"Ein zentrales Problem im Maßregelvollzug ist, dass Frauen oft aufgrund von Geschlechterstereotypen als weniger gewalttätig wahrgenommen werden; dies führt dazu, dass ihre tatsächlichen Bedürfnisse in Bezug auf Therapie und Unterstützung nicht ausreichend adressiert werden." Und möglicherweise werden bei der Entlassung zu wenige Sicherheitsrisiken prognostiziert.
Die meisten Diagnose- und Prognose-Instrumente sind mit Männern evaluiert worden - und daher für Frauen u.U. untauglich. Die Autorinnen kritisieren "die Rolle von Technologie und insbesondere von KI-gestützten Risk Assessment Tools. Stereotype Denkmuster können erhebliche Auswirkungen auf diese Technologien haben. Diese Tools basieren auf maschinellem Lernen, das stark von der Qualität der verwendeten Daten abhängt. Wenn die Daten, die zur Schulung dieser Modelle verwendet wurden, Vorurteile und Stereotype enthalten, können diese Vorurteile in die Modelle eingebettet und verstärkt werden. Ein Problem ist, dass viele Datenquellen bereits bestehende Diskriminierungen und Stigmatisierungen bestimmter Bevölkerungsgruppen widerspiegeln..."
Kassar und Stamminger empfehlen dringend, Verantwortlichen in der Justiz wie in der Therapie ihre Stereotype bewusst zu machen und auf fundiert geschlechtsspezifische Lösungen hinzuarbeiten.
Madeleine Kassar (Hrsg.): Forensische Psychiatrie und Psychotherapie 3/2025
Print: ISSN 0945-2540, PDF: ISSN 0945-2540














