Politische Psychologie: Geringe Parteidifferenzen senken die Wahlbeteiligung
Politische Psychologie: Die Bildungsexpansion und kognitive Mobilisierung schaffen gute Voraussetzungen für ein politisches Interesse. Dennoch ist die Wahlbeteiligung beunruhigend zurückgegangen. Severin Bathelt und Evelyn Bytzek (Universität Koblenz-Landau) identifizieren in einer empirischen Studie einen Hauptgrund: Die führenden Parteien werden einander immer ähnlicher. "Die sind doch eh alle gleich", zitieren die Wissenschaftler "Volkes Stimme" in ihrem Beitrag in der Fachzeitschrift "Politische Psychologie".
Die Selbst-Regulations-Hierarchie (SRH): ein neues Konzept der Verhaltenstherapie
Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin: Mit dem Konzept der Selbst-Regulations-Hierarchie (SRH) stellt Dr. Gerhard Zarbock (Hamburg) in der Fachzeitschrift Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin eine neue diagnostische Heuristik vor. Sie ermöglicht es, Situationen daraufhin zu analysieren, wie sie sich auf Grundbedürfnisse, Emotionen, Kognitionen und basale Coping-Reaktionen auswirken. Daraus ergeben sich Rückschlüsse auf Erleben und Verhalten unter der Perspektive von frustrierten Grundbedürfnissen, von ausgelösten Emotionen und automatisierten Kampf-Flucht-Bewältigungsmustern.
Wie die Alkoholindustrie uns dazu bringt, immer weiter zu trinken
Jeden Tag sterben in Deutschland 40 Menschen an den Folgen von Alkohol. Es ist klar, wie gefährlich Alkohol ist. Es ist bekannt, welche Maßnahmen helfen würden. Doch die Alkoholindustrie tut alles, um schärfere Regeln zu verhindern. Die Bundesregierung macht sich bei Gesprächen über die Regulierung von Alkohol offenbar die Argumentation der Industrie zu eigen, wie Recherchen von correctiv.org und ZDFzoom belegen. Die Folgen sind dramatisch.
Sexualität: Warum Jungen und Mädchen aktiv Pornografie nutzen
Jugendliche beiderlei Geschlechts betrachten und produzieren regelmäßig Pornografie. Neue Medien schaffen neue, zusätzliche Möglichkeiten. Pornografie ist seit Menschengedenken faktisch weder verbietbar, noch ausrottbar, konstatiert Professor Dr. Kurt Starke in seiner Expertise "Pornografie und Jugend, Jugend und Pornografie". Wie groß sind die Risiken? Mit Sicherheit wesentlich geringer als viele professionelle Jugendschützer und Juristen glauben machen wollen.
Wirtschaftspsychologie: Häufiger Aufgabenwechsel führt zu größerer Flexibilität
Wirtschaftspsychologie: Ein Forscherteam um Prof. Dr. Gesine Dreisbach, Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Regensburg, und Dr. Kerstin Fröber, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Psychologie der Universität Regensburg, hat in einer Studie untersucht, wie sich häufiger Aufgabenwechsel auf die Flexibilität der Versuchsteilnehmenden auswirkt. Es stellte sich heraus, dass ein häufiger erzwungener Wechsel der Aufgaben zu größerer Flexibilität bei freiwilliger Aufgabenwahl führt.
Wie Vernachlässigung im Kindesalter die psychische Gesundheit beeinträchtigt
Stark vernachlässigte Kinder, die in jungen Jahren viele Entbehrungen ertragen müssen, leiden auch im frühen Erwachsenenalter noch unter den psychologischen Konsequenzen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die eine Gruppe von adoptierten Kindern begleitet, welche in den 1990er-Jahren aus rumänischen Heimen in britische Familien kamen.
Wirtschaftspsychologie: Stresskompetenz lässt sich optimal im Blended Learning trainieren
Wirtschaftspsychologie: Zur Stressbewältigung werden zahlreiche aufwändige Präsenztrainings und kostengünstige Internetprogramme angeboten. Die besten Erfolge lassen sich durch eine Kombination erzielen: Einem zweitägigen, also kostengünstigen Präsenzcoaching folgt ein mehrwöchiges Internettraining. Über die wissenschaftliche Evaluation dieser Vorgehensweise berichten Dr. Gerlinde Pracht (Minden) und Professor Dr. Karl-Heinz Renner (München) in der aktuellen Ausgabe der unabhängigen Fachzeitschrift Wirtschaftspsychologie.
Bitte nichts verraten! Wenn es um die eigene Zukunft geht, wollen die meisten nichts wissen
Möchten Sie wissen, wann Sie sterben werden? Hätten sie die Möglichkeit, in die Zukunft zu sehen, zögen es die meisten Menschen vor, lieber nicht wissen zu wollen, was das Leben für sie bereithält. Auch nicht, wenn es etwas Positives sein könnte. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin und der Universität Granada, die in der Fachzeitschrift Psychological Review erschienen ist.
Belohnungen für gute Schulleistungen wirken kontraproduktiv
Mit einem Lob können Eltern und Lehrer ihre Kinder fördern - oder auch in die Irre führen und demotivieren, warnen die Professoren Albert Ziegler und Heidrun Stöger in ihrem Ratgeber "Pädagogisches Kompaktwissen für Eltern von Schulkindern".
Nachwuchs-Leistungssport: Wie junge Athleten langfristig motiviert bleiben
Der Nachwuchs-Leistungssport verliert oft seine besten Talente: Sie kapitulieren vor eigenen und fremden Leistungsansprüchen. Professor Dr. Jürgen Beckmann und Dr. Denise Beckmann sehen die Problemlösung in einem "Life Coaching" bzw. einem "systemischen Coaching": Die Kinder und Jugendlichen sollen nicht allein "fit für den Leistungssport", sondern v.a. "fit für ihr Leben" werden. Die Psychologen berichten über die Möglichkeiten im aktuellen Reader "Talentförderung - Sensible Phasen auf dem Weg zur Weltspitze".
Psychohygiene: Wie wir auch bei Stress gesund bleiben können
Stress kann produktiv stimulieren oder die psychische und somatische Gesundheit schädigen. Entscheidend ist nicht der Stress als solcher, sondern die Art, wie der Mensch mit dem Stress umgeht. Die dysfunktionale Stressverarbeitung kann auf Dauer schwerwiegende psychosomatische Erkrankungen auslösen. Dr. Peter Schulz (Trier) beschreibt die Problematik detailliert in seiner Monografie "Pathogene Stressverarbeitung und psychosomatische Störungen".
DGPPN veröffentlicht Forderungen zur Bundestagswahl 2017
Die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Erkrankungen in allen Bereichen der Gesellschaft berücksichtigen - das ist die zentrale Forderung, welche die DGPPN an die Politik stellt. Mit Blick auf die kommende Bundestagswahl bezieht die Fachgesellschaft in einem neuen Forderungskatalog Stellung zu den dringendsten Handlungsfeldern auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit. Sie appelliert an die Parteien, diese stärker in den Fokus zu rücken und in ihre Wahlprogramme aufzunehmen.