Jede(r) dritte Geflüchtete leidet unter Posttraumatischer Belastungsstörung bzw. schwerer Depression. Doch nur die wenigsten Betroffenen erhalten eine qualifizierte Psychotherapie. Häufig werden sie erst nach einem krankheitsbedingten Übergriff zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen. "Vieles ließe sich verhindern," kritisiert die Psychiatrin Prof. Dr. Meryam Schouler-Ocak (Berlin) im ZEIT-Gespräch. "Wenn Menschen ständig furchtbare Bilder mit sich herumschleppen, damit völlig überflutet und überfordert sind, dann kann es durchaus passieren, dass sie irgendwann ausrasten. Doch darüber wird erst gesprochen, wenn andere verletzt werden. Die Lage ist katastrophal."