TU Berlin: Gelähmte Personen steuern einen Computer mit Gedankenkraft / neue Studie
Schwer gelähmte Menschen können mit der so genannten BCI-Technologie ("Brain Computer Interface") über Gehirnströme kommunizieren und mit der Umwelt interagieren, und zwar schneller als mit herkömmlichen muskelbasierten Unterstützungssystemen. Dies zeigt erstmals eine Studie mit Patienten, die aufgrund einer neuronalen Erkrankung wie etwa nach einem Schlaganfall nicht eigenständig kommunizieren können. Die Untersuchung haben Informatiker der TU Berlin im Rahmen des EU-geförderten Projekts TOBI (Tools for Brain-Computer Interaction) gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern der Universität Würzburg, der Universität Freiburg und der Beratungs-stelle für unterstützte Kommunikation der Stiftung Kreuznacher Diakonie durchgeführt. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift PlosOne veröffentlicht.
Steigende Kriminalität im Heimatort verringert die Lebenszufriedenheit
Wenn die Kriminalität in ihrem Heimatort zunimmt, sinkt die Lebenszufriedenheit der Anwohner signifikant. So lautet das zentrale Ergebnis einer Studie auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), die Forscher des DIW Berlin und der ETH Zürich erstellt haben. "Vor allem Gewaltverbrechen wie Mord, Körperverletzung oder Raub beeinträchtigen die Lebenszufriedenheit der Anwohner - auch dann, wenn sie nicht persönlich von den Straftaten betroffen sind", sagt der DIW-Ökonom Christian Krekel, einer der Autoren. "Eigentumsdelikte wie Einbruch, Autodiebstahl oder Sachbeschädigung haben hingegen kaum Einfluss auf die allgemeine Lebenszufriedenheit."
Studie: Konflikte mit Lehrern sind ein Risikofaktor für Amokläufe an Schulen
Im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekts TARGET ist an der Freien Universität Berlin erstmals die gesamte Forschungsliteratur zu schwerer, zielgerichteter Gewalt an Schulen systematisch analysiert worden. Das Ziel der Untersuchung war die Klärung der Frage, welche sozialen Dynamiken im sozialen Beziehungsnetz der Täter sich mit welcher Häufigkeit im Vorfeld von School Shootings beobachten lassen.
Dem Gehirn auf die Sprünge helfen: Kaffee ja, Pillen nein
Eine Pille einwerfen und bei der Prüfung brillieren: Dass man seine geistige Leistungsfähigkeit mit Medikamenten und anderen Substanzen steigern kann, ist den meisten Studierenden bekannt. Praktiziert wird das sogenannte Neuroenhancement allerdings nur von sehr wenigen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Nachwuchswissenschaftler der Universitätsallianz Ruhr im Rahmen der Global Young Faculty II durchgeführt haben.
Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben jetzt herausgefunden, welche Hirnstrukturen wiederkehrende Handlungsabläufe, wie Klavierspielen oder Fahrradfahren, steuern. Zudem konnten sie die zugrundeliegenden neuronalen Prozesse entschlüsseln. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Brain* veröffentlicht.
Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben jetzt herausgefunden, wie die Sinnesorgane das gleichzeitige Klingeln, Vibrieren und Blinken von Handys wahrnehmen und verarbeiten. Wenn akustische, haptische und visuelle Reize gleichzeitig dargeboten werden, reagieren Menschen schneller auf eingehende Anrufe und Kurznachrichten. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Plos One* veröffentlicht.
Schizophrenia is among the most severe forms of mental illness, yet some people with the disease are as happy as those in good physical and mental health according to a study led by researchers at the University of California, San Diego School of Medicine.
Nach dem Fall Mollath: Bundesweite Reform des Maßregelrechts konsequent vorantreiben
Der Fall Gustl Mollath hat in Deutschland eine wichtige Debatte über die Qualität psychiatrischer Gutachten und die gesetzlichen Voraussetzungen der Unterbringung in forensischen Psychiatrien ausgelöst. Auch wenn der Fall mit dem Urteil des Landgerichts Regensburg vom 14. August 2014 wohl zum Abschluss gekommen ist, müssen die Bestrebungen zur Reform des Maßregelrechts jetzt rasch umgesetzt werden, fordert die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN).
Gesundheitszwänge und Schönheitsideale: Der normale Körper scheint lächerlich
Gesundheitszwänge: Unterhaltungsindustrie und Werbung präsentieren gestylte Models, die Gesundheit und Schönheit ausstrahlen. Wer die unrealistischen Schönheitsideale zum eigenen Maßstab nimmt, gerät in Schwierigkeiten: Unzufriedenheit mit sich selbst, Depression, riskante Körpermodifikation; Magersucht ist der Extremfall, u.U. mit tödlichem Ausgang. Dr. Thomas Ettl (Frankfurt/M) analysiert die "Crux mit der künstlichen Schönheit" in seinem Beitrag zum aktuellen Reader "Gesundheitszwänge".
Maßregelvollzug: Wer sich nicht anpasst, bleibt hinter Gittern
Maßregelvollzug: Gustl Mollath hat die "Rechtlosigkeit" erlebt; sein Problem ist letztlich systemisch. Dies belegt ein aktuelles Gutachten zum Maßregelvollzug in Bayern: "Eine externe (und gerichtliche) Überprüfung der Entscheidungen im Maßregelvollzug ist kaum gewährleistet. Im Hinblick auf das Ziel der Entlassung entsteht dadurch ein hoher Anpassungsdruck," schreibt Dr. Rolf Marschner (München). Wer sich nicht anpasst, läuft Gefahr, weder Vollzugslockerungen zu erhalten, noch entlassen zu werden.
Wirtschaftspsychologie: Sünden im Zeitmanagement verursachen hohe Kosten
Im Topmanagement werden jedes Jahr Tausende Stunden an Arbeitszeit vergeudet. Der Grund: Besprechungen haben überhandgenommen, zugleich müssen Fluten von E-Mails bewältigt werden. Dies sind Ergebnisse der aktuellen Studie "Managing Your Scarcest Resource" der internationalen Managementberatung Bain & Company, in der das Zeitmanagement von 17 Konzernen untersucht wurde. Hinzu kommt: Die vertane Zeit bringt enorme Kosten mit sich. Jedes Jahr gehen Unternehmen Millionen verloren, weil die Arbeitszeit vom Topmanagement nicht so effizient gemanagt wird wie Kapital oder andere knappe Ressourcen. Die Studie identifiziert acht "Todsünden" im Zeitmanagement und zeigt auf, wie diesen erfolgreich entgegengetreten werden kann.
Das Orchester der Neuronen: Instrumentalunterricht beeinflusst die Gehirnaktivität bei Kindern
Wie sich das frühe Erlernen eines Musikinstruments langfristig auf die Gehirnentwicklung von Kindern auswirkt, erforschen Privatdozentin Annemarie Seither-Preisler vom Institut für Psychologie der Uni Graz und Privatdozent Dr. Peter Schneider von der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg. Ihre neuesten Erkenntnisse, wie man begabte Kinder noch besser fördern und auf der anderen Seite Entwicklungsdefiziten entgegenwirken kann, haben die beiden zusammen mit dem Grazer Musikologen Univ.-Prof. Dr. Richard Parncutt in der aktuellen Ausgabe des "Journal of Neuroscience" publiziert.