Report Psychologie: Informationale Privatsphäre in sozialen Netzwerken begehrt und korrumpiert
Warum boomen die sozialen Netzwerke im Internet? "Menschen suchen gezielt nach Räumen und Situationen, in denen sie authentisch sein können. Ich nehme an, dass Jugendliche solche Räume im Netz finden, in denen sie sich geschützt erleben und die Möglichkeit haben, sich auszuprobieren. Sie empfinden diese Räume als privat," erläutert Professorin Dr. Sabine Trepte im Interview mit "Report Psychologie".
Große Teile der Bevölkerung fühlen sich sozial ausgeschlossen
Große Teile der Bevölkerung in Deutschland haben das Gefühl, dass ihre gesellschaftliche Teilhabe nicht gesichert ist. Der Verlust von Lebenszufriedenheit und Glück, weniger Selbstsorge und weniger bürgerschaftliches Engagement sind die Folge.
Moralisches Denken entsteht im Gehirn durch emotionale und rationale Verarbeitungsprozesse
Moralische Werte und Entscheidungen sind für das friedliche Zusammenleben von Menschen bedeutsam. JARA-BRAIN Wissenschaftler untersuchten erstmals, welche Hirnregionen bei diesen Entscheidungsprozessen besonders aktiv sind. Dabei zeigte sich, dass sich die Hirnareale, die für moralische Entscheidungen eine Rolle spielen, fast vollständig mit denjenigen decken, welche entweder für das Nachvollziehen von Gedanken oder von Emotionen anderer Menschen wichtig sind. "Der Befund spricht gegen die Existenz einer speziell moralischen Hirnregion und für die Entwicklung komplexer sozialer Leistungen wie moralischen Entscheidungen aus entwicklungsgeschichtlich älteren Hirnfunktionen", berichtet Danilo Bzdok. "Große Teile des medialen präfrontalen Kortex, des Präkuneus, der temporo-parietalen Junktion als auch die Amygdala und der posteriore zinguläre Kortex waren sowohl bei diesen Prozessen als auch bei moralischen Entscheidungen beteiligt."
Klinische Studie zur neuro-musiktherapeutischen Behandlung von akutem Tinnitus zeigt gute Erfolge
Seit Anfang 2011 wird am Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung in Heidelberg eine neuro-musiktherapeutische Behandlung gegen akuten Tinnitus klinisch überprüft. Diese Therapie findet in Form einer fünftägigen Kompakttherapiewoche (Mo bis Fr) statt und richtet sich gezielt an diejenigen Patienten im Akutstadium ihres Tinnitus, denen die medizinische Erstversorgung nicht ausreichend helfen konnte.
Neues Jahrbuch Sucht 2012: Legale Suchtmittel sind das größte Problem!
Der Suchtmittelkonsum in Deutschland ist nahezu gleich geblieben. Erfolge bei der Reduzierung des Alkohol-, Tabak- und Cannabiskonsums Jugendlicher und junger Erwachsener in den vergangenen 8 Jahren sind zum Stillstand gekommen bzw. haben sich sogar ins Gegenteil verkehrt. Seit 2008, spätestens seit 2010 steigen Alkohol- und regelmäßiger Cannabiskonsum bei jungen Menschen wieder an. Selbst beim Tabakkonsum ist der Erfolgsindikator "Nie-Rauchende" nicht mehr durchgängig auf dem Aufwärtstrend. Die Zahl der nie-rauchenden jungen Frauen ist seit Langem erstmals wieder gesunken, um zwar um 4,5 %.
Neues Jahrbuch Sucht 2012: Ohne Maßnahmen keine Erfolge
Seit Jahrzehnten sind die Zahlen des legalen Suchtmittelkonsums in Deutschland dramatisch und mit ihnen die Folgen für die einzelnen Konsumenten und Konsumentinnen sowie für die Gesellschaft insgesamt.
Glücksspielsucht: Die meisten Probleme durch Automaten
Die Versorgungsnachfrage von Glücksspielsüchtigen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. 15.800 Spieler haben sich in 2010 in ambulante Betreuung begeben. Die Anzahl der Hilfesuchenden hat sich damit seit 2005 mehr als verdreifacht. Spieler an Geldspielautomaten bilden mit 74,3% der Klienten nach wie vor mit Abstand die größte Gruppe. Nach der aktuellsten Prävalenzstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist bei 0,51% der bundesdeutschen Bevölkerung (275.000 Personen) ein problematisches Spielverhalten und bei 0,49% (264.000 Personen) ein pathologisches Spielverhalten erkennbar.
Seit 12. April ist die neue Website www.sucht-am-arbeitsplatz.de online. Nach Angaben der Betreiber, BARMER GEK und Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen DHS, wird damit Deutschlands erste umfassende Internetplattform zur Suchtproblematik in Betrieben frei geschaltet. Neben einer breiten Öffentlichkeit soll die Informationsplattform vor allem Führungskräfte, Personalverantwortliche, Arbeitnehmervertreter und Beschäftigte selbst in Unternehmen erreichen.
Deutsche Studie: Depressiven Herzkranken fehlt das schützende Stresshormon Cortisol
Menschen mit koronaren Herzerkrankung (KHK) haben unter mentalem Stress eine eingeschränkte hormonelle Stressreaktivität, obwohl sie die Stressbelastung deutlich empfinden. Es kommt bei ihnen zu einer verminderten Ausschüttung des "Stresshormons" Cortisol, das auch eine entzündungshemmende und überschießende Immunreaktionen dämpfende Wirkung hat. Dieser "Hypocortisolismus" wird durch das Vorliegen einer chronischen Depression noch deutlich verstärkt und hängt in seiner Ausprägung vom Schweregrad der Depression ab. Er könnte ein direkter Hinweis auf eine möglicherweise gesteigerte Entzündung und Immunantwort bei diesen Patienten sein, die das Fortschreiten einer KHK begünstigen könnte. Das berichtet Dr. Christiane Waller (Internistische Psychosomatik, Universitätsklinikum Ulm) auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim.
Bosnien-Herzegowina: Eine Million Menschen leidet unter Psychotraumata
Touristen bereisen das Land mit "Survival Maps" und verfolgen die Spuren des Bosnien-Kriegs. Serben begannen ihn vor zwanzig Jahren: Mehr als 100.000 Menschen starben - etwa zweieinhalb Prozent der Bevölkerung. Die körperlichen und die seelischen Verletzungen dauern bis heute an. Psychologen schätzen, dass mehr als 25 Prozent der Bevölkerung unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet.