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Wirtschaftspsychologie: Entscheidungen "hinter grauen Nebelschwaden" sind kontraproduktiv

Immer häufiger fallen in Unternehmen "graue" Entscheidungen, das heißt: Die Entscheider sind nicht präzis oder überhaupt nicht erkennbar. Das Klima im Haus und die Produktivität leiden darunter. Dr. Felix Frei, Unternehmensberater in Zürich, fordert in seinem neu erschienenen dritten Band der "Führungsbriefe" eine klare Definition von Verantwortlichkeiten und Entscheidungen.

Die weite Verbreitung "grauer" Entscheidungen "liegt auch daran, dass sich Manager heutzutage für alles verantworten müssen, selbst für Entscheide, die sie gar nicht getroffen haben. Und manch ein Entscheid wird heute bejubelt, morgen aber schon verteufelt. Und all das in einer erbarmungslosen Öffentlichkeit, die es früher so nicht gab. Kein Wunder, wenn sich manch einer anonym hinter grauen Nebelschwaden verstecken möchte."

Die "graue" Entscheidungskultur "ist auf einem pseudodemokratischen Zeitgeist gewachsen. In der Fachsprache redet man von Emergenz: Entscheide emergieren, das heißt, sie tauchen aus dem Nirgendwo auf und sind plötzlich da. Die Dinge werden auf verschiedenen Ebenen hin und her erörtert, und plötzlich scheint nur noch eine Option übrig zu bleiben, so dass man sie für den gefällten Entscheid hält. Vielleicht sah man auch bloß keine Alternative. Es ist weder ein Mehrheitsentscheid noch ein Chefentscheid, sondern bestenfalls eine Art von Konsens. Schlechtestenfalls aber ist es eher ein Nicht-Entscheid oder - nicht selten - ein Ermüdungsergebnis.

Es sind diese grauen Entscheide, die den Menschen in Organisationen Mühe machen." Mitarbeiter und vielleicht auch Kunden gewinnen "ein Gefühl der Hilflosigkeit und den Eindruck, ´die da oben´ würden nichts entscheiden ..."

Dr. Felix Frei empfiehlt, dass nicht nur die entscheidenden Personen und Gremien identifizierbar werden, sondern auch die Modi, nach denen die Entscheidungen zustande gekommen sind (Abstimmung, Konsens, Chefentscheid).

In drei Bänden präsentiert Frei je 33 "Führungsbriefe" jeweils in deutscher und englischer Sprache: differenzierte, klare, oft amüsante Reflexionen zum Thema Führung. Als Psychologe befindet sich Dr. Felix Frei auf einem hohen empirischen Wissensstand, als Consultant arbeitet er in Tuchfühlung zur alltäglichen Realität - und ist daher ein Gegner aller phrasendreschenden Management-Moden ... 




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