Inhaltsverzeichnis
Editorial
(Wie) Gelingt Berufliche Wiedereingliederung für Arbeitslose bei erschwerenden Kontextfaktoren?
Celine-Chantal Elster & Beate Muschalla
Modellprojekt LeiTAR – Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in sich strukturell wandelnden Regionen. Konzept und Verfahrenshandbuch
Felix Behling, Lars Pallinger, Folkert Garbe, Tanja Schnar, Andrea Flügel, Iris Homann, Peter Sacher
Anforderungsprofile und Arbeitsfähigkeitspassung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt am Beispiel von ungelernten Tätigkeiten in einem Hotel – ein Explorationsleitfaden
Pia Borchers, Celine Chantal Elster, Canh Huy Phung, Beate Muschalla
Dank an unsere Gutachterinnen und Gutachter
Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation, 2024.37:251
DOI: https://doi.org/10.2440/008-0033
(Wie) Gelingt Berufliche Wiedereingliederung für Arbeitslose bei erschwerenden Kontextfaktoren?
Celine-Chantal Elster & Beate Muschalla
Technische Universität Braunschweig, Psychotherapie und Diagnostik
Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation, 2024.37:253-282
DOI: https://doi.org/10.2440/008-0034
Modellprojekt LeiTAR – Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in sich strukturell wandelnden Regionen.
Konzept und Verfahrenshandbuch
Felix Behling1, Lars Pallinger2, Folkert Garbe2, Tanja Schnar2, Andrea Flügel2, Iris Homann2, Peter Sacher2
1 Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover
2 INNtegrativ Berufsförderungswerke
Zusammenfassung
Das Modellvorhaben „LeiTAR“ unterscheidet sich durch die aufsuchende Sozialarbeit wesentlich von den bisherigen rehapro Projekten (vgl. auch PSMR Themenheft 02-2023). Das zentrale Ziel des Modellprojektes ist es, herauszufinden, wie Arbeitslosen mit multiplen Problemen ein erreichbares Angebot zur beruflichen Wiedereingliederung gemacht werden kann. Im Flächenland Niedersachsen werden Versicherte in ländlichen Regionen schlecht oder gar nicht erreicht. Hier setzt das Modellprojekt an, indem es arbeitslose Versicherte im wörtlichen Sinne mit dem Projektbus LeiTAR-Wagen „abholt“ und auf den Weg in die Beschäftigung bringen will.
Das multiprofessionelle Team, im Zusammenhang mit einem Gruppenangebot in einer beruflichen Rehabilitationseinrichtung (s. Kap. 3.2 und 6.2) sowie die enge Begleitung durch eine Peer-Person (s. Kap. 4.2, eine ehemals Arbeitslose) stellen den Teilnehmenden in den Mittelpunkt. Der Teilnehmende ist der Experte in eigener Sache und alle Gruppen- und Einzelcoaching-Maßnahmen orientieren sich an der Lebensrealität des Teilnehmenden.
Der Peer stellt den Erstkontakt her, bereitet die Teilnehmenden auf die weiteren Teammitglieder vor und versucht bereits, die ersten Anknüpfungspunkte für eine ausführliche Problemanalyse herauszuarbeiten (Biografischer Rundgang). Der Peeransatz stellt die kontinuierliche Begleitung der Teilnehmenden sicher und ist vor allem auch das Bindeglied zwischen Teilnehmenden und den anderen Professionen. Dabei sind der Selbsthilfeansatz und die Unterstützung der positiven Gruppendynamik entscheidend (s. Kap. 4.1). Dazu werden die Teilnehmenden durch den Peer mit dem LeiTAR-Wagen abgeholt und in regionsnahen „Räumen auf Zeit“ für eine Gruppenmaßnahme zusammengebracht. In einer Kick-Off Gruppenveranstaltung stellen sich alle Teammitglieder vor und vereinbaren Termine für ein begleitendes Einzelcoaching.
Die Ziele dieses ersten gemeinsamen Gruppentreffens sind außerdem der Kontaktaufbau mit dem multiprofessionellen Team und die Stärkung der Gruppenbildung. Die Teilnehmenden sollen am Ende der Trainingsmaßnahme wie eine Selbsthilfegruppe agieren und sich wünschenswerterweise auch über das Ende der Maßnahme hinaus gegenseitige Unterstützung bieten. Die Gruppentreffen sollen sich an den Bedürfnissen der Teilnehmenden orientieren und vor allem auch die Hilfe zur Selbsthilfe stärken. In der Gruppe wie auch in den begleitenden Einzelcoachings werden mit den Teilnehmern Werkzeuge zur Bewältigung beruflicher Integrationshemmnisse erarbeitet und mögliche Alternativen gesucht.
Innerhalb von acht Wochen Gruppen- und Einzelcoaching soll für jeden Teilnehmer ein individueller Plan für einen beruflichen Neustart entstehen. Erste Hürden oder Hemmnisse wurden bestenfalls überwunden und durch eine ambulante Anbindung an weitere Unterstützungsangebote ergänzt. Dies ermöglicht es, die individuellen Ziele weiter zu verfolgen und durch die enge Vernetzung der Gruppe motiviert den Weg in eine berufliche Zukunft zu gehen.
Schlüsselwörter: Arbeitslosigkeit; Eingliederung; Teilhabe; Arbeitsfähigkeit; Peer Coaching
Model project LeiTAR - Services for participation in working life in structurally changing regions. Concept and procedure manual
Abstract
The aim of the LeiTAR project is to find out how unemployed people with multiple (health) problems can be offered an accessible program for occupational reintegration. Unemployed persons in rural regions are poorly reached or not reached at all. This is where the pilot project comes in, by literally “picking up” unemployed persons with the project bus (“LeiTAR-Wagen”) and putting them on the road to employment by a group training. The group training is accompanied by a peer coaching done by a peer person that was formerly unemployed herself but successfully returned into the labor market despite individual hindrances.
The multiprofessional coaching team, as well as the close support provided by the peer, and the discussions and trainings together with other unemployed participants put the participants in focus. Latter are their own experts and all group and individual coaching measures are geared towards the reality of the participant’s life and towards his reintegration possibilities.
The project is evaluated qualitatively and quantitatively by accompanying interviews and questionnaires on work motivation and psychological work ability profiles according to the Mini-ICF-APP.
The project is funded by a research grant of the Federal Ministry of Work Social Affairs and the Regional Pension Agency of Lower Saxony, Germany.
Key words: Unemployment; reintegration; participation; work ability; peer coaching
Korrespondierender Autor:
Peter Sacher
Leiter Modellprojekte rehapro
INN-tegrativ gGmbH
Die Berufsförderungswerke im Norden
Peter-Joseph-Krahe-Straße 11
38102 Braunschweig
Peter.Sacher@inn-tegrativ.de
Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation, 2024.37:283-322
DOI: https://doi.org/10.2440/008-0035
Anforderungsprofile und Arbeitsfähigkeitspassung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt am Beispiel von ungelernten Tätigkeiten in einem Hotel – ein Explorationsleitfaden
Pia Borchers, Celine Chantal Elster, Canh Huy Phung, Beate Muschalla
Technische Universität Braunschweig, Psychotherapie und Diagnostik
Im Beitrag wird am Beispiel der „Hotel“-Metapher gezeigt, wie eine Exploration arbeitsbezogener Fähigkeiten für anlernbare Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarktes gestaltet werden kann. Die Anforderungsbeschreibungen eines Hotelbetriebs wurden mittels eines Experteninterviews inhaltsvalidiert. Vier verschiedene Hotelbereiche - Küche, Rezeption, Reinigung, Verwaltung - decken ein breites Feld allgemeiner Anforderungen ab, die im Sinne des Person-Job-Fit mit den Fähigkeiten der Probanden verglichen werden können.
Schlüsselwörter: Arbeitsfähigkeit, Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit, Beschäftigungsfähigkeit, Fähigkeit, Mini-ICF-APP
Work demands profiles and work ability for the general labor market using the example of unskilled jobs in a hotel – a Mini-ICF-APP exploration guide
The article describes how a Mini-ICF-APP based exploration of work ability for the general labor market can be done, by using the “hotel” metaphor. The work demands of a hotel business have been content-validated by expert interview. Four different hotel areas - kitchen, reception, cleaning, administration - cover a wide range of general requirements that can be compared with the test subjects' skills in terms of person-job fit.
Key words: work ability, Mini-ICF-APP, capacity, labor market, unemployed, employability
Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation
37. Jahrgang • 2024 • Heft 4 (128)
Pabst, 2024
ISSN 0933-842X














