Reichliches Anwendungspotenzial der Positiven Psychologie in Unternehmen
Die Positive Psychologie intendiert die Förderung von Wohlbefinden, Zufriedenheit, Motivation und Leistungsfähigkeit. Die Disziplin der Positiven Psychologie stützt sich auf fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse, um gezielte Interventionen für den Arbeitskontext zu entwickeln. Saskia Pilger, Hannah Möltner und KollegInnen stellen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift ´Wirtschaftspsychologie´ die Evaluation erfolgreicher Interventionen vor.
Verhaltenstherapie plus Hirnstimulation erfolgreich bei Internet-Sucht
Eine Kombination aus repetitiver transkranieller Magnetstimulation (rTMS) und kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) ergab in einer Studie "die größten Effekte bei der Behandlung von Internet-Sucht," berichtet das Jahrbuch Sucht 2025. Unmittelbar darauf folgen "Kombinationstherapien mit Psychopharmaka, rTMS allein sowie Elektroakupunktur in Verbindung mit Kognitiver Verhaltenstherapie, die in dieser Reihenfolge die größten Effektstärken aufweisen konnten.
Psychiatrische Begutachtung: Ein einsichtsfähiger Patient darf nicht zwangsbehandelt werden
Jährlich werden in Deutschland fast 150.000 Menschen in eine psychiatrische Klinik zwangseingewiesen. Dies ist nach aktueller Rechtsprechung nur dann zulässig, wenn der/die Betroffene "nicht einsichts- und steuerungsfähig ist. Die Behandlung gegen den Willen eines einwilligungsfähigen Patienten ist schlechthin verfassungswidrig," warnt Professor Dr. Norbert Nedopil in seinem Standardwerk ´Psychiatrische Begutachtungen im Zivilrecht´.
Ökologische Transformation in der Rehabilitation: ein neuer Mindset der Therapie
Wer ökologisch Rücksicht nimmt, nutzt gleichzeitig der eigenen individuellen Gesundheit - z.B. durch reduzierten Fleischkonsum oder häufigeres Radfahren. Auf die Doppelwirkung setzt die "ökologische Transformation in der Rehabilitation". Dr. Ulrike Worringen und KollegInnen beschreiben das Thema in elf Beiträgen der aktuellen Fachzeitschrift ´Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation´.
Formen der Ironie des Philosophen, der Katze und des Faschisten
Mit Ironie wird zwar das Gegenteil von dem gesagt, was gemeint ist - aber in einer Form, in der das Gegenüber den Widerspruch erkennt. Die Differenz zwischen dem Gesagten und dem Gemeinten gibt letzterem eine besondere Bedeutung. Daniel Sollberger, Erik Boehlke, Ulrich Kobbe et al. reflektieren in ihrem neuen Reader IRONIE diese Besonderheit - bei Texten wie bei Bildern.
Wie jede Behandlung birgt auch die Psychotherapie Risiken und kann unerwünschte Wirkungen erzielen. Ein Autorenteam des Universitätsklinikums Jena gibt im Fachjournal Nature Reviews Psychology einen Überblick zum Stand der Wissenschaft und Empfehlungen für Forschung und klinische Praxis.
Leben ohne Sex: Groß angelegte Studie zeigt Faktoren auf, die Sexlosigkeit bis ins hohe Erwachsenenalter beeinflussen
Wie kommt es, dass manche Menschen selbst im hohen Erwachsenenalter noch nie Sex hatten? Dieser Frage ist ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) in Frankfurt am Main nachgegangen. In der bislang größten Studie zu Menschen ohne sexuelle Erfahrung fanden die Forscher:innen heraus, dass Jungfräulichkeit im höheren Alter auf eine komplexe Mischung aus psychologischen, sozialen und genetischen Faktoren zurückzuführen ist. Die Arbeit wurde kürzlich in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht.
Wer engagiert und konzentriert arbeitet, kann durch ein Flowerleben oder eine Inspiration (Flash) belohnt werden. Professorin Dr. Michaela Brohm-Badry beschreibt und analysiert beide Phänomene in ihrem Fachbuch ´Wie Menschen wachsen - Positiv-Psychologische Entwicklung von Individuum, Organisation und Gesellschaft´.
Die sozial und ökologisch nachhaltige Gestaltung gesellschaftlichen Zusammenlebens ist eine der großen Herausforderungen der Gegenwart. Nicht zuletzt unter dem Einfluss der Wirtschaftslobbies fokussierte die öffentliche Debatte lange Zeit Konsumentscheidungen privater Haushalte und einzelner Personen. Konsequenterweise nimmt die Frage, wie individuelle Verhaltensänderungen im Sinn umweltverträglicher und nachhaltiger Lebensweisen herbeigeführt werden können und welche Rolle dabei persönliche, soziale und rechtliche Normen spielen, breiten Raum in öffentlichen und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen ein.
Verhaltenstherapie: Bei Zwangsstörungen in Liebesbeziehungen erfolgreich
Zwangserkrankte leiden oft unter quälenden Zweifeln an sich selbst, an der Partnerin/am Partner, an der Liebesbeziehung. Der Abgleich mit idealisiert dargestellten Personen und Beziehungen in Medien verschärft die Zweifel zusätzlich. Häufig wird die Störung falsch diagnostiziert. Susanne Fricke und Martin Niebuhr berichten über die Symptomatik der Relationship Obsessive Compulsive Disorder (ROCD) und die Therapiemöglichkeiten (in der Fachzeitschrift ´Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin,´ 4/2024).
Erwerbslosigkeit wird häufig als traumatische Erfahrung erlebt
Im Fokus der Öffentlichkeit stehen gegenwärtig arbeitsscheue Bürgergeld-EmpfängeInnen. Dem stellen Rosmarie Barwinski und KollegInnen Erwerbslose gegenüber, die unter ihrem Ausschluss aus dem Arbeitsleben leiden: Das Fachbuch "Erwerbslosigkeit als traumatische Erfahrung" bietet psychologische Analysen - und Leitlinien für die Beratung bzw. Therapie Betroffener.
84 Prozent der Schulkinder ohne ausreichende Gesundheitskompetenz
Die Gesundheitskompetenz von Schulkindern in Deutschland ist sehr niedrig: 84 Prozent verfügen über keine ausreichende Motivation für gesundheitsbewusstes Verhalten. Betroffene ohne ausreichende Gesundheitskompetenz berichten deutlich häufiger von psychosomatischen Beschwerden, depressiven Symptomen und Einsamkeit. Das zeigt der aktuelle DAK-Präventionsradar, für den das IFT-Nord in Kiel im Schuljahr 2024/2025 mehr als 26.500 Schülerinnen und Schüler in 14 Bundesländern befragt hat.