Case Management im Gesundheits- und Sozialsystem: Persönliche Beziehung ist die Grundlage
Je differenzierter soziale und medizinische Hilfesysteme werden, desto mehr steigen die Anforderungen an Case Manager, Patientenlotsen, Betreuer und andere Koordinatoren. Prof. Dr. Gisela Steins und KollegInnen beschreiben spezifische kritische Aufgabenstellungen anhand von Beispielen aus der Beschäftigungsförderung, der Suchthilfe, der Kinder- und Jugendhilfe, der Patientenberatung (Krebs, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörungen, Borderline-Persönlichkeitsstörung). Die AutorInnen berichten - wissenschaftlich und kritisch reflektiert - aus ihren jeweiligen eigenen Arbeitsfeldern.
Der Psychosozial-Verlag feiert in diesem Jahr 30-jähriges Bestehen. Unser Programm ist in den letzten Jahren stetig gewachsen – das klare Ziel, einen Beitrag zur psychosozialen Versorgung und psychischer Gesundheit zu leisten, ist geblieben. 1993 von Hans-Jürgen Wirth gegründet, führte dieser den Verlag bis 2018 gemeinsam mit seiner Frau Trin Haland-Wirth.
Kunsttherapie: Gestaltung und Betrachtung des Vorbewussten
In seinem neuen Fachbuch "Bild - als Quantentheorie" analysiert Karl-Heinz Menzen physikalisch-philosophische Hintergründe der Kunsttherapie. Er beschreibt, wie griechische Philosophen der Antike Analogien zur aktuellen Quantentheorie überraschend treffsicher vorausgedacht haben. Mit Anna Freud folgert er als kunsttherapeutische Aufgabe die "Transformation der psychisch sich ins Bewusstsein einspielenden Konstellationen".
Psychologie des prähistorischen Menschen: Sozialverhalten, Handlungsintelligenz, Abstraktionsvermögen, künstlerische Kreativität
Wir unterscheiden uns von Steinzeit-Menschen nur wenig. Der neue Reader "Paläopsychologie" liefert erstmals anhand archäologischer Befunde psychologisch-wissenschaftliche Analysen des prähistorischen Menschen. Sein archaisches Denken war bereits zur Abstraktion fähig und erfüllte v.a. zwei Funktionen: Es interpretierte zum einen Unerkanntes, Neues, Nicht-Gewusstes in seiner Ähnlichkeit oder in Analogie zu Bekanntem. Zum anderen identifizierte es das Selbst mit der eigenen Gruppe.
Wie reagieren Männer auf Witze, die sich über sie lustig machen? Das haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Würzburg und Kaiserslautern-Landau untersucht. Das Ergebnis hat auch sie überrascht.
Deviante Sexualstraftäter bleiben meist auch im Alter rückfallgefährdet
Forensische Psychiatrie: Mit zunehmendem Alter nimmt kriminelles, gewalttätiges Verhalten ab, Straftäter werden seltener rückfällig. Im Gegensatz dazu sinkt bei Sexualverbrechern das Rückfallrisiko kaum, berichten Reinhard Eher, Stefan Domany und Kathrin Gaunersdorfer in der Fachzeitschrift Forensische Psychiatrie und Psychotherapie.
Chronische Depression: Die hilflose Isolation durchbrechen mit CBASP
Zur ambulanten oder stationären Behandlung chronischer Depressionen setzt sich mehr und mehr ein integratives Therapiemodell durch: das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP). Prof. Dr. Matthias Backenstraß und KollegInnen bieten in einer Themenausgabe der Fachzeitschrift "Verhaltenstherapie + Verhaltensmedizin" einen Überblick für die Praxis.
Kreuzschiffahrt: Umweltschäden im Meer, reichlich Alkohol an Bord und Angst unter Deck
Nach der Corona-Pause sind Kreuzfahrten wieder der Hit - ohne Rücksicht auf Gesundheitsrisiken. Der Naturschutzbund Deutschland moniert, dass noch immer viele Kähne mit Schweröl das Meer verseuchen. Exzessiven Drogen- und Alkoholkonsum an Bord kritisieren Dr. Paul Brieler, Wolfgang Gregor und andere Verkehrsexperten in einer Dokumentation. Riskante Glücksspiele von Passagieren gehören ebenso zum Geschäftsmodell wie die Dumpinglöhne des meist asiatischen Unterdeck-Personals.
Das Smartphone senkt Konzentration und kognitive Leistungsfähigkeit
Unterhaltungsangebote, Informationen, soziale Kontakte – und das alles im Hosentaschenformat: Das Smartphone ist längst zentraler – ja elementarer – Bestandteil unseres Alltags. Wir schreiben E-Mails, geben Bestellungen auf, hören Musik. Aber: Das Handy lenkt uns ab. Und zwar selbst dann, wenn es ausgeschaltet auf dem Tisch liegt. „Die Entwicklung hin zu einer fortwährenden Präsenz des Smartphones hat negative Konsequenzen für die Aufmerksamkeit“, sagt Prof. Dr. Sven Lindberg, Leiter der Klinischen Entwicklungspsychologie an der Universität Paderborn. Der Wissenschaftler hat eine Studie zum Einfluss des Smartphones auf kognitive Fähigkeiten durchgeführt. Die Ergebnisse wurden jetzt im renommierten Nature-Journal „Scientific Reports“ veröffentlicht.