Immer mehr Menschen konsumieren E-Zigaretten, in der Annahme, diese sei weniger gesundheitsschädlich als herkömmliche Zigaretten. Doch insbesondere Jugendliche werden oft durch den süßen Geschmack und die vielen Aromastoffe, wie Tiramisu und Waldfrucht, an das Rauchen herangeführt. Eine aktuelle Studie zeigt, dass diese Aromastoffe nicht ungefährlich sind. Sie können beispielsweise Diabetes, Asthma und Krebserkrankungen verursachen. Auch die Folgen des Tabakkonsums werden in der Bevölkerung weiterhin unterschätzt.
Anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai 2018 fordert die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) daher von der Politik ein komplettes Werbeverbot für diese Produkte sowie mehr gesundheitliche Aufklärung, die sowohl vor den Folgen des Konsums von E-Zigaretten als auch des Tabakkonsums warnt.
Spirituell modifizierte kognitive Verhaltenstherapie bei Muslimen erfolgreich
Fast sechs Prozent der Bevölkerung in Deutschland ist islamischen Glaubens. Trotz des erhöhten Anteils an Flucht- und Migrationserfahrungen nehmen Muslime seltener psychologische oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch als westliche Patienten, berichtet Dr. Ahmad Bransi, Chefarzt an der Oberbergklinik Weserbergland, in seinem Beitrag zum aktuellen Reader "Spiritualität in Psychiatrie und Psychotherapie".