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Forensische Gutachten: Die Anforderungen steigen um die Komponente "Risikomanagement"

16.08.2021 Gutachten in der Forensik beschränken sich nicht mehr auf die Frage: Mit welcher Wahrscheinlichkeit wird sich der psychisch belastete Delinquent künftig legal verhalten? Inzwischen kommt eine entscheidende Doppelfrage hinzu: Welche Risiken für ein künftiges gesetzwidriges Verhalten sind in Betracht zu ziehen - und wie lassen sie sich minimieren? Aus der Diagnose sollen damit Möglichkeiten der Rückfallprophylaxe abgeleitet werden. Mit dieser Konzeptualisierung legen Norbert Nedopil et al. ihr neues interdisziplinäres Lehrbuch vor - "Prognose: Risikoeinschätzung in forensischer Psychiatrie und Psychologie".

Umweltbewusstsein und Offenheit gegenüber Geflüchteten sind in der Pandemie gestiegen – ebenso psychische Belastungen

03.08.2021 Seit Beginn der Covid-19-Pandemie befinden sich Menschen verstärkt in einem sozialen Dilemma, in dem jeder zwischen eigenen Motiven und den Interessen der Allgemeinheit abwägen muss. Ob dies eher egoistisches oder solidarisches Denken und Handeln fördert, untersuchten nun die Wissenschaftler Dr. Bastian Schiller, Daniel Toensing, Tobias Kleinert und Prof. Dr. Markus Heinrichs vom Institut für Psychologie der Universität Freiburg gemeinsam mit Prof. Dr. Robert Böhm von der Universität Kopenhagen. Dazu werteten sie eine Befragung zu psychischem Befinden, Umweltbewusstsein und Vorurteilen gegenüber Fremden von 140 in Deutschland lebenden Männern aus, vor und während des ersten Lockdown.

"Ehrenmord": Die meisten Täter handeln unter massivem Gruppendruck

10.08.2021 Als die Afghanin Maryam H. (34) ihre beiden Kinder allein in ihrer Wochnung in Berlin-Hellersdorf zurückließ und verschwand, schöpfte ihr Lebensgefährte sofort Verdacht. Die zuständigen Kriminalbeamten bestätigten ihn: "Ehrenmord". Die Brüder Seyed (22) und Sayed H.(25) hatten den westlich freien Lebensstil ihrer Schwester als Verletzung der "Familienehre" gesehen - und wurden verhaftet. Die grausam zugerichtete Leiche wurde exhumiert. Der aktuelle "Ehrenmord" ist spektakulär, doch die meisten Fälle bleiben unentdeckt - etwa indem das Opfer zur Familienfeier in die Türkei eingeladen wird und dort "verschwindet".

Naturphilosophie der Medizin: der immaterielle Aufbau der Welt, die Materie und die Krankheit

05.08.2021 "Selbst in streng wissenschaftlichen Publikationen wird die Frage aufgeworfen, ob in der Welt der materiellen Objekte auch allgemeinere Formen eines Bewusstseins vorhanden sein könnten." Der Arzt und Philosoph Michael Imhof vertieft und konkretisiert die Hypothese in seiner neuen Monografie "Krankheit und Geist - Eine Naturphilosophie der Medizin und des Menschen".

E-Zigaretten und Tabakerhitzer verführen Kinder und Jugendliche zum Nikotinkonsum

05.08.2021 Der Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur globalen Tabakepidemie 2021 konstatiert erhebliche Fortschritte vieler Länder im Kampf gegen den Tabakkonsum. Diese Fortschritte sieht die WHO jedoch durch die Einführung neuer Nikotin- und Tabakerzeugnisse – wie die E-Zigarette – durch die Tabakindustrie gefährdet. Solche Produkte werden in vielen Ländern bislang nicht wirksam reguliert. Amerikanische Studien belegen, dass sich besonders Kinder und Jugendliche von diesen elektronischen Nikotinabgabesystemen angezogen fühlen. Dadurch besteht die Gefahr, dass eine neue Generation nikotinabhängig gemacht wird. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) und die Deutsche Lungenstiftung e. V. (DLS) fordern eine konsequente Regulierung neuer Nikotinprodukte. Dazu gehören ein umfassendes Werbeverbot bereits ab 2022, eine wirksame Besteuerung, ein Nutzungsverbot von E-Zigaretten an allen Orten, an denen Rauchverbote bestehen, und ein Verbot von Aromastoffen, durch die insbesondere Jugendliche an den Nikotinkonsum herangeführt werden. Die DGP setzt sich auch für die Kostenübernahme von Tabakentwöhnungsprogrammen ein....

Wirtschaftspsychologie: Nur wichtige individuelle Aufgaben motivieren in der Teamarbeit

Wirtschaftspsychologie 05.08.2021 Bei Teamarbeit gehen Menschen weniger motiviert an ihre Aufgaben, als wenn sie allein tätig sind – so lautet ein gängiges Vorurteil. Ann-Kathrin Torka, Dr. Jens Mazei und Prof. Joachim Hüffmeier vom Institut für Psychologie der Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bildungsforschung der TU Dortmund kommen mit ihrer Meta-Analyse jedoch zu einem anderen Ergebnis: Es kommt auf die konkrete Gestaltung der Teamarbeit an. Ihre Studie ist jetzt in der Fachzeitschrift Psychological Bulletin erschienen.

Musik stärkt Resilienz in der Coronakrise

02.08.2021 Neben den unmittelbaren Gesundheitsrisiken der Covid-19-Pandemie erzeugen vor allem die damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen eine Vielzahl weiterer Stressfaktoren, die das individuelle und kollektive Wohlergehen beeinträchtigen können. Ein internationales Forschungsprojekt unter Beteiligung des Frankfurter Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik hat nun untersucht, ob der Umgang mit Musik eine wirksame Strategie für die sozio-emotionale Bewältigung eines Lockdowns ist.

Personalauswahl für Führungskräfte: Arbeitsmotive werden oft unterschätzt und mangelhaft diagnostiziert

29.07.2021 Wirtschaftspsychologie: Bei der Personalauswahl wird häufig die Bedeutung der Arbeitsmotive unterschätzt oder ganz vernachlässigt. Vor allem bei der Besetzung von Führungspositionen sind die Motive gegenüber den kognitiven und sozialen Kompetenzen zumindest gleich, oft jedoch stärker zu gewichten, fordert Professor Dr. Werner Sarges in seinem neuen Praxisbuch "Das Biographische Eignungs-Interview".

Sucht: Wie nützlich Sozialarbeit ist und wie sie "bürokratisch" behindert wird

28.07.2021 Suchtkrank, gering qualifiziert, sozial abseits, in Geldnot: Die prekären Bevölkerungsgruppen wachsen. Sozialarbeit wird essentiell. Die starren Grenzen einer Standardrehabilitation müssen grundsätzlich mit einer individuellen sozialen Rehabilitation erweitert werden, um den Kreislauf des Scheiterns zu durchbrechen. Insider berichten authentisch in einem aktuellen Reader, wie dies möglich ist und wie es oft be- oder verhindert wird: "einfach.Leben.Die Gesichter der Sucht".

Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2021: Die deutsche Politik ist industriefreundlich – zulasten der Gesundheit

16.7.2021 Der 8. Alternative Drogen- und Suchtbericht macht die Alkohol-/Tabakkontrollpolitik zum Schwerpunktthema: Deutlich wird, dass Deutschland sowohl in Bezug auf die Alkohol- als auch auf die Tabakkontrollpolitik eine sehr industriefreundliche und wenig gesundheitspolitische Ausrichtung hat. In mehreren Beiträgen wird der hohe Preis erkennbar, den wir dafür zahlen müssen!

Neben den vielen inzwischen errungenen Erfolgen der Harm Reduction in der Drogenhilfe zeigen sich immer wieder Defizite in der Versorgung Drogen konsumierender Menschen in Freiheit und besonders in Haft. Einige Stichworte sind die drohende Versorgungskrise in der Substitutionsbehandlung, das Ansteigen drogenbedingter Todesfälle oder die Versorgung von Patienten mit Cannabis als Medizin.

 

Substanzunterstützte Psychotherapie: Wiederkehr der Psychedelika

Psychedelika bieten die Verheißung des "Paradieses jetzt" und gleichzeitig das Risiko "Apokalypse jetzt". Die Menschen und der kulturelle Rahmen entscheiden darüber, ob psychoaktive Substanzen nutzen oder schaden. Eine hohe therapeutische Wirkung in mehreren Zusammenhängen ist wissenschaftlich belegt. Die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift RAUSCH diskutiert in mehreren Beiträgen das zweischneidige Schwert.

 

Menschenrechte in den Jugoslawien-Nachfolgestaaten: Die kriminellen Traditionen sind teilweise ungebrochen

15.07.2021 Vor 30 Jahren begannen die innerjugoslawischen Kriege - und damit die Auflösung des Vielvölkerstaats. Die aktuelle EU-Präsidentschaft von Slowenien hat die heutige Demokratie- und Menschenrechts-Situation der ehemaligen Teilrepubliken in den Fokus gerückt. Der Democracy Index des New Economist testiert gegenwärtig Slowenien in einer Rangreihenfolge auf Platz 35, Kroatien auf Platz 59 und Serbien auf Platz 66 eine lediglich eingeschränkte Demokratie. Weiter zurück liegen Nord-Macedonia (78), Montenegro (81) und Bosnia-Hercegovina (101) in der Kategorie "Hybridregime". Amnesty International und Human Rights Watch bewerten jüngste Vergangenheit und aktuelle Entwicklung - v.a. in Serbien - noch deutlich ungünstiger. Alle ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken verstoßen beim Umgang mit Flüchtlingen inclusive Sinti und Roma systematisch massiv gegen Menschenrechte.




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