Report Psychologie: Sexualstraftäter bleiben häufig ohne Therapie
Sexualstraftäter benötigen während und nach der Inhaftierung eine professionelle Therapie - in eigenem Interesse und zum Schutz der Gesellschaft. Doch ein großer Teil der Sexualstraftäter wird nicht oder unzulänglich behandelt; damit steigen Rückfallquoten und Kosten. Professor Dr. Niels C. Habermann (Hochschule Heidelberg) berichtet über die Problematik in der aktuellen Ausgabe der BDP-Zeitschrift "Report Psychologie".
Neuer Roman von Monika Vogelgesang: Unternehmensberatung oder Geheimnisse der erfolgreichen Lüge
Das Management attrahiert immer mehr Berater - jeglicher Art und jeglicher Qualifikation: Immer opulent dotiert, doch kaum je in eigener Verantwortung. Rainer Eigrün agiert als Berater und Hauptfigur eines aktuellen Romans: "Guter Rat ist teuer". Die Autorin, Monika Vogelgesang, zeichnet Szenen fragwürdiger Konsultationen. Eigrün intoniert bereits zu Anfang seine Grundsequenz: "Wenn wir die Firmenleitung für uns eingenommen haben, halten wir den gesamten Betrieb im Griff. Reine Zeit- und Geldverschwendung, sich mit Firmenkleinkram zu beschäftigen."
Schwarzarbeit in Deutschland rückläufig, in Südeuropa mit Hochkonjunktur
Die Schattenwirtschaft liegt in Deutschland mit etwa 15% des Bruttoinlandsprodukts im OECD-Mittelfeld. Die Weltwirtschaftskrise 2009 begünstigte mit hoher Arbeitslosigkeit einen starken Anstieg der Schwarzarbeit. Doch das Konjunkturpaket der Großen Koalition dämpfte diesen Zuwachs erheblich. Konjunkturpolitische Programme sollten immer die möglichen Auswirkungen auf die Schattenwirtschaft berücksichtigen, fordert der Ökonom Professor Dr. Friedrich Schneider in seinem Beitrag zum aktuellen Reader "Korruption - Forschungsstand, Prävention, Probleme".
Eine kurze Unachtsamkeit und schon ist der Finger eingeklemmt, der Kopf gestoßen oder der Fuß verstaucht - und schmerzt. Schmerz ist ein Schutzmechanismus des Körpers und gleichzeitig ein komplexes neurologisches Phänomen, das von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird. Langanhaltender Schmerz im Sinne von chronischem Schmerz ist zudem eine eigene und häufig schwer zu behandelnde Krankheit. Ein Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) hat jetzt gezeigt, dass langandauernder Schmerz im Gehirn emotionaler verarbeitet wird als kurzer.
Achtsamkeit und Körperwahrnehmung als Therapie gegen Depression
Wer zusammengesunken sitzt wie ein Depressiver, verfällt auch leichter in negative Stimmung, wer aufrecht geht, kann sich besser positive Dinge merken - in der Forschungsarbeit von Prof. Dr. Johannes Michalak spielt das Wechselspiel zwischen Körper und Seele eine zentrale Rolle. Im letzten Herbst hat ihn die Universität Witten/Herdecke auf den Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie berufen. Seither bildet er hier Psychologen im Department für Psychologie aus: "Für mich hat die Meditation seit meinem 20sten Lebensjahr eine wichtige Rolle gespielt. Und diese Rolle untersuche ich nun mit wissenschaftlichen Maßstäben", erklärt er seinen Weg zu seinem Forschungsgebiet.
Denken, Fühlen, Handeln: Wie wir funktionieren / Psychologen-Tagung TeaP in Hildesheim
Wie funktioniert der Mensch und sein Denken, Fühlen und Handeln im Normalfall? Die Allgemeinpsychologie betrachtet gewissermaßen den "Standard-Durchschnittsmenschen". Emotionen geben uns zum Beispiel eine gute Anleitung dafür, was in einer Situation zu tun ist. Wenn jemand traurig ist, erwartet die Person häufig Zuwendung. Dagegen ist Wut ein Signal für den Beobachter, wie er sich gleich am besten verhalten sollte. Wegrennen? Auf der TeaP stellen experimentell arbeitende Psychologen Forschungsergebnisse aus der Grundlagenforschung vor. Die größte Konferenz dieser Art im deutschsprachigen Raum mit etwa 600 Teilnehmern findet erstmals an der Universität Hildesheim statt.
Macht, Hass, Gewaltverbrechen: Mängel bei Aufklärung und Sanktionierung
Hasskriminalität stellt Ermittler und Gutachter vor überdurchschnittlich komplexe Anforderungen; die Aufklärungsquote ist im Vergleich zur Eigentumskriminalität niedrig. Hass auf Frauen, Hass auf Eltern, Hass auf Fremde stehen im Mittelpunkt der diesjähigen IFF-Arbeitstagung "Macht-Hass-Gewalt, Motivationale Besonderheiten (sexueller) Gewalt- und Tötungsdelikte" (23./24. April, Bremen) - www.iff-forum-forensik.eu/aktuell.html .
Alles ist offen und möglich, ohne Angst. Paolo, Partisan und verwundet, versteckt sich mit Schmerzen während der letzten Kriegsmonate 1945 vor den Deutschen in einem abgelegenen Dorf im Piemont. Seine Frau Ada und seine "Freundin" Giulia versorgen ihn. Die Zeit schleicht unter einer dichten Schneedecke unmerklich dahin. Giulia, alias Lalla Romano, beschreibt in ihrem Roman "Schattenfugen" einen klirrend-kalten Winter, in dem drei Menschen einander wärmen.
Subjektives Zeitempfinden ist bei depressiven Menschen verändert
Wie schnell die Zeit vergeht, ist eine außerordentlich subjektive Einschätzung und hängt meist von der jeweiligen Situation ab, ob man beispielsweise auf etwas wartet oder im Gegenteil eine Frist näher rückt. Allerdings scheinen depressive Menschen grundsätzlich ein anderes Zeitempfinden zu haben als gesunde. Darauf deuten Aussagen von Patienten hin, wonach ihnen die Zeit quälend langsam vergeht oder gar stillzustehen scheint. In einer sogenannten Metastudie haben Psychologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) nun die zu dieser Frage relevanten wissenschaftlichen Untersuchungen zusammengetragen und ausgewertet. Das Ergebnis: Depressive Personen haben im Vergleich zu gesunden Probanden tatsächlich das subjektive Empfinden, dass die Zeit langsamer vorbeigeht. Müssen sie jedoch ein ganz konkretes Zeitintervall von zum Beispiel zwei Sekunden oder auch zwei Minuten schätzen, gelingt ihnen das genauso gut wie Gesunden.
Ängstlichkeit beeinträchtigt das Lernverhalten von Probanden
Angst gehört zu den Grundgefühlen des Menschen. Ihre Aufgabe ist es, uns vor Gefahren zu schützen - eigentlich etwas Gutes also. In manchen Fällen ist sie jedoch eher hinderlich, zum Beispiel wenn es darum geht, sich in ständig wechselnden Umgebungen zurechtzufinden. Eine neue Studie von Wissenschaftlern aus Oxford und Magdeburg, die gerade im hochrangigen Fachmagazin Nature Neuroscience erschienen ist, untersucht den Zusammenhang zwischen der individuellen Ausprägung von Ängstlichkeit und dem Lernverhalten der getesteten Probanden. An der Forschung war auch Dr. Gerhard Jocham beteiligt, der eine Forschergruppe im Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) in Magdeburg leitet.
Onlinespiele und Sex-Portale: Zu viel Internet macht Jugendliche einsam
Isoliert, unkommunikativ oder gereizt - laut einer aktuellen Studie der Klinik für Psychosomatische Medizin der Universitätsmedizin Mainz beeinflusst intensiver Konsum von Onlinespielen und -sexangeboten die Bindungsfähigkeit von Jugendlichen. Sind sie über sechs Stunden täglich online, egal ob über Mobiltelefon oder Computer, fällt es Jugendlichen schwerer, Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen.
Viele Krebspatienten kennen Gefühle wie innere Unruhe, Nervosität und Angst nur zu gut. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, körperliche Verspannungen sowie Anspannung während und nach einer Krebstherapie sind belastend. Dazu kommen neue Anforderungen im Alltag. Entspannungsmethoden können Krebspatienten helfen, Verkrampfungen zu lösen und Ängste zu mildern.