"Nach über 30 Jahren wurde die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und Gesundheitsprobleme in ihrer elften Revision grundlegend überarbeitet. Dies führt zu grundlegenden Änderungen in der Diagnostik und teilweise auch in der Behandlung psychischer Störungen. Orientiert an aktuellen Forschungsergebnissen wurden neue Kategorien geschaffen, bestehende Kategorien gestrichen oder in andere Oberkategorien eingeordnet. Eine differenziertere Diagnostik der Störungen wird ermöglicht. Durch einen stärkeren Fokus auf dimensionale Diagnostik ergeben sich insbesondere im Bereich der Persönlichkeitsstörungen deutliche Änderungen. Mit Einführung einer online-Version, kulturspezifischen Hinweisen und der Anschlussfähigkeit an DSM-5 und ICD-10 sollen die Anwendbarkeit weltweit erhöht sowie flexible Anpassungen und Forschungen erleichtert werden," berichten Lars P. Hölzel, Uta Fröhlich, Hannah Weber und Klaus Lieb.
Matthias Backenstrass greift beispielhaft heraus: "Mit der Einführung der Kategorie ´Zwangsstörung oder verwandte Störungen´ in die ICD-11 wird in Weiterentwicklung der ICD-10 eine Gruppe psychischer Störungen neu definiert. Sehr ähnlich der Konzeption des DSM-5 wird die Zwangsstörung mit weiteren Störungen zusammengefasst, deren gemeinsames Merkmal in wiederkehrenden Gedanken und Verhaltensweisen gesehen wird. Bei einer Untergruppe werden kognitive Phänomene (wie Zwangs- und intrusive Gedanken), die von damit verbundenen wiederkehrenden Verhaltensweisen begleitet werden, im Vordergrund der jeweiligen Störung gesehen. Das pathologische Horten und die körperbezogenen, repetitiven Verhaltensstörungen werden als zweite Untergruppe davon abgegrenzt, sie sind schwerpunktmäßig durch wiederkehrende gewohnheitsmäßige Handlungen gekennzeichnet..."
Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin 2/2025:
Neues in der ICD-11 - Einführender Überblick und ausgewählte Beispiele
https://www.psychologie-aktuell.com/journale/verhaltenstherapie/bisher-erschienen/inhalt-lesen/2025-2-2.html














