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Don Juan und Femme fatale: Wie VerführerInnen die Liebe verfehlen

Don Juan und Femme fatale sind alles andere als glücklich. Ihr Syndrom steigert die allgemein verbreitete Kontaktangst und die narzisstisch prekäre Beziehungsform. Sonja Rieder identifiziert Donjuanismus als "einzigartige Verdichtung eingeschränkter Liebesfähigkeit, die unter einer Schicht von Reiz, Rausch und kurz währender Leidenschaft schlummert: zwanghafte Suche, Schmerz, Oberflächlichkeit und unerfüllte Sehnsucht." In ihrem aktuellen Reader "Don Juan auf dem Hot Seat" analysiert die Psychotherapeutin die Leiden "amourös-narzisstisch strukturierter Menschen" - und zeigt mögliche Auswege. Betroffene und TherapeutInnen erhalten ebenso einfühlsame wie fundierte Hinweise.

Angst vor Zahnbehandlung: durch Verhaltenstherapie in fünf Stunden heilbar

Zahnbehandlungsangst basiert meist auf relevanten ängstigenden Erinnerungen und kann zu Behandlungsverweigerungen mit verheerenden Folgen führen. In einem verhaltenstherapeutischen Therapieprogramm sind Betroffene erfolgreich behandelbar und nehmen relativ entspannt auf dem Zahnarztstuhl Platz. Verhaltenstherapie erweist sich in diesem Zusammenhang der Hypnose und der Narkose deutlich überlegen. Die Arbeitsgruppe um Jürgen Margraf (Bochum) stellt das Fünf-Stunden-Programm in der aktuellen Ausgabe von "Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin" detailliert vor.

Wirtschaftspsychologie: Bewerbungsunterlagen diagnostisch kaum verwertbar

Wirtschaftspsychologie: Personalverantwortliche und Bewerber achten darauf: In den Bewerbungsunterlagen sollte keine biografische Lücke stehen, ehrenamtlich-soziale Arbeit liefert ein positives Image, und Führungserfahrungen können nie schaden. Professor Dr. Uwe Peter Kanning (Hochschule Osnabrück) untersuchte die Validität der drei Faktoren mit dem Ergebnis: Keiner sagt etwas wirklich Relevantes über die berufliche Eignung aus.

Franz Kafka diagnostizierte den psychosomatischen Zusammenhang seiner Krankheiten

Kleinkinder benötigen eine konstante, verlässliche Bezugperson. Fehlt sie, werden lebenslange psychische und somatische Störungen vorprogrammiert. Anhand der Anamnese historischer Persönlichkeiten verdeutlichen Prof. Dr. Rudolf und Dr. Barbara Klußmann (München) die häufig unterschätzten, folgenschweren Risiken.

Politische Psychologie: FDP ohne Leihstimmen aus dem Unionslager

Die Mehrheit der Wähler wünschte und erwartete 2013 bei der Bundestagswahl die Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition in Berlin. Dennoch ist die FDP erstmals knapp unter die fünf-Prozent-Hürde gefallen. Dr. Sascha Huber (Universität Mannheim) untersuchte die widersprüchlichen Ursachen (veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Politische Psychologie").

Deficient dementia care offered by General Practitioners

Horst C. Vollmar and colleagues report very low detection and recognition rates of dementia in General Practice settings. "Therapeutic actions and psychosocial supply have been found to be rarely considered and offered to patients and caregivers by General Practitioners", the scientists notice in the textbook "Dementia Care Research".

Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin: Alpträume in positive Träume umwandeln

Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin: Alpträume können - v.a. Jugendliche - psychisch schwer belasten. Die Träume können ohne einen erkennbaren Hintergrund oder auch als Folge eines Traumas auftreten. Mit Hilfe der "Imagery Rehearsal-Therapie" (IRT) lässt sich in beiden Fällen der Leidensdruck wesentlich verringern oder beseitigen. Professor Dr. Reinhard Pietrowsky (Düsseldorf) berichtet in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin" über die Vorgehensweise.

Traumatisierte Kinder: oft unerkannt und unbehandelt

Traumatisierte Kinder speichern ihre Verletzungen in Bildern ab, die dem Reflex auf einem zerbrochenen Spiegel ähneln. "Traumatisierte Kinder neigen dazu, ihre schlimmen Erlebnisse in einer äußerst repetitiven Art immer wieder zu spielen, und wirken dabei meist völlig distanziert oder abgespalten vom Erlebten bzw. Gespielten." Andrea Gallasch-Stebler berichtet in ihrer Monografie "Nächste Station Erde" anschaulich und allgemeinverständlich über die Symptomatik und modernen Behandlungsmöglichkeiten traumatisierter Kinder. Die Psychotherapeutin stellt ihre Erfahrungen und den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand nicht nur KollegInnen zur Verfügung; v.a. sollen involvierte Fachkräfte aus der Pädagogik und der sozialen Arbeit für eine Kooperation gewonnen werden.

Wohlbefinden im hohen Alter weist viele Facetten auf

Eine gerade in der Fachzeitschrift "Psychology and Aging" veröffentlichte Studie zeigt, wie vielschichtig das Wohlbefinden im sehr hohen Lebensalter ist. Forscher der Universität Heidelberg befragten 124 Personen im Alter von 87 bis 97 Jahren über einen Zeitraum von vier Jahren zu verschiedenen Aspekten ihres subjektiven Wohlbefindens. Zwar ist das Wohlbefinden bei vielen Hochaltrigen durch depressive Symptome gekennzeichnet, in anderen Bereichen kann es allerdings auch noch bei hochaltrigen Menschen positive Entwicklungen geben.

Smartphones, Tabletts, App: Usability häufig mangelhaft

Zunehmend nutzen auch ältere Menschen mobile Kommunikationsgeräte, v.a. um zu fotografieren und die Bilder auf dem PC zu archivieren, um Mails oder SMS zu versenden u.a.. Die Geräte gestalten den Alltag kommunikativer und inhaltsreicher, und sie leisten einen Beitrag zur Selbständigkeit. Angeblich ist die Technik bedienerfreundlich konfiguriert. Dorothea Erharter und KollegInnen kamen in einer Studie jedoch zum gegenteiligen Ergebnis. Die meisten Älteren hatten Probleme, sich in die Handhabung einzuarbeiten. Die detaillierte Studie erschien in dem Reader "Assistenztechnik für betreutes Wohnen".

Politische Twitter-Nutzer: eine gebildete, engagierte Minderheit mit gefestigten Positionen

Politische Tweets mit ironischen Formulierungen oder statistischen Angaben oder differenziert zweiseitigen Argumentationen werden am intensivsten beachtet und retweetet, stellten Claudia Bader und MitarbeiterInnen (Universität Jena) fest. Die Studie zur Kommunikation im Wahlkampf 2013 wertete mehr als eine halbe Million Tweets aus und erschien in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Politische Psychologie".

Wie Cortisol furchteinflößende Erinnerungen aufrechterhält

Das Stresshormon Cortisol verstärkt Erinnerungen an furchteinflößende Erlebnisse. Es übt seinen Einfluss aber nicht nur aus, während die Erinnerung zum ersten Mal gebildet wird, sondern auch später, wenn Menschen an das Erlebnis zurückdenken und sich die Erinnerung erneut festigt. Das berichten Kognitionspsychologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) in der Zeitschrift "Neuropsychopharmacology". Sie vermuten, dass die Ergebnisse Phänomene bei Angststörungen und Posttraumatischer Belastungsstörung erklären können.




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