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Wirtschaftspsychologie: Fehlende Organisationsberatung verursacht Millionenschäden

Nicht nur der Hauptstadtflughafen Berlin belegt, dass eine wissenschaftlich fundierte Organisationsberatung die Prosperität steigern und Millionenschäden vermeiden könnte. Dennoch wird von der Expertise nur bruchstückhaft und selten Gebrauch gemacht, kritisieren WissenschaftlerInnen in der unabhängigen Fachzeitschrift "Wirtschaftspsychologie".

Professorin Dr. Annette Kluge (Universität Duisburg-Essen) sieht Gründe auf mehreren Seiten:

  • "Die in der Mainstream-Psychologie dominierende (positivistische) Ausrichtung auf quantitative Forschung und die Outsider-Stellung der konstruktivistischen Psychologie-Ansätze in Deutschland führen dazu, dass die meisten vorliegenden Ergebnisse aus Forschung in Organisationen wenig gestaltend-nutzbar sind."
  • "Die Universitäten bereiten die Studierenden nicht auf prozessorientierte Organisationsberatung vor, sondern bevorzugen noch immer klassische Themen der Organisationspsychologie aus den 30er bis Ende der 70er Jahre."
  • "Wenn man Knowhow in eine Organisation hinein beraten und mit den Stakeholdern verankern will, wäre es wünschenswert, wenn man vor Ort gelassen wird. Wenn man in einer Organisation z.B. eine Interventionsstudie durchführen will, die verschiedene Interventionen kontrastierend evaluiert, scheitert man je nach Organisation am Datenschutz, am Betriebsrat oder an Beidem."
  • "Das Politische in Organisationen wird in der wissenschaftlichen Organisationsforschung und damit auch in der Umsetzung zu wenig berücksichtigt. Stattdessen wird davon ausgegangen, dass EntscheiderInnen in Organisationen allein an wissenschaftlich basierten und rationalen Entscheidungen interessiert seien. Sie sind aber auch an Macht und Einfluss zur Durchsetzung von Eigeninteressen interessiert."
  • "Wenn die Verantwortlichen in Organisationen nichts (mehr) lesen, kann auch keine wissenschaftliche Fundierung erwartet werden."
  • Die meisten Manager wissen überhaupt nicht, "dass es zur eigenen Fragestellung wissenschaftliche Erkenntnisse gibt ..."



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