Beim Teilen macht es einen großen Unterschied, ob ein Kind drei, vier oder fünf Jahre alt ist. "Für die Entwicklung unseres sozialen Verhaltens sind die Kindergartenjahre entscheidend", sagt Professor Markus Paulus von der Fakultät für Psychologie und Pädagogik an der LMU. In einer Studie mit Kindergartenkindern hat er erstmals untersucht, wie sich in der frühen Kindheit die Erwartungen über das Teilen und die eigene Bereitschaft, zu teilen, entwickeln. Darüber berichtet er in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Developmental Psychology.
Alzheimer-Auslöser "reift" vom harmlosen Eiweiß zum Nervenzellkiller
Wissenschaftler der interdisziplinären "Projektgruppe Alzheimer-Forschung Ulm" haben nachgewiesen, dass mit dem Fortschreiten der Krankheit nicht nur die Menge des abgelagerten Beta-Amyloid zunimmt, sondern dass die Eiweißaggregate einen mehrstufigen "Reifungsprozess" durchlaufen. Bestimmte Reifungsschritte sind dabei charakterisiert durch das Auftreten spezifischer modifizierter Amyloidpeptide, von denen bekannt ist, dass sie die Interaktionsfreudigkeit gegenüber anderen Proteinen erhöhen. Das heißt, die Substanz wird immer klebriger und neigt verstärkt zur Verklumpung, was sie noch toxischer auf die Nervenzellen im Gehirn wirken lässt.
Psychoanalyse der Sucht: Wie verletzte Menschen sich mit Drogen zu therapieren versuchen
Suchttherapie: In psychotherapeutischen Versorgungskonzepten "wird zunehmend die Bedeutung psychoanalytischer Behandlung suchtkranker Menschen infragegestellt. Sie gilt als zu teuer und zu zeitaufwändig. Zumeist werden kognitive Methoden empfohlen. Diese Empfehlung erscheint als Beispiel für die Effizienz von Lobbying - und nicht als Schlussfolgerung aus fundierten Vergleichsuntersuchungen", kritisiert Professor Dr. Alfred Springer (Wien) in einem Beitrag in "Rausch - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie".
Studie der Freien Universität: Musik kann Emotionen hervorbringen und verändern
Musik kann nach einer Studie von Prof. Dr. Stefan Koelsch von der Freien Universität Berlin Emotionen hervorrufen und Stimmungen ändern. Das zeigt der Musikpsychologe vom Exzellenzcluster Languages of Emotion in einer Veröffentlichung in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Reviews Neuroscience. Für den Artikel wertete er 21 neurowissenschaftliche Studien mit bildgebenden Verfahren zur Wirkung von Emotionen auf Hirnstrukturen aus.
Arzt-Patient-Beziehung: Konkrete Empfehlungen für Klinik und Praxis
Eine gute Beziehung zwischen Arzt und Patient fördert nicht nur die Zufriedenheit der Beteiligten, sondern auch das Behandlungsergebnis. Inzwischen setzt sich durch, "dass der Patient Experte seiner Krankheit ist und dass es durch ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Patient und Arzt zu einer Entscheidungsfindung kommt. Studien belegen, dass dieser Prozess nur anfänglich zeitintensiver ist, sich jedoch allemal auszahlt." Katrin Rockenbauch und Kollegen bieten dazu hilfreiche Informationen in ihrem Sachbuch "Kompetent kommunizieren in Klinik und Praxis".
Hartz-IV-Empfänger sind nicht generell faul, antriebsarm oder unsozial. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das RUB-Projektteam Testentwicklung zusammen mit dem Jobcenter Kaufbeuren, Bayern, durchgeführt hat. Die Studie geht der Frage nach, ob sich Arbeitssuchende und Berufstätige systematisch in ihrer Einstellung zur Arbeit unterscheiden.
Report Psychologie: Paare können mit Kommunikationstraining ihre Beziehung festigen
Psychologie: Liebe und Partnerschaft stehen für die Mehrheit der Bevölkerung auf der Prioritätenliste an erster Stelle. Dennoch nimmt die Zufriedenheit der Partner mit ihrer Beziehung vor allem in den ersten zehn Jahren fast immer ab. Die Scheidungsrate erreicht fast 40 Prozent, die Trennungsrate unverheirateter Paare liegt noch höher, berichten Ann-Katrin Job (Braunschweig) und Kollegen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Report Psychologie". Die Psychologen stellen ein Kommunikationstraining vor, in dem Paare ihren Dialog besser verstehen und besser aufeinander abstimmen können - möglichst schon vorbeugend und nicht erst in Krisensituationen.
Alzheimer wird durch den millionenfachen Tod von Nervenzellen im Gehirn ausgelöst. Maßgeblich beteiligt an diesem Massensterben ist das Tau-Protein, das in den Zellen der betroffenen Hirnregionen verklumpt. Ein molekularer Helfer namens Hitzeschockprotein (Hsp) 90 beeinflusst das Verklumpen, indem es Tau erkennt und bindet. Wie Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben, erfolgt diese Partnerwahl nach völlig anderen Prinzipien als sonst unter Proteinen üblich. Diese Erkenntnisse eröffnen einen neuen Ansatzpunkt, um die Entstehung der Alzheimer-Krankheit zu erforschen.
Welche Therapie der Legasthenie hilft, welche nicht?
Legasthenie ist mit 5-7% eine der häufigsten Lernstörungen, an der nicht nur Kinder und Jugendliche sondern auch Erwachsene leiden. Oft wird die Legasthenie erst spät erkannt, die Kinder und ihre Familien sind meist auf sich allein gestellt, da sich niemand für die außerschulische Förderung zuständig fühlt. "Bis zu 40% der Kinder mit einer Legasthenie haben psychische Probleme, oft als Folgen der Diskriminierung durch Aussagen wie: "Du bist zu dumm und zu faul! Du musst dich halt nur mehr anstrengen! Für das Gymnasium bist du nicht geeignet!", sagt Gerd Schulte-Körne, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Eine frühe Förderung und Therapie unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen eines Kindes sind daher dringend notwendig. Diese finden in den Schulen aufgrund fehlender Ressourcen und mangelnder Ausbildung der Lehrkräfte nur unzureichend statt. Bei einer ausgeprägten Legasthenie reicht die schulische Förderung nicht aus....
Die Aufmerksamkeit des Autofahrers - wie das Gehirn mit relevanten und irrelevanten Reizen umgeht
Farben, Formen, Bewegungen - visuelle Eindrücke sind vielfältig und haben immer mehr als nur eine Eigenschaft. Für deren Verarbeitung sind getrennte Bereiche im Gehirn zuständig. Doch wie wird daraus vor dem geistigen Auge ein komplettes Bild, in dem Farbe, Form und Bewegung wieder zusammengefügt werden? Eine aktuelle Studie aus Magdeburg zeigt, wie in der Großhirnrinde relevante Reize vor irrelevanten verarbeitet werden: kleinste Magnetfeldänderungen im Gehirn verraten die Abfolge der Ereignisse.
Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen: Wie aus Opfern Täter werden
Bei sexuellem Missbrauch bzw. Vergewaltigung von Kindern und Jugendlichen sind die meisten Täter selbst Kinder oder Jugendliche. Mädchen werden überwiegend als Opfer wahrgenommen, jedoch als Täterinnen meist übersehen. Ingrid Wolff-Dietz bietet in ihrem Sachbuch "Jugendliche Sexualstraftäter" einen Überblick über die Problemlage.
Obwohl der Anteil berufstätiger Frauen in den vergangenen 20 Jahren gestiegen ist, übernehmen sie immer noch drei Viertel der Hausarbeit. Verdienen Frauen mehr als ihr Ehepartner, engagieren sie sich sogar besonders stark im Haushalt, während im Allgemeinen ein steigendes Einkommen zu weniger Engagement bei der Hausarbeit führt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des RWI und der Bergischen Universität Wuppertal auf Grundlage von Daten des Sozio-ökonomischen Panels.