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Gesundheit und Haft: Gewalt und Infektionen hinter Gittern

Gesundheit und Haft: Etwa 30.000 Drogenkonsumenten befinden sich in Haft. Nur etwa jeder siebte von ihnen erhält eine Substitutionstherapie - d.h. einen Ersatzstoff. Daher blüht hinter Gittern illegaler Drogenhandel - organisiert von mafiosen Strukturen. Insider berichten im Fachbuch "Gesundheit und Haft" über schwerwiegende Folgen.

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

Lesen ist eine derart junge kulturelle Errungenschaft, dass im Gehirn noch kein eigener Platz für sie vorgesehen ist. Während wir lesen lernen, werden daher Hirnregionen umfunktioniert, die bis dahin für andere Fähigkeiten genutzt wurden. Wissenschaftler der Max-Planck-Institute in Nijmegen und Leipzig haben herausgefunden, dass sich das Gehirn dabei so grundlegend verändert, dass sich selbst evolutionär sehr alte, tiefverborgene Strukturen an die neue Herausforderung anpassen. Zu diesen Erkenntnissen gelangte das Team anhand einer großangelegten Studie in Indien, in der Analphabetinnen sechs Monate lang lesen und schreiben lernten.

Evolutionäre Ästhetik: Warum wir Kitsch lieben und gleichzeitig ablehnen

Ästhetik treibt die psycho-bio-soziale Evolution an - und die Evolution entwickelt die Ästhetik weiter. Dieses Wechselspiel reflektieren Psychologen und Sozialwissenschaftler in dem aktuellen Reader "Evolutionäre Ästhetik". Welche Rolle spielt in diesem Kontext Kitsch? Warum wird er gleichzeitig geliebt und abgelehnt?

Psychoanalyse: Wie Facebook-Seiten politische Gewalt auslösen

Pegida, AFD & Co: Anti-Asyl-Facebook-Seiten erzeugen bei ihren Nutzern eine Disposition, "die nach Entladung in Handlungen mit Gewaltpotential strebt." Zu diesem Ergebnis kommt Dr. Steffen Krüger in einer tiefenpsychologischen Studie - veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Psychoanalyse - Texte zur Sozialforschung".

Advantages of Educational Large-Scale Assessments

Now the journal Psychological Test and Assessment Modeling published the second part of the special issue on current methodological issues in educational large-scale assessments.

Adipositas lässt Gehirn schneller altern

Starkes Übergewicht erhöht nicht nur das Risiko, an Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz oder Arteriosklerose zu erkranken, sondern gefährdet auch das Gehirn und seine geistigen Fähigkeiten. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig haben nun herausgefunden, dass bei Adipösen höheren Alters das sogenannte Default Mode Network schwächer vernetzt ist und dadurch Prozesse wie Erinnern und Planen schlechter funktionieren könnten. Das ist ein wichtiges Indiz für eine frühzeitig drohende Alzheimer-Demenz.

Häufiger als angenommen: Sexuelle Gefühle und Verliebtheit zwischen Psychotherapeut und Patient

Verhaltenstherapie: Erotik zwischen PsychotherapeutInnen und KlientInnen entsteht häufiger als es den Betroffenen guttut. Die Gefühle können einseitig sein oder in einer kritischen Symmetrie. Dr. Angelika Neumann (Zentrum für Psychotherapie Stuttgart) gibt konkrete Hinweise zur schematherapeutischen Bearbeitung des Spannungsfeldes. Der Beitrag erschien in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift VERHALTENSTHERAPIE UND VERHALTENSMEDIZIN.

Mit steigendem Testosteronspiegel wächst die jugendliche Ungeduld

Eine Reihe von Studien des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung beschäftigt sich mit impulsivem und risikoreichem Entscheidungsverhalten von Jugendlichen. Eine in der Fachzeitschrift "Psychoneuroendocrinology" veröffentlichte Studie hat nun untersucht, welchen Einfluss Testosteron auf jugendliche Entscheidungen hat.

Online Dating: Die zufriedensten Ehepaare

Online-Dating-Plattformen haben sich als beliebtes Mittel zur zielgerichteten Partnersuche herausgebildet, sei es nun für eine langfristige Beziehung oder für kurze sexuelle Kontakte. Wissenschaftler der Hochschule Fresenius, Fachbereich Wirtschaft & Medien in Köln, geben einen aktuellen Forschungsüberblick zum Thema Online-Dating.

Die Adaptionsbehandlung: Handbuch zur zweiten Phase der stationären medizinischen Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen

Über die Adaptionsbehandlung als zweite Phase der stationären medizinischen Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen liegen bislang nur wenige Veröffentlichungen vor. Das mag daran liegen, dass für diese Behandlungsform erst mit der Verfahrensabsprache der Rentenversicherungsträger und Krankenkassen von 1994 ein verbindlicher konzeptioneller Rahmen geschaffen wurde. Das mag aber auch daran liegen, dass dieses Segment der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker mit etwas über 4.200 Behandlungsfällen pro Jahr und ca. 1.000 Behandlungsplätzen in rund 100 Einrichtungen eher klein ist. Mit der Adaptionsbehandlung wurde jedoch ein außerordentlich wichtiges und ergänzendes Angebot für Rehabilitanden mit bio-psycho-sozialen Problemlagen und gemindertem Integrations- und Teilhabepotential geschaffen, bei denen nach der Entwöhnungsbehandlung noch weiterer Behandlungsbedarf besteht.

Selbstkontrolle lässt sich trainieren - aber nicht so gut, wie man glauben möchte

Selbstkontrolle hat einen guten Ruf: Zahlreiche Studien belegen, dass sie in verschiedensten Lebensbereichen positiv wirkt. Eine so erstrebenswerte Fähigkeit sollte sich doch trainieren lassen - oder nicht? Psychologen der Universität des Saarlandes werteten in einer Metaanalyse 33 Studien zu Selbstkontrolltrainings aus. Die Wirksamkeit dieser Trainings zeigte sich nur bedingt. Die Ergebnisse der Studie werden demnächst in der Fachzeitschrift "Perspectives on Psychological Science" erscheinen.

Neuer Maßregelvollzug: häufiger ohne Gitter

Forensische Psychiatrie: Der Maßregelvollzug in Deutschland wird - wenn auch zögerlich - neu justiert. Z.B. machen Gerichte häufiger von der Möglichkeit Gebrauch, den Maßregelvollzug zu verhängen und gleichzeitig zur Bewährung auszusetzen, berichtet Dr. Markus Opgen-Rhein (München) in dem aktuellen Reader "Neujustierung des Maßregelvollzugs". Voraussetzung für die Bewährungs-Entscheidung ist, dass der Patient außerhalb der Klinik in einer komplementären Einrichtung leben kann und ambulant engmaschig betreut wird.




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