Sexueller Missbrauch im Sport: häufig und tabuisiert
Am Wochenende hat in Frankfurt am Main die bislang erste Anhörung von Betroffenen sexualisierter Gewalt im Sport stattgefunden. Das Hearing wurde von der Deutschen Sporthochschule Köln im Rahmen des von der EU geförderten Projektes VOICE in Kooperation mit der Deutschen Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sowie dem Deutschen Kinderschutzbund (DKSB) Bundesverband e.V. durchgeführt.
Ehrlichkeit spielt im sozialen und wirtschaftlichen Leben eine zentrale Rolle. Ohne sie werden Versprechen nicht eingehalten, Verträge nicht erfüllt oder etwa Steuern nicht bezahlt. Trotz dieser gesellschaftlichen Bedeutung sind die biologischen Grundlagen der Ehrlichkeit kaum bekannt. Nun zeigen Forscher der Universität Zürich gemeinsam mit Kollegen aus Chicago und Boston, dass ehrliches Verhalten durch Hirnstimulation verstärkt werden kann. Sie weisen den Prozess des Abwägens zwischen Ehrlichkeit und materiellem Eigeninteresse im rechten präfrontalen Kortex nach.
Forschende der Universität Zürich und der ETH Zürich zeigen erstmals den kausalen Zusammenhang, weshalb der Tiefschlaf wichtig ist für die Lernfähigkeit des Gehirns. Sie haben eine neue, nicht-invasive Methode entwickelt, um den Tiefschlaf des Menschen gezielt zu beeinflussen.
Wissenschaftler entschlüsseln das "perfekte Selfie"
Selfies sind zu einer alltäglichen Gewohnheit geworden. Stars und Blogger setzen sich mit Selbstportraits gekonnt in Szene. Doch wie muss man ein Selfie aufnehmen, um zum Beispiel attraktiv, schlank oder sympathisch zu wirken? Dies hat eine aktuelle Studie von Psychologen der Universität Bamberg untersucht. Tobias Schneider und Prof. Dr. Claus-Christian Carbon vom Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie analysierten, welche Kamerapositionen bei einem Selfie die Wahrnehmung von Persönlichkeitseigenschaften beeinflussen. Carbon ist auf das Gebiet der Wahrnehmungspsychologie spezialisiert.
Wenn Kunstwerke, Texte oder Musikstücke uns begeistern, verärgern oder auch langweilen, spricht die Psychologie von einer ästhetischen Emotion. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff? Allgemein versteht man darunter Gefühlsregungen, die aufkommen, wenn wir Reize nach ihrem ästhetischen Wert hin beurteilen. Empirisch wurde dieses Thema bislang kaum für das gesamte Spektrum ästhetischer Urteile, von den Künsten über Design bis zur Naturschönheit, untersucht - auch, weil ein entsprechendes Instrument fehlte.
Internationales Psychologenteam untersucht Zusammenhang zwischen Bombenkrieg und "German Angst"
Die "German Angst" ist zu einem weltweit genutzten Begriff geworden, der die Eigenschaft der Deutschen charakterisieren soll, pessimistisch auf die Welt zu schauen und Untergangsszenarien heraufzubeschwören. Internationale Forscher um den Psychologen Martin Obschonka sind in einer Studie der Frage nachgegangen, ob die traumatische Erfahrung der schweren Luftangriffe auf deutsche Städte im 2. Weltkrieg in der Bevölkerung ein besonderes Angst- und Depressionsempfinden verankert hat. Die Studie ist am 19. Juni in der renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschrift "European Journal of Personality" erschienen.
Warum sich unser Gehirn manchmal für die zweite Wahl entscheidet
Unser Gehirn folgt bestimmten Rechenregeln und Bewertungen, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen. Allerdings führen diese teilweise dazu, dass nicht die jeweils objektiv beste Option des Moments ausgewählt wird, sondern diejenige, die in früheren Situationen im Vergleich zu anderen Optionen gut abschnitt. Das haben die Wissenschaftler Dr. Gerhard Jocham, Dr. Tilmann Klein und Prof. Dr. Markus Ullsperger von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und dem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften Leipzig in einer Studie herausgefunden, die soeben im renommierten Journal Nature Communications veröffentlicht wurde.
Wissenschaftler der Universität Siegen haben in einer deutschlandweit einmaligen Langzeitstudie erforscht, wie sich Pflegekinder nach der Volljährigkeit entwickeln. Sie fordern, dass sich die Strukturen der Jugendhilfe ändern müssen.
Preise für herausragende positiv-psychologische Forschung
Die Deutsche Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung (DGPPF) hat bei ihrer zweiten Konferenz an der Universität Trier drei Preise für exzellente positiv-psychologische Forschung vergeben.
Wirtschaftspsychologie: Der Kampf um Boni vergiftet das Arbeitsklima
Wirtschaftspsychologie: Unternehmen setzen zur Mitarbeitermotivation gern auf leistungsbasierte Bonussysteme. Diese Systeme beeinflussen allerdings das Verhalten am Arbeitsplatz nicht nur in der gewünschten, leistungssteigernden Weise: Bonussysteme fördern soziale Vergleiche und Wettbewerb und können zu aggressivem Verhalten der Mitarbeiter führen. Das kann so weit gehen, dass sich Kollegen untereinander aktiv schaden. Zu diesem Ergebnis kommen Prof. Dr. Niels Van Quaquebeke von der Kühne Logistics University und Daniel Gläser (RespectResearchGroup, Universität Hamburg), die gemeinsam mit Dr. Suzanne van Gils von der Universität Maastricht die Kollateraleffekte von Bonussystemen in Organisationen untersucht haben.
Chemsex: Männer, die Sex mit Männern haben, verstärken ihn oft durch gleichzeitigen Drogenkonsum. Die exzessive Erlebnisintensität des Chemsex bezahlen Betroffene mit hohen gesundheitlichen Risiken. Die Übertragung von HIV und anderen Infektionskrankheiten ist extrem häufig. Die erste deutsche Studie über den zunehmenden Chemsex veröffentlichen Professor Dr. Daniel Deimel und Kollegen in der aktuellen Ausgabe von Rausch - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie.
Psychogenese-Forschung: erweiterte und vertiefte Einblicke in die Psyche des Menschen
Psychologische Forschung engt ihre Interessen meist mit einem anthropozentrischen Fokus und einer vorwiegend experimentellen Methodik ein. Gerd Jüttemann fordert demgegenüber eine transdisziplinäre Wissenschaft, die die Psychogenese der Menschheit zu rekonstruieren versucht und damit Einblicke in die Psyche des heutigen Menschen vertieft.