Zwischen drei und sechs Prozent der Schulkinder leiden an einer ausgeprägten Rechenstörung. Und obendrein, auch das konnten LMU-Forscher jetzt zeigen, haben diese Kinder weit häufiger als bislang angenommen mit einer Legasthenie zu kämpfen.
Frühgeborene haben kein erhöhtes Risiko für eine spezifische Rechenstörung
Zu früh geborene Kinder leiden nicht häufiger an einer Rechenstörung als Kinder, die nach regulärer Schwangerschaftsdauer zur Welt gekommen sind. Das ergaben Analysen der Bochumer Entwicklungspsychologin Dr. Julia Jäkel und ihrer Kollegen - im Gegensatz zu vorangegangenen wissenschaftlichen Untersuchungen. Anders als frühere Studien bezogen die Forscher den IQ der Kinder in ihre Berechnungen mit ein.
Erziehung: Eltern sollten akzeptieren, wenn Kinder Ängste und Verluste erleiden
Erziehung: Dramen des Alltags können riskanten Stress verursachen. Ein Kind "kann" nur noch im Bett der Eltern schlafen, ein anderes Kind macht den Lehrer "fertig", eine Jugendliche reißt dann und wann aus, ein Junge wird mit dem Tod des Vaters nicht fertig ... Die Schwierigkeiten sind meist nicht krankhaft; fast immer sind sie lösbar. Anhand von Fallbeschreibungen bietet Dr. Michael Angermeier (Frechen b. Köln) eine Serie allgemeinverständlicher Lösungshilfen für Problemkinder.
Wissenschaftler untersuchen Rolle der Mediennutzung als mögliche Quelle von Stress und Belastung
Wer kennt das nicht: Nach einem langen Arbeitstag locken Unterhaltungsmedien wie TV oder Computerspiele als willkommenen Gelegenheit zur Entspannung und zum Abschalten. Eine kürzlich im Journal of Communication veröffentlichte Studie von Kommunikationswissenschaftlern der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Freien Universität Amsterdam zeigt jedoch mögliche Fallstricke dieser Erholungsstrategie auf: Statt entspannt und erholt fühlten sich insbesondere gestresste und erholungsbedürftige Menschen schuldig angesichts ihrer Mediennutzung in der Freizeit.
Das Experiment: 25 gesunde Probanden wurden mit einem Magnetresonanztomografen getestet. In dem Gerät bekam jede Versuchsperson 14 Filme gezeigt, die zweimal eingespielt wurden: einmal in 2D und einmal in 3D. Die Reihenfolge der 40 Sekunden langen Filme war zufällig und bei jedem Probanden anders. Auch wurden die 2D- und 3D-Filme nicht im Block abgespielt, sondern wahllos zwischen ihnen hin- und hergewechselt. Gezeigt wurden unter anderem eine aufgehende und sich wieder schließende Blüte, ein Fallschirmsprung und eine Achterbahnfahrt. Während die Versuchspersonen die Filme sahen, wurde mit der funktionellen Magnetresonanztomografie ihre Hirnaktivität gemessen.
Vielen Menschen in Deutschland fehlt es an Zeit. Das zeigt eine Studie der Leuphana Universität Lüneburg, die in Kürze in der Fachzeitschrift "Journal of Economic Inequality" erscheint. Die Forscher zeigen darin, dass zu wenig Zeit die Lebenszufriedenheit ähnlich beeinträchtigt wie zu wenig Geld. Sie schlagen daher einen neuen Armutsbegriff vor, der auch den Mangel an Freizeit berücksichtigt. Nach dieser Definition liegt in Deutschland jeder achte Erwerbstätige unter der Armutsgrenze. Bei Alleinerziehenden ist jeder Fünfte betroffen, bei Selbstständigen sogar jeder Dritte.
Wirtschaftspsychologie: Personalarbeit von nutzlosen Maßnahmen befreien
Wirtschaftspsychologie: Seminare, Coaching, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, Angebote zur Weiterbildung sind meist kostspielig, aber selten fachlich evaluiert. Die aktuelle Ausgabe der unabhängigen Fachzeitschrift "Wirtschaftspsychologie" reflektiert das notwendige Evaluations-Instrumentarium.
Einmalig im deutschsprachigen Raum und ein Glücksfall für betroffene Eltern
Nina ist acht Jahre alt und schwerstpflegebedürftig. Sie kann nicht sprechen und nicht lesen, beherrscht jedoch 20 Gesten. Als Säugling zeigte Nina einen schwach ausgeprägten Saugreflex. Als Kleinkind wies sie eine Muskelschwäche auf und besuchte später einen integrativen Kindergarten. Gehen hat Nina erst spät gelernt.
Posttraumatische Belastungsstörung nach Militäreinsatz: Oft bleiben Therapiechancen ungenutzt
Nach Militäreinsätzen in Krisengebieten leiden etwa fünf Prozent der Soldatinnen und Soldaten an einem posttraumatischen Belastungssyndrom. Es tritt häufig stark verzögert auf "und entfaltet die Wirkungen oft erst dann, wenn der Einsatz oder das schädigende Ereignis längst vorbei sind oder die Betroffenen eventuell schon lange die Bundeswehr verlassen haben", warnen Diplompsychologe Klaus Barre und Dr. med. Karl-Heinz Biesold in einer Studie.
Psychohistorische Studie: Schwache und autoritäre Väter deformieren ihre Söhne
Vater und Sohn: Das Gewissen wird wesentlich von der Vater-Beziehung geprägt. "Im Sohn baut es ein Bild auf, das über die historische Generationenfolge weitergegeben wird. Dabei können die Auswirkungen bei einem schwachen oder abwesenden Vater ebenso fatal sein wie bei einem übermäßig autoritären und/oder repressiven Vater." Der Psychosomatiker Professor Dr. Rudolf Klußmann (München) hat diese häufig vernachlässigte Problematik regelmäßig beobachtet und analysiert. In seiner psychohistorischen Studie "VäterSöhne" veranschaulicht er sie anhand von Entwicklungen in großen Herrscherfamilien - Hohenzollern, Tudors und Habsburger.
Artificial intelligence identifies the musical progression of the Beatles
Music fans and critics know that the music of the Beatles underwent a dramatic transformation in just a few years, but until now there hasnt been a scientific way to measure the progression. That could change now that computer scientists at Lawrence Technological University have developed an artificial intelligence algorithm that can analyze and compare musical styles, enabling research into the musical progression of the Beatles.
Der kurze Tratsch beim Brötchenholen, gemeinsam Spiele spielen oder Sport treiben: Menschen streben danach, sich auszutauschen und miteinander Zeit zu verbringen, auch wenn sie nicht direkt davon profitieren. Warum das so ist, haben Jülicher Neurowissenschaftler nun mit bildgebenden Verfahren nachgewiesen. Soziale Interaktionen aktivieren demnach das Belohnungssystem. Beim Umgang mit Maschinen bleibt es dagegen weitestgehend ruhig. Die Mechanismen im Gehirn waren mangels geeigneter Testverfahren bisher unklar. Die Erkenntnisse könnten unter anderem Therapien bei Autismus zugutekommen.