Als der Neuland-Verlag aufgelöst wurde, drohte der Exitus seiner zwei Jahre jungen Zeitschrift "Rausch". Inzwischen erscheint sie relauncht und fusioniert mit der traditionsreichen "Wiener Zeitschrift für Suchttherapie" (Pabst Science Publishers). "Die Paarung - so inkompatibel sie auf den ersten Blick erscheinen mag - ist schlüssig: Beide Journale sind einem biopsychosozialen Fokus verpflichtet - und unabhängig," kommentiert Verleger Wolfgang Pabst.
Erweiterung zum Gesetz nach Murphy: Eine Null kann ein Problem verzehnfachen
"Die Summe der Intelligenz auf der Erde bleibt konstant, nur die Bevölkerungszahl wächst", eruierte David Wechsler. Howard Gardner münzte es in eine Empfehlung um: "Unterstellen Sie keine Verschwörung, wenn Dummheit als Erklärung ausreicht." Daran anknüpfend identifiziert Dr. Dieter Schmelzer (Nürnberg) Murphys Gesetz als Grundprinzip der Psychologie. Er legt seine Studie in der Festschrift für Prof. Dr. Hans Reinecker (Bamberg) vor.
Rituelle Gewalt: Pervertierte Sekten programmieren ihre Opfer zu Tätern
Die Aufklärungsquote bei ritueller Gewalt ist konstant minimal. Angehörige betroffener Pseudosekten programmieren ihre Kinder von Anfang an. Erfolgreich wird die langjährige Manipulation "durch Lernprozesse in der Ideologie der Gruppe, verschiedene Schritte im Aufstieg in der Hierarchie, gezielte soziale Isolation gegenüber der Gesellschaft, Fehlinformationen zur Gesellschaft und gruppeninterne gegenseitige Kontrollen," berichtet Claudia Fliß (Bremen) in ihrem "Handbuch Rituelle Gewalt". Die Diplompsychologin betreut ehemalige Opfer ritueller Gewalt.
Geld in Paarbeziehungen - Finanzen sind ein konfliktträchtiges Thema zwischen Mann und Frau
Wenn sich Männer und Frauen in Paarbeziehungen über Geld streiten, hängt dies meist damit zusammen, dass sie sich unbewusst mit den monetären Konflikten in ihren Herkunftsfamilien auseinandersetzen. "Der Geldstil, den sie in ihrer Beziehung zu realisieren suchen, wird in ihrer lebensgeschichtlichen Vergangenheit vorbereitet. In dieser Zeit kommt es zu Identifikationen und Gegenidentifikationen mit den Geldbotschaften, die ihnen ihre Eltern und andere signifikante Bezugspersonen vermittelt haben", konstatiert der Frankfurter Sozialpsychologe Prof. Dr. Dr. Rolf Haubl in seinem Beitrag in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazin Forschung Frankfurt.
Psychologie der Führung: Ein erfolgreicher Chef benötigt kein Statussymbol
Führungskräfte unterliegen häufig einem irrigen Rollen- und Selbstverständnis. Ebenso häufig begegnen sie ebenso irrigen Erwartungen aus ihrer Umwelt. Hier entsteht ein heimliches Drehbuch der Führung - oft eine Kette von Missverständnissen - mit evtl. verhängnisvollen Folgen. Dr. Felix Frei, Diplompsychologe und Consultant in Zürich, nennt in seinen "Führungsbriefen" die häufigsten Missverständnisse.
Jürgen Margraf ist neuer Präsident der DGPs: Psychologenverband wählt Forscher der Ruhr-Universität
Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V. (DGPs) hat am 26. September 2012 den Bochumer Wissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Margraf zu ihrem neuen Präsidenten und Nachfolger von Prof. Dr. Peter A. Frensch gewählt. Neue Vizepräsidentin wurde Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm (Universität Erlangen-Nürnberg). Als zweiter Vizepräsident wurde Prof. Dr. Gerhard Stemmler (Philipps-Universität Marburg) im Amt bestätigt.
Suchttherapie: Glücksspiel-Industrie nutzt kognitive Verzerrungen der Spieler
Casinos und andere Betreiber von Glücksspielen unterstützen ihre Kunden möglichst hochfrequent in allen Bereichen des magischen Denkens und der kognitiven Verzerrungen. Dies sichert das finanzielle Glück der Betreiber. Deren psychologisch ausgeklügelte Tricks beschreibt der Ex-Croupier und Suchttherapeut Dr. Anton Kampusch (Anton Proksch Institut Wien) in der Fachzeitschrift "Rausch - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie".
Bewerbungsgespräche: häufig Suggestionen, Verzerrungen, Verwechslungen
Personaler führen ihre Bewerbergespräche häufig mangelhaft, kritisiert Professor Dr. Karl Westhoff (Technische Universität Dresden). Beispiel: Viele Interviewer wollen ihre Gesprächspartner schnell auf den Punkt kommen lassen und stellen daher Suggestivfragen. Dieses Risiko "wird vielfach unterschätzt, da die Suggestion so subtil sein kann, dass der Fragende sie selbst nicht bemerkt, der Interviewte aber sehr wohl darauf reagiert." In seinem Handbuch "Das Entscheidungsorientierte Gespräch" beschreibt der Diagnostik-Spezialist konkret und en detail die optimale Führung eines professionellen Eignungsinterviews. Der Band wird heute auf der Messe Personal in Köln vorgestellt.
Teamqualität steigern: Organisationspsychologische Messverfahren stehen teilweise gratis zur Verfügung
Teamleistung und Kommunikation werden häufig beanstandet; bei der Bewertung und Behandlung der Problematik wird jedoch meist mit laienhaften Maßnahmen reagiert, obwohl wissenschaftlich fundierte Diagnoseinstrumente zur Verfügung stehen. In vielen Fällen werden die organisationspsychologischen Tests von ihren Machern kontinuierlich fortentwickelt und stehen den Nutzern unentgeltlich zur Verfügung. Werner Sarges und Kollegen haben die insgesamt 39 interessantesten Tools zusammengestellt: Das Handbuch wirtschaftspsychologischer Testverfahren, Band II., Organisationspsychologische Instrumente, wird heute während der internationalen Messe Personal in Köln präsentiert.
Testverfahren in der Wirtschaftspsychologie: Geeignete Spitzenmanager erkennen, ungeeignete ausschließen
Arbeitszeugnisse verlieren immer mehr an Aussagekraft und Verlässlichkeit. Damit steigt die Notwendigkeit, BewerberInnen seriös zu testen. Die Wirtschaftssychologen Prof. Dr. Werner Sarges (Hamburg) und Prof. Dr. Heinrich Wottawa (Bochum) stellen in ihrem "Handbuch wirtschaftspsychologischer Testverfahren I." die 140 geeigneten Tests detailliert vor. Das Handbuch wird heute während der Messe Personal in Köln vorgestellt.
Wirtschaftspsychologie: Beschäftigte sollen den Zeitbedarf selbst errechnen
Wie lassen sich Personalbemessung und Zeitbedarf bei Humandienstleistungen adäquat berechnen? Der führende Wirtschaftspsychologe Professor Dr. Winfried Hacker (Dresden) schlägt eine partizipative Planung der Beteiligten vor und rät von der Einschaltung fremder Arbeitswirtschaftler ab. Letzteren sind beispielsweise für die Altenpflege unrealistische Zeitvorgaben zu verdanken: Entsorgen von Ausscheidungen bzw. Inkontinenzartikeln in zwei Minuten, An- und Ablegen von Prothesen in vier Minuten. In seiner Monografie "Arbeitsgegenstand Mensch" analysiert Hacker moderne Humandienstleistungen. Das Buch wird morgen während der Messe Personal in Köln vorgestellt.
Schizophrenie: Chancen der Frühintervention bisher meist ungenutzt
"Es ist an der Zeit, Primärprävention auf die psychische Gesundheit anzuwenden und ihre Modelle in die psychologische Medizin, vorrangig in die Psychiatrie, zu integrieren," fordert Professor Dr. Wielant Machleidt (Hannover). Er hofft auf eine "neue Generation von Sozialpsychiatern mit neuen Ideen und Querdenker-Qualitäten, die diesen Pioniergeist in die Psychiatrie einbringen."