"Mit einem Lächeln gewinnt man mehr Freunde als mit einem langen Gesicht" - dieses chinesische Sprichwort hat eine Studie von Forschern am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön und an der Toulouse School of Economics mit einem Verhaltensexperiment wissenschaftlich belegt. Die Wissenschaftler haben untersucht, ob Probanden mit ihrem Lächeln Vertrauen erwecken und davon profitieren können. Die Ergebnisse zeigen, dass ein als ehrlich und authentisch empfundenes Lächeln einen Menschen vertrauenswürdig macht. Und das zu Recht, denn im Schnitt sind diese Menschen dann auch kooperativer. Die Studie zeigt, dass das authentische Lächeln unterbewusst eher dann eingesetzt wird, wenn es um höhere Gewinne geht und man es ehrlich meint. Es scheint also Kosten zu haben, so zu lächeln, die man nur aufbringt, wenn es sich lohnt. Am authentischen Lächeln eines anderen lässt sich verlässlich ablesen, ob er kooperativ ist.
Kriminalität und Sucht: Forensische Nachsorge reduziert Rückfallrisiken
Zunehmend mehr suchtkranke Straftäter werden zunächst im geschlossenen Maßregelvollzug stationär behandelt und nach der Entlassung von forensischen Nachsorge-Ambulanzen betreut. Die Nachsorge ist "nicht eine sinnvolle Ergänzung zur stationären Therapie, sondern eine elementare Voraussetzung dafür, dass Therapie unter den Bedingungen des Maßregelvollzugs überhaupt zum Erfolg führen kann," berichten die Therapeuten Sacha Kalinski und Paul Suer (Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem/Westfalen) in "Rausch - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie".
Auf welche Weise erfassen die Rezeptoren auf unserer Haut, ob etwas warm oder kalt ist? Und wie erzeugt unser Gehirn aus diesen Informationen dann eine Empfindung von der Temperatur eines Objektes? Der Antwort auf diese Fragen sind jetzt Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin Berlin-Buch (MDC) näher gekommen. Sie konnten zeigen, dass die Gehirnregion, die Informationen über haptische Reize verarbeitet, ebenso für die Wahrnehmung von feinen Temperaturunterschieden zuständig ist. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience* veröffentlicht.
Wissenschaftler der Universitäten Ulm und Konstanz konnten in einer Studie nachweisen, dass traumatische Erlebnisse DNA-Schäden in Immunzellen auslösen. Zugleich gelang es den Psychologen und Molekularbiologen erstmals zu zeigen, dass sich durch geeignete Psychotherapie nicht nur die psychischen Symptome von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) lindern lassen, sondern auch das Ausmaß der DNA-Schädigung deutlich reduziert werden kann.
Tiefeninterviews: nie mehr suggestiv mit dem Entscheidungsorientierten Gespräch (EOG)
Tiefeninterviews nach den Regeln des Entscheidungsorientierten Gesprächs (EOG) sind nie suggestiv. Untersuchungen zeigen, dass Interviewer nur eine unvollständige Vorstellung von Suggestivfragen haben. Prof. Dr. Karl Westhoff (TU Dresden) und sein Team haben deshalb die Merkmale suggestiver Fragen zusammengestellt: Vorausgeschickte Informationen verdeutlichen die erwünschte Antwort; in der Frage ist bereits eine Bewertung des erfragten Verhaltens enthalten; es wird etwas als gegeben voraussetzt, was nicht vorausgesetzt werden kann, weil es auch anders (gewesen) sein kann; Antwortalternativen werden unvollständig aufgezählt; bei vollständigen Antwortalternativen oder bei "Ja-Nein" Antworten ist eine der Antworten für den Interviewten näher liegen; es sind Hinweis gebende Füllwörter wie "sicher", "etwa" usw. enthalten.
Wie lässt sich eine Tanzfolge am besten lernen? Um diese Frage ging es in einem Projekt, für das die Universität Bielefeld sich mit der Palucca Hochschule für Tanz Dresden zusammengetan hat. Wissenschaftler entwickelten das Projekt zusammen mit Tänzern und Tanzpädagogen. Sie erforschten gemeinsam, ob Tänzer eine Abfolge besser durch Sehen oder Hören lernen - beispielsweise wenn ein Tanzlehrer diese zunächst vormacht oder wenn er sie erst ausschließlich mündlich erklärt. Ein Forschungsartikel zu der Studie ist jetzt auf der Konferenz der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft als "Best Paper" ausgezeichnet worden.
Augen sind bekanntlich der Spiegel der Seele - aus dem Blick lässt sich oft auf die Gefühlsverfassung unseres Gegenübers schließen. Auch Säuglinge nehmen offenbar solche Signale wahr. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig haben entdeckt, dass schon sieben Monate alte Säuglinge unbewusst auf ängstliche Augen reagieren. Dabei reicht es aus, wenn sie nur das "Weiße" in den Augen sehen, also die weiße Lederhaut des Augapfels, die sogenannte Sclera. Auf direkte und abgewandte ängstliche Blicke sprechen Säuglinge unterschiedlich an. Schon von frühestem Kindesalter an kann der Mensch demnach die Gefühlslage anderer wahrnehmen. Die Augen - insbesondere die Lederhaut - sind dafür der Schlüssel.
Gierige Menschen lernen schlechter aus ihren Fehlern
Wissenschaftler der Universität Würzburg konnten einen Zusammenhang zwischen Gier als Persönlichkeitsmerkmal und riskantem Verhalten herstellen. Über die Ergebnisse ihrer Studie berichtet das Fachmagazin Social Neuroscience in seiner aktuellen Ausgabe.
In einer Stellungnahme schätzte die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN), dass bei bis zu 25 Prozent der Patienten mit Krampfanfällen oder Bewusstseinsstörungen fälschlicherweise Epilepsie diagnostiziert wird. Der Grund dafür sei in der Regel eine falsche Interpretation der Hirnströme. Ein aktueller Beitrag in der Fachzeitschrift "Aktuelle Neurologie" bestätigt die Einschätzung der Fachgesellschaft und verweist auf Studien, die noch höhere Fehlerquoten ausmachen. Demnach könnten in bestimmten Zuweisungszentren sogar 30 bis 35 Prozent der Epilepsie-Diagnosen falsch sein. Um häufige EEG-Fehlinterpretationen zu vermeiden, fordert die DGKN eine verbindliche Qualitätssicherung basierend auf den Zertifikaten der Fachgesellschaft.
Risikofaktor Eule - Jugendliche Abendtypen bilden häufiger psychische Symptome aus
Die Herausbildung des Schlaf- oder Chronotyps zeigt sich bereits im Kindesalter. Einige Studien diskutieren hierbei genetische Einflüsse. "So zeigen diese, dass Eltern mit einer Morgenorientierung, mit höherer Wahrscheinlichkeit Kinder bekommen, die eine Morgenorientierung aufweisen als Eltern, die dem Abendtyp zuzuordnen sind", erklärt Prof. Dr. Angelika Schlarb, Kinder- und Jugendpsychologin an der Uni Bielefeld. Während des Erwachsenwerdens verändert sich jedoch meist diese Präferenz, so sind in der Regel Jugendliche eher abendorientiert und oftmals spät abends noch hellwach während ihre Eltern bereits müde oder sogar schon schlafen gegangen sind.
Compensation and punishment: 'Justice' depends on whether or not we're a victim
We're more likely to punish wrongdoing as a third party to a non-violent offense than when we're victimized by it, according to a new study by New York University psychology researchers. The findings, which appear in the journal Nature Communications, may offer insights into how juries differ from plaintiffs in seeking to restore justice.
Financial experts do not make higher returns on their own investments than untrained investors, according to research by a Michigan State University business scholar.