NEWSBÜCHERJOURNALEONLINE-SHOP



 

Sie befinden sich hier: JOURNALE » Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation » Bisher erschienen » Inhalt lesen

« zurück

Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation

» Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation im Online-Shop...


Führungsmotivation: "Es ist viel spannender, wenn ich selbst auf dem heißen Stuhl sitze"

Warum fehlen häufig geeignete Führungskräfte? Eine Arbeitsgruppe der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg hat Expertenperspektiven zum Thema Führungsmotivation untersucht. Ergebnis: "Insbesondere ein ausgeprägtes Machtmotiv sowie ein deutliches Leistungsmotiv werden als basale Motivgrundlagen für die Übernahme von Führungsverantwortung gesehen," berichten Gwen Elprana und KollegInnen in der aktuellen Ausgabe von "Report Psychologie".

Die Psychologen differenzieren in drei Motive, die einzeln auftreten können - oder in Kombination.

  • "affektives Führungsmotiv" ("Es macht Spaß, jemanden zu führen")
  • "normatives Führungsmotiv" ("Verpflichtung gegenüber gesellschaftlichen Normen und Werten")
  • "kalkulatives Führungsmotiv" (Erreichung bestimmter Ziele, z.B. Karriereschritt)

Die Studie differenziert sehr unterschiedliche Anreizmöglichkeiten:

  • Dinge verändern und bewegen zu können (Gestaltung)
  • Unabhängig arbeiten und entscheiden zu können, bei möglichst geringem Fremdeinfluss (Autonomie)
  • Verantwortung für Aufgaben und Menschen zu übernehmen (Verantwortung)
  • Ansehen, Prestige, Anerkennung zu gewinnen (Bestätigung)
  • Andere Menschen fördern zu können (Mentoring)
  • Neugierde - sich selbst auszuprobieren und weiterzuentwickeln (Wachstum)

Viele Faktoren, extern wie intern, können eine Führungsmotivation ver- oder behindern: etwa Konfliktscheu ("Anschlussmotiv"), Selbstzweifel, Risiken - und die wahrscheinlich extreme Arbeitsbelastung; das berufliche Engagement spielt in der jüngeren Generation gegenüber dem Privatleben eine geringere Rolle.

Die Studie nennt ein Motiv, das bei hochqualifizierten und hochengagierten Spezialisten häufiger ist als meist angenommen: Die Betroffenen möchten sich in ihrer Profession inhaltlich konzentriert weiterentwickeln und wollen jede Ablenkung - etwa durch Führungsaufgaben oder Administration - strikt vermeiden.

Die Freude an der Verantwortung und Führung gibt dem Geschehen seine wirkliche Dynamik, verdeutlicht einer der befragten Experten: "Irgendwann kam ich auf die Idee, hätte ich jetzt die Verantwortung hier, würde ich es anders machen. Und ich finde es auch viel spannender, wenn ich selbst auf dem heißen Stuhl sitze." Ob eine derartige Perspektive viele Spielertypen in Führungspositionen lockt oder Sensation Seeking Persons, hat die Hamburger Studie nicht untersucht.

» Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation im Online-Shop...





alttext    

 

Aktuell

Socials

Fachzeitschriften