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Dopamin hilft auch beim Rechnen auf die Sprünge

Der im Volksmund als "Glückshormon" bezeichnete Botenstoff Dopamin ist nicht nur für Motivation und Motorik des Menschen wichtig, sondern kann Nervenzellen offenbar auch bei anspruchsvollen kognitiven Aufgaben positiv beeinflussen. Torben Ott, Simon Jacob und Professor Andreas Nieder vom Institut für Neurobiologie der Universität Tübingen konnten nun erstmals zeigen, welchen Einfluss Dopamin auf Gehirnzellen während der Verarbeitung von Regeln hat. Die Studie wurde am Donnerstag, 4. Dezember, in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Neuron vorab veröffentlicht. DOI: dx.doi.org/10.1016/j.neuron.2014.11.012

Singen wie die Drossel

Vogelgesang und menschliche Musik folgen gemeinsamen Prinzipien - das behauptet ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in einer aktuellen Studie, an der auch der Neuropsychologe Dr. Dominik Endres von der Philipps-Universität beteiligt ist. Kulturelle Verhaltensweisen sind demnach zumindest teilweise biologisch vorgegeben, folgern die Autoren aus ihren Ergebnissen, die in der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences, USA" (PNAS) erschienen sind.

Traumatisierte Kriegsopfer: psychiatrisch-psychotherapeutische Hilfsangebote ausbauen

Die in diesem Jahr ausgebrochenen Kriege haben schon unzählige Opfer gefordert. Zu den körperlichen Verletzungen kommen schwere psychische Wunden, die ganze Volksgruppen, Völker und Landstriche betreffen und deren verheerenden Auswirkungen über Jahrzehnte hinweg anhalten. Betroffen sind auch Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen und Bundeswehr, insbesondere dann, wenn sie vor Ort Unterstützung und Schutz bieten. Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) stellen heute in Berlin Traumaexperten neue Wege vor, welche die Versorgung der Betroffenen verbessern können.

Reformen in der ambulanten Versorgung psychisch erkrankter Menschen dringend notwendig

Menschen mit psychischen Erkrankungen müssen nicht nur zu lange auf eine fachgerechte Versorgung warten. Oft finden schwer und chronisch Erkrankte nur mit großer Mühe einen Behandlungsplatz, in manchen Fällen auch gar nicht. Grund dafür ist zu einem großen Teil die mangelnde Vernetzung der Versorgungsangebote. Die DGPPN hat deshalb heute auf ihrem Jahreskongress in Berlin die Selbstverwaltung zu umfassenden Reformen aufgefordert und neue Versorgungsansätze vorgestellt.

Eigeninitiative allein läuft ins Leere

Wer sich als "Macher" bewähren will, muss nicht nur zupackend sein und proaktives Handeln unter Beweis stellen, sondern auch sozialen Scharfsinn und Gespür für günstige Gelegenheiten. Wer allein auf Eigeninitiative setzt, steht dagegen schnell als isolierter Störenfried da. Das haben Psychologen der Universität Bonn mit ihren Kollegen von der Florida State University (USA) durch Befragung verschiedenster Berufsgruppen herausgefunden. Die Ergebnisse sind online vorab im renommierten "Journal of Management" veröffentlicht. Die Druckfassung erscheint demnächst, außerdem ist ein Beitrag in "Wirtschaftspsychologie aktuell" vorgesehen.

Umfassende aktuelle Studie zum Sterben in Einrichtungen der stationären Pflege offenbart erhebliche Mängel

Obwohl statistisch ungefähr jeder dritte Bundesbürger in einem Pflegeheim verstirbt, wurde im zurückliegenden Jahr erstmals eine Studie zur dort erreichten Versorgungsqualität durchgeführt. Über 2.600 Mitarbeiter/innen aus annähernd 500 Pflegeeinrichtungen aller Bundesländer haben sich an der zu diesem Zweck durchgeführten Befragung beteiligt. Zusammengefasst entsteht ein düsteres Bild der Situation der Betreuung Sterbender, auch wenn einzelne Einrichtungen auf einem guten Weg sind.

Report Psychologie: Psychologen leisten Beiträge zur Sterbe- und Trauerbebegleitung

Begleitung sterbender Menschen, ihrer Angehörigen und ihrer Helfer kann eine wertvolle Aufgabe von PsychologInnen sein - nicht im Wettbewerb, sondern als Ergänzung zu anderen Professionen. Gerlinde Dingerkus und Konrad Hoch, Klinische Psychologen, berichten in Report Psychologie über ihre Erfahrungen in der Sterbe- und Trauerbegleitung.

Schulpsychologie: Strafen lösen Reaktanz aus und können Störungen aufwerten

Lehrerinnen und Lehrer reagieren auf Unterrichtsstörungen meist mit Schimpfen oder Strafen. Dies führt tendenziell dazu, dass der Widerstand wächst. "Harte Strafmaßnahmen, die darauf abzielen, ein Exempel zu statuieren und die Lehrerautorität zu unterstreichen, können zum Gegenteil dessen führen, was beabsichtigt war. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden solche Maßnahmen bei Schülern sogar die Aufwertung des sanktionierten Verhaltens auslösen," warnt Profesorin Dr. Gisela Steins (Essen) in ihrem neuen Lehrbuch "Sozialpsychologie des Schulalltags".

Psychisch krank durch Dauerstress

Die Suche nach den Ursachen psychischer Erkrankungen beschäftigt die Forschung seit Langem. Verschiedene Hypothesen wurden dazu aufgestellt, in den 1960er-Jahren zum Beispiel ging man von einer Störung der Gehirnchemie aus. Geraten Botenstoffe aus dem Gleichgewicht? Spielen Hormone die Hauptrolle? Später entdeckte man die sogenannte Neuroplastizität, die Anpassungsfähigkeit des Gehirns. Kontaktstellen zwischen Nervenzellen, die Synapsen, können sich neu bilden, aber auch verschwinden, Nervenzellen kommen hinzu oder sterben ab. Solche Prozesse laufen beim Lernen und Trainieren ab und sind völlig normal. Sie sind aber auch bei psychischen Erkrankungen von Bedeutung. Und es zeigte sich: Therapien können diese Prozesse nachweislich beeinflussen.

Pädophilie ist behandelbar: Traumatherapie, Verhaltenstherapie, Gesprächspsychotherapie

Kindesmissbrauch geschieht meist innerhalb der Familien. Nur selten sind Pädophile die Täter. Den meisten Pädophilen gelingt es, sich mit ihren sexuellen Neigungen zurückzuhalten. Eine Therapie kann die Betroffenen dabei wesentlich unterstützen, obwohl Pädophilie keine psychische Krankheit ist. Details berichtet PD Dr. Kurt Seikowski in dem Reader "Macht, Familie, Gewalt".




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