Lange wurde an den Universitäten diskutiert, 50% der Bachelor-Absolventen zum Masterstudium zuzulassen. "An einigen Hochschulen wurde diese Quote nach unserer Kenntnis auf 80% erhöht (Berlin, Hamburg); die TU Dresden bietet sogar 120% an," sagt Brücher-Albers im Interview mit Report Psychologie.
"Ein Bachelor der Psychologie hat wohl die Aussicht, überall zu arbeiten, wo psychologisches Know-How gefragt ist, um dann zu erfahren, dass er vielleicht noch etwas dazulernen muss, um den komplexen Aufgabenanforderungen gerecht werden zu können." Allerdings sei es vorstellbar, "dass Psychologie-Bachelors Assistenztätigkeiten durchführen, die bisher von Diplompsychologen mit erledigt wurden."
Für Dr. Lars Allolio-Näcke ist dieser Trend politisch gewollt:
- Es geht um die Ökonomisierung von Bildung; d.h. im ersten Studienabschnitt wird Bildung zur Ausbildung reduziert.
- Und wer sich auf dieses Kurz-Studium beschränkt hat, muss sich künftig mit einem reduzierten Salär bescheiden.
"Die Unternehmen sollten sich nicht beschweren, wenn die AbsolventInnen zwar nicht mehr so gut gebildet wie früher, dafür aber wesentlich billiger sind. Da nimmt man schon inkauf, dass nun die bereits reduzierten Studienpläne weiter ausgedünnt werden und die eigentliche Qualifizierung in die Berufseinstiegsphase verschoben wird, wo noch universitär gebildete AkademikerInnen ihr Knowhow an die nunmehr Ausgebildeten weitergeben sollen," schreibt Allolio-Näcke in "Psychologie und Gesellschaftskritik".















