Sexueller Kindesmissbrauch: Täterinnen bleiben meist unerkannt
Frauen begehen sexuellen Missbrauch an Kindern wesentlich häufiger als bekannt. "Täterinnen stammen hauptsächlich aus dem nahen sozialen Umfeld der Opfer. Es handelt sich um enge Vertraute des Kindes, wie etwa Mütter, Großmütter, Tanten, Schwestern, Cousinen, Babysitterinnen, Erzieherinnen, Nachbarinnen." Dr. Safiye Tozdan (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) konstatiert, "dass die Aufdeckung der Taten zum Teil durch eine gesamtgesellschaftliche ´Verleugnungskultur´ verhindert wird." Nach wie vor herrscht "das allgegenwärtige Ideal der fürsorglichen, asexuellen Mutter," berichtet die Sexualforscherin in der Fachzeitschrift "Forensische Psychiatrie und Psychotherapie". Selbst in professionellen Fachkreisen - Pädiatrie, Sozialarbeit und Justiz - wird das Thema weitgehend tabuisiert.
Psychose-Kranke sind Seismographen unserer Gesellschaft
Jeder und jede kann an einer Psychose erkranken. Das Risiko ist für sensible, kreative Menschen überdurchschnittlich hoch. Psychose-Betroffene und ihre Therapeuten stellten in München im Universitätsklinikum Rechts der Isar ihr neues Buch vor: "Psycho-Tisch" - Erinnerungen, Reflexionen, literarisch Anspruchsvolles, Lyrik, Gemälde. Der Band verdeutlicht, dass auch die leidvollste Psychose intellektuelles und künstlerisches Potential nicht dezimieren muss, sondern weiterentwickeln und vertiefen kann.
Kognitive Leistungsfähigkeit - Fitter als unsere Vorfahren
Jeden Tag fordern wir unserem Gehirn Höchstleistungen ab und nutzen seine kognitiven Fähigkeiten fast ohne Unterbrechung. Während wir am Computer sitzen, Auto fahren oder telefonieren, feuern die Neuronen laufend Impulse ab, damit wir die für uns wesentlichen Informationen filtern, verarbeiten und das eigene Handeln daran ausrichten können. Gerade in der Arbeitswelt ist es nach gängiger Meinung immer wichtiger geworden, kognitiv anspruchsvolle Tätigkeiten zu beherrschen und sich immer wieder neu zu erfinden.
Mit Dampf gegen Rauch - Neuer Cochrane Review zur Rauchentwöhnung mit E-Zigaretten
Viele Raucher hoffen, durch den Umstieg auf nikotinhaltige E-Zigaretten vom ungesunden Tabakkonsum loszukommen. Ein aktualisierter Cochrane Review bestätigt nun, dass die Rauchentwöhnung mit E-Zigaretten offenbar tatsächlich besser klappt, als beispielsweise mit Nikotinersatzprodukten wie Pflastern und Kaugummis. Der Review zeigt aber auch Wissenslücken auf, wenn es um die Langzeitwirkungen des Nikotindampfens geht.
Fachtagung thematisiert seelische Gesundheit und Gewalt in der Schule
Die Ergebnisse der Brandenburger Kinder- und Jugendgesundheitsstudie HBSC (»Health Behaviour in School-aged Children«) stehen am Donnerstag, 8. Oktober 2020, von 13 bis 18 Uhr im Mittelpunkt einer Online-Fachtagung der BTU Cottbus–Senftenberg.
Im Rahmen der Online-Fachtagung „Seelisch gesund und gewaltfrei in der Schule“ werden ausgewählte Ergebnisse der aktuellen Studie zum psychischen Wohlbefinden und zum Sozialverhalten von Brandenburger Schülerinnen und Schülern präsentiert. Daran anknüpfend werden in themenbezogenen Online-Workshops Praxisprojekte und Programme der schulischen Gesundheitsförderung sowie der schulischen Gewaltprävention vorgestellt und ein Erfahrungsaustausch initiiert.
Wirtschaftspsychologie: Überwachung am Arbeitsplatz macht Leistungsanreize unwirksam
Viele Unternehmen setzen heute preisgünstige und leicht installierbare Techniken zur Überwachung ihrer Beschäftigten ein. Genau dadurch aber machen sie innerbetriebliche Anreizsysteme unwirksam, welche die Beschäftigten zu höheren Arbeitsleistungen motivieren sollen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Universität Bayreuth und der Justus-Liebig-Universität Gießen in einer neuen, in der Zeitschrift „Accounting, Organizations and Society“ veröffentlichten Studie.
7. Alternativer Drogen- und Suchtbericht: Wie sich Drogenprobleme wirkungsvoll und ohne Repression reduzieren lassen
Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung haben darauf hingewiesen: Drogenhandel nimmt in Deutschland seit Jahren zu, das BKA registriert immer mehr Delikte. Polizei und Justiz können Drogenkonsum offenbar nicht aufhalten. In der Erklärung des BKA zum „Bundeslagebild Rauschgiftkriminalität 2019“ lautete das Fazit sinngemäß dennoch: Weiter so.
Mit E-Zigaretten/Tabakerhitzern den Nikotinkonsum reduzieren
Um Gesundheitsrisiken durch Tabak- und Nikotinkonsum zu verringern, fordern Wissenschaftler ein Umdenken von der Politik: Statt Raucher weiter zu bevormunden, sollten Chancen in den Blick genommen werden, die E-Zigaretten/Tabakerhitzer bei der Rauchentwöhnung bieten können. Zu diesem Schluss kamen die Referenten bei dem Online-Symposium "E-Zigaretten/Tabakerhitzer: Eine Bestandsaufnahme" am 23.09.2020.
Neurofeedback-Training verbessert das Erinnerungsvermögen langfristig
Ein Team von Experimentellen Neuropsychologinnen und -psychologen der Universität des Saarlandes hat gezeigt, dass sich die Aktivität der Theta-Wellen im Gehirn mittels Neurofeedback-Training gezielt steigern lässt. Zudem wiesen sie nach, dass ein mehrtägiges Training von Theta-Wellen das Erinnerungsvermögen von Testpersonen langfristig verbessern kann. Die Studie wurde in der renommierten neurowissenschaftlichen Zeitschrift NeuroImage veröffentlicht.
Aufnahme von Flüchtlingen in ostdeutschen Gemeinden hat kaum Einfluss auf Fremdenfeindlichkeit
Die Aufnahme von Flüchtlingen in ostdeutschen Gemeinden führte dort nicht zu einem veränderten Wahlverhalten oder zu veränderten Einstellungen zu Migration. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Max Schaub (WZB), Johanna Gereke (MZES) und Delia Baldassarri (New York University). In den mehr als 200 untersuchten ostdeutschen Gemeinden seien ablehnende Einstellungen zur Migration zwar weit verbreitet. Der Zuzug von Flüchtlingen direkt vor Ort hätte diese Einstellungen aber fast nicht beeinflusst.
21. Sept. ist Weltalzheimertag / Neue Webseite mit Video-Lehrmaterial für Instrumentalunterricht mit Demenzerkrankten
„Musik und Demenz – Instrumentalunterricht mit demenziell veränderten Menschen“ ist der Titel einer neuen Webseite (www.musikunddemenz.de), die im Rahmen des EU-Projekts „ReKuTe“in den Jahren 2018 bis 2020 unter der Leitung von Prof. Dr. Theo Hartogh (Universität Vechta) erarbeitet wurde. Im Teilprojekt „Musik und Demenz“, dessen Ergebnisse auf der Internetseite vorgestellt werden, steht die aktive Teilhabe von demenziell veränderten Menschen an Musik im Mittelpunkt. Ziel des Vorhabens ist der Transfer eines innovativen musikdidaktischen Ansatzes zur Steigerung der Lebensqualität von Demenzkranken.
Markus Bühner ist neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie
Am Mittwoch, dem 16.09.2020, wurde im Rahmen einer virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) der neue Vorstand der DGPs vorgestellt. Professor Markus Bühner von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) tritt als Präsident die Nachfolge von Professorin Birgit Spinath von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg an.