Tiefeninterviews: nie mehr suggestiv mit dem Entscheidungsorientierten Gespräch (EOG)
Tiefeninterviews nach den Regeln des Entscheidungsorientierten Gesprächs (EOG) sind nie suggestiv. Untersuchungen zeigen, dass Interviewer nur eine unvollständige Vorstellung von Suggestivfragen haben. Prof. Dr. Karl Westhoff (TU Dresden) und sein Team haben deshalb die Merkmale suggestiver Fragen zusammengestellt: Vorausgeschickte Informationen verdeutlichen die erwünschte Antwort; in der Frage ist bereits eine Bewertung des erfragten Verhaltens enthalten; es wird etwas als gegeben voraussetzt, was nicht vorausgesetzt werden kann, weil es auch anders (gewesen) sein kann; Antwortalternativen werden unvollständig aufgezählt; bei vollständigen Antwortalternativen oder bei "Ja-Nein" Antworten ist eine der Antworten für den Interviewten näher liegen; es sind Hinweis gebende Füllwörter wie "sicher", "etwa" usw. enthalten.
Wie lässt sich eine Tanzfolge am besten lernen? Um diese Frage ging es in einem Projekt, für das die Universität Bielefeld sich mit der Palucca Hochschule für Tanz Dresden zusammengetan hat. Wissenschaftler entwickelten das Projekt zusammen mit Tänzern und Tanzpädagogen. Sie erforschten gemeinsam, ob Tänzer eine Abfolge besser durch Sehen oder Hören lernen - beispielsweise wenn ein Tanzlehrer diese zunächst vormacht oder wenn er sie erst ausschließlich mündlich erklärt. Ein Forschungsartikel zu der Studie ist jetzt auf der Konferenz der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft als "Best Paper" ausgezeichnet worden.
Augen sind bekanntlich der Spiegel der Seele - aus dem Blick lässt sich oft auf die Gefühlsverfassung unseres Gegenübers schließen. Auch Säuglinge nehmen offenbar solche Signale wahr. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig haben entdeckt, dass schon sieben Monate alte Säuglinge unbewusst auf ängstliche Augen reagieren. Dabei reicht es aus, wenn sie nur das "Weiße" in den Augen sehen, also die weiße Lederhaut des Augapfels, die sogenannte Sclera. Auf direkte und abgewandte ängstliche Blicke sprechen Säuglinge unterschiedlich an. Schon von frühestem Kindesalter an kann der Mensch demnach die Gefühlslage anderer wahrnehmen. Die Augen - insbesondere die Lederhaut - sind dafür der Schlüssel.
Gierige Menschen lernen schlechter aus ihren Fehlern
Wissenschaftler der Universität Würzburg konnten einen Zusammenhang zwischen Gier als Persönlichkeitsmerkmal und riskantem Verhalten herstellen. Über die Ergebnisse ihrer Studie berichtet das Fachmagazin Social Neuroscience in seiner aktuellen Ausgabe.
In einer Stellungnahme schätzte die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN), dass bei bis zu 25 Prozent der Patienten mit Krampfanfällen oder Bewusstseinsstörungen fälschlicherweise Epilepsie diagnostiziert wird. Der Grund dafür sei in der Regel eine falsche Interpretation der Hirnströme. Ein aktueller Beitrag in der Fachzeitschrift "Aktuelle Neurologie" bestätigt die Einschätzung der Fachgesellschaft und verweist auf Studien, die noch höhere Fehlerquoten ausmachen. Demnach könnten in bestimmten Zuweisungszentren sogar 30 bis 35 Prozent der Epilepsie-Diagnosen falsch sein. Um häufige EEG-Fehlinterpretationen zu vermeiden, fordert die DGKN eine verbindliche Qualitätssicherung basierend auf den Zertifikaten der Fachgesellschaft.
Risikofaktor Eule - Jugendliche Abendtypen bilden häufiger psychische Symptome aus
Die Herausbildung des Schlaf- oder Chronotyps zeigt sich bereits im Kindesalter. Einige Studien diskutieren hierbei genetische Einflüsse. "So zeigen diese, dass Eltern mit einer Morgenorientierung, mit höherer Wahrscheinlichkeit Kinder bekommen, die eine Morgenorientierung aufweisen als Eltern, die dem Abendtyp zuzuordnen sind", erklärt Prof. Dr. Angelika Schlarb, Kinder- und Jugendpsychologin an der Uni Bielefeld. Während des Erwachsenwerdens verändert sich jedoch meist diese Präferenz, so sind in der Regel Jugendliche eher abendorientiert und oftmals spät abends noch hellwach während ihre Eltern bereits müde oder sogar schon schlafen gegangen sind.
Compensation and punishment: 'Justice' depends on whether or not we're a victim
We're more likely to punish wrongdoing as a third party to a non-violent offense than when we're victimized by it, according to a new study by New York University psychology researchers. The findings, which appear in the journal Nature Communications, may offer insights into how juries differ from plaintiffs in seeking to restore justice.
Financial experts do not make higher returns on their own investments than untrained investors, according to research by a Michigan State University business scholar.
Politics can interact with evolution to shape human destiny
Politics can have unintentional evolutionary consequences that may cause hastily issued policies to cascade into global, multigenerational problems, according to political scientists.
Psychologie in der Gynäkologie: Krisenintervention zwischen klaren Direktiven und wortloser Teilnahme
Im gynäkologischen Alltag kommen regelmäßig Diagnosen und Ereignisse zur Sprache, die bei Patientinnen krisenhafte Belastungsreaktionen auslösen können. Daher empfiehlt Dr. Almut Dorn (Hamburg) Frauenärztinnen und Frauenärzten eine sorgsame Schulung im Umgang mit psychischen Krisen. "Meist sind diese sogenannten ´Anpassungsstörungen und Reaktionen auf schwere Belastungen´ vorübergehende Prozesse mit unterschiedlichen Symptomen," beschreibt die Psychotherapeutin in ihrem Beitrag zum aktuellen Reader "Psychologie in der Gynäkologie".