Etwa jeder achte Autofahrer ist durch eine Nebentätigkeit abgelenkt: viel telefonieren, wenig trinken
Viele Autofahrer neigen zu Multitasking. In einer Studie beobachteten Psychologen insgesamt fast 12.000 Fahrer und sahen, dass 8,4 Prozent telefonieren. Mark Vollrath und Kollegen (Braunschweig) berichten über ihre Ergebnisse im Abstractband zum Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie 2016.
Wirtschaftspsychologie: Mit Paranoia an die Spitze
Wirtschaftspsychologie: Paranoia fördert den beruflichen Aufstieg. Das ist das Ergebnis einer Studie von Dr. Niels Van Quaquebeke, Professor an der Kühne Logistics University (KLU) in Hamburg. Dass hohe Misstrauen anderen gegenüber und die damit einhergehende ständige Aufmerksamkeit auf potentiell unvorteilhafte Situationen helfen paranoiden Menschen, in Unternehmen nach oben zu kommen.
Hirnforschung mit Kino: Was macht das Hirn in Alltagssituationen? Open Minds mit Open Science
Michael Hanke von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Jörg Stadler vom LIN Magdeburg haben sich der Idee von "Open Science" verschrieben. Statt wie viele andere Wissenschaftler ihre aufwändig und teuer erhobenen Forschungsdaten unter Verschluss zu halten und allein auszuwerten, beleben sie mit ihrem weltweit einzigartigen Hirn-Datensatz für Alltagskognition, dem "studyforrest-Projekt", die internationale Hirnforschung.
Wirtschaftspsychologie: In Großraumbüros mehr Stress und weniger Leistung
Großraumbüros verstärken die Zahl psychosozialer Stressoren. Die Schädigung von Gesundheit und Arbeitsleistung ist deutlich wirkungsvoller als Vorteile einer gelegentlich besseren Kommunikation. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von PD Dr. Britta Herbig und Kolleginnen (München) - veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe der unabhängigen Fachzeitschrift Wirtschaftspsychologie.
Seelisch Kranke mit Intelligenzminderung werden selten therapiert
Fast eine Million Menschen mit Intelligenzminderung in Deutschland sind seelisch krank. Sie werden zum großen Teil weder psychiatrisch, noch psychotherapeutisch adäquat diagnostiziert und behandelt, kritisiert Dr. Knut Hoffmann, stellvertretender Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Bochum (RUB). Seine Analyse erschien in dem aktuellen Fachbuch "Ethische Entscheidungssituationen in Psychiatrie und Psychotherapie".
Lange Zeit galt die mathematische Modellierung sozialer Systeme und Dynamiken als Science Fiction. Doch menschliches Verhalten berechnen und damit beeinflussen zu können, ist auf dem besten Weg Realität zu werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) entwickeln gerade die passenden Werkzeuge dafür. Mit ihnen lassen sich Szenarien berechnen, um die Sicherheit bei Großveranstaltungen zu erhöhen oder Evakuierungen effizienter zu gestalten.
Ungewissheit, die krank macht: Gesundheitliche Folgen von Arbeitsunsicherheit
Wer seinen Arbeitsplatz als unsicher empfindet oder von unfreiwilliger Umgestaltung bedroht sieht, kann darunter leiden wie unter einer körperlichen Krankheit. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) hin. Eine Studie des Helmholtz Zentrums zeigte: Der Stressfaktor Arbeitsunsicherheit kann für die Betroffenen offenbar auch langfristige Folgen haben; Arbeitnehmer, die in mittleren Lebensjahren mit Arbeitsunsicherheit konfrontiert waren, schätzten ihr eigenes Wohlbefinden auch noch rund 20 Jahre später als deutlich geringer ein.
Klärungsorientierte Psychotherapie: Wie sich Behandlungsmotivation entwickeln lässt
Zu Beginn einer Psychotherapie können Klienten nur selten und nur annäherungsweise wirklich relevante Behandlungsziele angeben. Die Behandlungsmotivation ist anfänglich oft uneindeutig. Daher sollten Therapeut und Klient gemeinsam im Lauf der Behandlung aktiv an der Entwicklung und Klärung realistischer kurz- und langfristiger Ziele arbeiten, empfiehlt Professor Dr. Rainer Sachse (Bochum) in seinem Reader "Klärungsorientierte Psychotherapie in der Praxis I".
Die Technik macht es heute möglich, praktisch alles zu speichern. Aber nicht alles ist nützlich - im Gegenteil: Es gilt, die Wissensverarbeitung auf relevantes Wissen zu fokussieren. Andersherum bedeutet das, Irrelevantes zu vergessen. Dieser Prozess steht im Mittelpunkt des neuen Schwerpunktprogramms 1921 "Intentional Forgetting in Organisationen", das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert. Es wird koordiniert von Prof. Dr. Annette Kluge vom Lehrstuhl für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie der Fakultät für Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Am 10. November 2016 findet ein Auftaktworkshop statt.
Suchtmittel haben für Frauen und Männer oft unterschiedliche Funktionen. Daher bietet eine geschlechtsspezifische Suchtbehandlung bessere Behandlungsergebnisse. Dies ist zwar Konsens in der Fachwelt, jedoch noch immer nicht gängige Praxis. Experten bieten in einem neuen Handbuch einen detaillierten Überblick über das differenzierte Problemfeld: "Geschlecht und Sucht - Wie gendersensible Suchtarbeit gelingen kann".
Wie Senioren Dank Assistenztechnik unabhängig und vernetzt bleiben können
Senioren wollen auch bei zunehmenden Einschränkungen möglichst unabhängig und gut vernetzt bleiben. Spezielle technische Hilfen können dies emöglichen. Ihre bedarfsgerechte Entwicklung und der spätere Einsatz sind nur in engem Dialog zwischen verschiedenen Professionen und Anwendern möglich. Wie kann diese Kommunikation zwischen Ungleichen auf gleicher Augenhöhe gelingen? Professorin Dr. Cornelia Kricheldorff und Dr. Lucia Tonello (Katholische Hochschule Freiburg/Breisgau) haben dazu ein anspruchsvolles, realistisches Dialoginstrumentarium entwickelt und aktuell als Taschenbuch publiziert.
Postgraduales Masterstudium als Königsweg einer Persönlichkeitsentwicklung
Nach Jahren erfolgreicher Praxis kann beim Zahnmediziner der Wunsch nach einer Weiterentwicklung entstehen. Ein postgraduales Masterstudium bietet dazu den Königsweg. Dr. Dr. Simone Ulbricht hat Betroffene in einer qualitativen Studie interviewt und stellte fest: Auch wenn Fachwissen und praktische Fähigkeiten im Fokus stehen, dominiert meist der Wert einer deutlich spürbaren Persönlichkeitsentwicklung. Sicherheit und Reputation wachsen. Die Untersuchung erschien unter dem Titel "Wirksamkeit postgradualer Weiterbildung im Sinne reflexiver professioneller Entwicklung".