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Kinder, die nicht akzeptiert wurden, verfallen häufig in depressive Persönlichkeitsstörungen

Die depressive Persönlichkeitsstörung wurde bereits im griechischen Altertum beschrieben - allerdings nicht vollständig als Krankheit gesehen. "Aristoteles fand, dass alle Menschen, die in der Philosophie, Politik, Poesie oder Kunst herausragende Leistungen vollbringen, eine melancholische Persönlichkeit haben." Als Ursache der Störung wird in der aktuellen Psychotherapie-Forschung "ein interpersonaler, bedeutsamer Verlust in einem frühen Alter angenommen", berichten Daniela Victor und Christoph Mundt.

Geldspielautomaten: Öffentliche Hand und Betreiber gewinnen immer mehr

Geld- und Gewinnspiele bedeuten für Abhängigkeitskranke und ihre Angehörigen den Ruin, für die öffentlichen Kassen in Deutschland jedoch ein zunehmend profitables Geschäft: 1,3 Milliarden Euro Jahreseinnahmen stehen weniger als 300 Millionen Euro Kosten gegenüber, berichten Professor Dr. Dr. Franz Peren und Kollegen (Bonn) in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Rausch".

Forensische Psychiatrie und Psychotherapie: Ausländer sind nicht krimineller als Inländer

Immer mehr Migranten unterschiedlichster Herkunft werden in der forensischen Psychiatrie und Psychotherapie behandelt. Damit wachsen Komplexität und Risiken in der Stationsarbeit. Erstmals hat eine forensische Klinik (München-Ost) in einem umfassenden Buch konkret offengelegt, wie sie interkulturellen Spannungen begegnet und multikulturelle Integrationsnmöglichkeiten wahrnimmt. Chefarzt Dr. Herbert Steinböck räumt bereits initial ein Missverständnis zur Seite: "Ausländer sind nicht krimineller als Inländer. Migranten sehen sich jedoch einem höheren soziokulturellen Druck ausgesetzt."

SOEP-Studie: Arbeitslosigkeit schmerzt auch wenn viele Menschen in einer Region betroffen sind

Arbeitslosigkeit schmerzt. Wer seinen Job verliert, leidet mehr als doppelt so stark wie ein Mensch, der seinen Partner verliert - und zwar unabhängig davon, ob viele oder wenige Menschen in der näheren Umgebung arbeitslos sind. Das ist das zentrale Ergebnis einer jetzt in der renommierten Fachzeitschrift European Sociological Review online veröffentlichten Studie auf der Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und des Swiss Household Panel.

Strategien zur Förderung des Unglücks: Haben beruhigt

Tatkräftig und unermüdlich schmieden Menschen an ihrem Unglück. Wer dazu noch ergänzender Anregungen bedarf, schlage im neusten Ratgeber des Psychotherapeuten Dr. Reinhold Aßfalg nach: "Über das Glück ... Neun Strategien zur Förderung des Unglücks". Beispiel: "Das Prinzip des Sammelns besteht darin, das zu sammeln, was man nicht braucht. Weil wir in Wirklichkeit so vieles nicht brauchen, darf es nicht verwundern, dass es unzählige Dinge gibt, die sich dazu eignen, gesammelt zu werden."

Playfulness relates primarily to a high expectation of intrinsic and a low expectation of extrinsic goals

"The prototypic playful adult can be described as being extraverted, low in conscientiousness, open, gelotophilic, agreeable, following intrinsic life goals with extrinsic goals being of low importance, an endorsement of pleasurable and engaged life, and having both a high self-perception of the own ability to be genuine with also a trend towards greater psychometrically measured ingenuity," Dr. Rene Proyer (Zürich) found in his study "Playfulness in Adults", published in Psychological Test and Assessment Modeling.

Spitzenkongress der Psychologie kommt nach Bielefeld

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) wird vom 23. bis 27. September erstmals in der Universität Bielefeld ausgerichtet. Der Kongress der DGPs gilt als die bedeutendste und größte Konferenz für psychologische Forschung in Deutschland. Knapp 2.500 Psychologinnen und Psychologen nehmen daran teil. Unter dem Motto "Faszination Forschung" präsentiert der 48. Kongress Spitzenforschung aus allen Feldern der Psychologie und angrenzende Disziplinen. Die Spannbreite der Vorträge und Workshops reicht von der klassischen psychischen Gesundheit über die Frage, wie wir zu den Menschen werden, die wir sind, bis hin zur Frage, auf welchen Grundlagen wir tagtäglich unsere Entscheidungen treffen. Die Veranstalter laden alle Interessierten zu zwei öffentlichen Vorträgen ein, die von hochrangigen Experten gehalten werden.

Forschung über ein flüchtiges Phänomen: Glück

Ein neuer Versuch, eine alte Erkenntnis zu reflektieren: "Kann der Mensch in der Zeit glücklich werden?" Jörg Zirfas, Professor für ästhetische Bildung, antwortet: "Dagegen spricht, dass Glück auf Dauer nicht glücklich macht. In der Gewöhnung an das Glück als Zufall, Lust etc. verblasst dieses zur Normalität des gelebten Lebens. Und zudem scheint es Glück nur in der Vergangenheit oder der Zukunft zu geben. Der Mensch kann sein Glück nur nachträglich oder hoffend genießen, denn der rechte Augenblick verweilt nie und ist immer schon vorbei oder aber noch nicht eingetreten ..." Zirfas und Kollegen reflektieren in "Psychologie und Gesellschaftskritik" ein Thema, das nicht zu be-greifen ist - "zum Glück".

11. September: Neue Erkenntnisse zu den indirekten Schäden des Terrorismus

Viele US-Amerikaner sind nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 aus Angst vor dem Fliegen auf das Auto umgestiegen und dabei tödlich verunglückt. Doch warum geschah dies in manchen Bundesstaaten mehr als in anderen? Und warum haben die Spanier nach den Zuganschlägen in Madrid im Jahr 2004 ihr Fahrverhalten nicht ebenso verändert? Wolfgang Gaissmaier und Gerd Gigerenzer vom Berliner Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung präsentieren dazu neue Erkenntnisse in der Fachzeitschrift Psychological Science.

Riskanter Alkoholkonsum: Kurzintervention kann Suchtentwicklung verhindern

Riskanter Alkoholkonsum hat häufig (noch) nicht den Grad der Abhängigkeit erreicht. In diesen Fällen kann es genügen, die Betroffenen zu einer Veränderung des Alkoholkonsums zu motivieren bzw. zu befähigen. In diese Richtung zielt der Behandlungsansatz von Dr. Johannes Lindenmeyer: Weder völlige Alkoholabstinenz, noch eine bestimmte Trinkmenge wird als Therapieziel vorgeschrieben; mit dem Betroffenen wird lediglich festgelegt, in welchen Situationen er künftig auf Alkohol verzichten oder weiterhin trinken will. "Im Sinn einer Schadensbegrenzung wird hierbei jeder Schritt in die richtige Richtung als Behandlungsfortschritt verstanden," formuliert Lindenmeyer in seinem Behandlungsmanual "Der springende Punkt - Stationäre Kurzintervention bei Alkoholmissbrauch."

Architekturpsychologie für Kindertagesstätten: Einflüsse auf die sozio-emotionale, kognitive und motorische Entwicklung der Kinder

Architekten lieben eindrucksvolles, elegantes Design; Ästhetik führt oft zu kalter Pracht: etwa gläserne Büropaläste, in denen sich die Beschäftigten unwohl und beobachtet fühlen. Wie kann eine wirklich nutzerfreundliche Architektur aussehen? Diesen Fragenkomplex untersucht die Psychologin PD Dr. Rotraut Walden (Universität Koblenz); für Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen, Bürogebäude und Krankenhäuser hat sie - immer von den Bedürfnissen der Nutzer ausgehend - Analysen vorgelegt.

Sozialpsychologie: die komplexe Lebenswelt thematisieren und gesellschaftlich wirksam werden

Lebenszufriedenheit und Glück sind nicht das Ergebnis des Bruttosozialprodukts. Dennoch haben sich bevorzugt die Wirtschaftswissenschaften des Themas angenommen. "Da es sich hier primär um Wahrnehmen und Erleben der Bürger handelt, wäre zu erwarten, dass die Psychologie eine Vorreiterrolle auf diesem Forschungsfeld spielt. Dem ist allerdings nicht so. Gerade die angewandte Sozialpsychologie hat die Lebenswelt der Bürger als Forschungsgegenstand aus dem Blick verloren," kritisiert Professor Dr. Erich H. Witte (Universität Hamburg) in seinem aktuellen Reader "Sozialpsychologie, Psychotherapie und Gesundheit".




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