Für Dammann sind Persönlichkeitsstörungen primär "Beziehungsstörungen, die nicht nur die äußere Interaktion betreffen, sondern in erster Linie mit den internalisierten Beziehungserfahrungen zu tun haben. Die Theorie der Objektbeziehungspsychologie bildet eine gute Grundlage des Verständnisses. Sie stellt die Beziehungsstörung in den Mittelpunkt der Behandlung. Dabei wird Charakter als geronnene Beziehungserfahrung gesehen. Innere Objektbeziehungen sind die ´Brille´, mit der der Patient die Welt sieht. Die Beziehungsproblematik des Patienten wird dabei vor allem als eine strukturelle Thematik im Bereich der inneren Objektbeziehungen betrachtet. So wird z.B. ein Verständnis möglich für den zunächst stark widersprüchlich wirkenden Wechsel von überfürsorglich-hypochondrischer und vernachlässigender Körperbeschäftigung bei Drogenabhängigen.
Die Objektbeziehungstheorie ermöglicht es, Verbindungen herzustellen zwischen früheren Beziehungserfahrungen, daraus entstandenen Objektbeziehungen, den abgeleiteten interpersonellen Beziehungsschwierigkeiten und den Übertragungsbeziehungen, die diese bearbeitbar machen."
Anderseits warnt Dammann vor zahlreichen Gefahren: "So können Ersatzbeziehungen mit dem Therapeuten aufgebaut werden und pathologische Regressionen vorkommen. Der Patient lernt neue Symptome durch ´imitatives Verhalten´. Ständige Kriseninterventionen erzeugen eine ´Blaulicht-Atmosphäre´ und verhindern eine vertiefte Bearbeitung der Probleme. Widerstand in Form von Trivialisierungen wird nicht genügend als solcher erkannt ..."
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