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Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation

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2023-1

Inhaltsverzeichnis

 

Editorial
Yolanda Bertolaso


Ökopsychologie in den Künstlerischen Therapien II
Das Natürliche wiedererkennen – das Unnatürliche entlarven

Yolanda Bertolaso


Veränderungen im Beziehungsgefüge von Theater, Tanz und Tanztherapie: eine Bestandsanalyse in der Zeitenwende
Laura Bettag


P. Laurentius von Schnüffis
Berthold Büchele


Musiktherapeutische Settings und magische Wirkung des Beckens
Marie Cäcilia Creutz-Model


Künstlerische Therapie als Ton-Therapie am Beispiel von Musiktherapie
Karl Hörmann


Die kompositorische Struktur des langsamen Satzes aus Beethovens erster mit Opuszahl versehenen Klaviersonate
Hartmuth Kinzler


Theater als Kommunikationsmodell
Enrico Otto


Alt. Intelligenzgemindert. Straffällig. Vergessen?
Kulturgeragogik mit männlichen Patienten im Maßregelvollzug.
Ein Pilotprojekt

Katja Watermann


Nachrufe


Rezensionen

Sebastian Euler
Mentalisieren bei Persönlichkeitsstörungen
(Mentalisieren in Klinik und Praxis, Bd. 8)

Härtel-Quintett
Session eins [CD]


Nachrichten

Musikalisch aktive Menschen haben ein leicht erhöhtes
genetisches Risiko für bestimmte psychische Erkrankungen

 



Editorial
Yolanda Bertolaso


 

Ökopsychologie in den Künstlerischen Therapien II
Das Natürliche wiedererkennen – das Unnatürliche entlarven
Künstlerisch therapeutische Intervention zur Rückverbindung mit Natur und authentischem Selbst.
Ein Setting mit H. C. Andersens Märchen „Die Nachtigall“

Yolanda Bertolaso

Zusammenfassung
Überindividualisierung und mediale Überfrachtung treiben den Menschen fort von seinem eigentlichen Selbst. Viele spüren nur ein latentes Unbehagen und führen ein Leben an sich selbst vorbei – ohne Authentizität, ohne sich wirklich selbst zu (er-)kennen. Künstlerische Therapien – hier Kunstund Tanztherapie – in Verbindung mit ökopsychologischen Elementen, können helfen, die Verbindung mit dem eigentlichen, individuellen Selbst wiederherzustellen. Das Explorieren von Natur, mit allem, was dazu gehört, das Erleben des „Großen Rhythmus“, erweckt das Sensorium für den eigenen, unverwechselbaren Rhythmus. Das Märchen Die Nachtigall von H. C. Andersen hilft, den Blick für Kontraste und in Folge für das Eigentliche, das Echte und Natürliche zu schärfen.

Schlüsselwörter: Überindividualisierung, Verlust des Selbst, Künstlerische Therapien, Ökopsychologie, Rhythmus, Natur, Kontrastierung, echt und unecht, natürlich und künstlich, „Die Nachtigall“ von H. C. Andersen


Ecopsychology in arts therapies II
Recognizing the natural – exposing the unnatural Arts therapeutic intervention to reconnect with nature and authentic self.
A setting with H. C. Andersen’s fairy tale The Nightingale

Abstract
Over-individualization and media overload drive people away from their real self. Many only feel a latent uneasiness and lead a life bypassing themselves – without authenticity, without really recognizing themselves. Artistic therapies – here art and dance therapy – in connection with eco-psychological elements can help to reconnect with the actual, individual self. Exploring nature, with everything that goes with it, experiencing the ‚Great Rhythm‘, awakens the sensorium for one’s own unmistakable
rhythm. The fairy tale The Nightingale by H. C. Andersen helps to sharpen the eye for contrasts and consequently for the actual, the real and the natural.

Keywords: over-individualization, loss of self, artistic therapies, ecopsychology, rhythm, nature, contrasting, real and fake, natural and artificial, ‘The Nightingale’ by H. C. Andersen


Dr. Yolanda Bertolaso
dipl. Tanz- und Musiktherapeutin
Heroldstraße 29
D-48163 Münster
yolanda.bertolaso@yahoo.com


 


Veränderungen im Beziehungsgefüge von Theater, Tanz und Tanztherapie: eine Bestandsanalyse in der Zeitenwende
Laura Bettag

Zusammenfassung
Die Untersuchung fragt nach gemeinsamen Berührungspunkten der Theater, der partizipativen Tanzvermittlung sowie der Künstlerischen Tanztherapie. Alle drei Bereiche stellen transitorische Künste dar. Im historischen Vergleich ist das Theater die älteste Kunstform und die Künstlerische Tanztherapie die jüngste. Weitere Kategorien des Vergleichs beziehen sich auf die in unterschiedlicher Ausprägung vorhandenen, künstlerischen und/oder therapeutischen Wirkungspotenziale des Tanzes. Diese entfalten sich im Bezug zu sich jeweils wandelnden gesellschaftlichen Kontexten. Die Dynamik dabei ist unterschiedlich: der Theaterbetrieb stagniert im Krisenmodus und spiegelt globale Probleme lediglich wider. Die Tanzvermittlung als diverses und offenes Education-Projekt konnte sich vom Aufführungsbetrieb konzeptionell emanzipieren und seine Reichweite ausdehnen. Die bewegungsanalytische Pionierarbeit der späteren EmigrantInnen aus Nazideutschland hat darüber hinaus eine spezifische Form der Tanztherapie nach sich gezogen, die durch ihre gesellschaftspolitische Ambition geprägt ist. In Kanada besteht zudem das Alleinstellungsmerkmal, dass die Dance Therapy als eigene Division einer institutionalisierten Ballettkompanie angegliedert ist. Diese Organisationsform steht der Realität in Deutschland entgegen. Künstlerische und therapeutische Potenziale des Tanzes werden dort tendenziell getrennt wahrgenommen, obwohl essenzielle Ähnlichkeiten zwischen ihnen bestehen.

Schlüsselwörter: Geschichte der Künstlerischen Tanztherapie, Community Dance, Bewegungsanalyse, Wirkungspotenziale des Tanzes


Changes in the relationship between theatre, dance, and dance therapy: an inventory analysis at the turn of the century

Abstract
The investigation asks about common points of contact between the theatre, participatory dance mediation and artistic dance therapy. All three areas represent transitory arts. In historical comparison, theater is the oldest art form and artistic dance therapy is the youngest. Other categories of the comparison relate to the artistic and/or therapeutic potential of dance, which is present in varying degrees. These unfold in relation to changing social contexts. The dynamics are different: the theater business is stagnating in crisis mode and merely reflects global problems. The dance mediation as a diverse and open education project was able to emancipate itself conceptually from the performance business and expand its reach. The movement-analytical pioneering work of the later emigrants from Nazi Germany also resulted in a specific form of dance therapy, which is characterized by its sociopolitical ambitions. In Canada there is also the unique selling point that Dance Therapy is affiliated as a separate division of an institutionalized ballet company. This form of organization is contrary to the reality in Germany. The artistic and therapeutic potential of dance tends to be perceived separately there, although there are essential similarities between them.

Keywords: history of artistic dance therapy, community dance, movement analysis, potential effects of dance


Dr. Laura Bettag
Dr. Sportwiss., Diplom-Tanztherapeutin
MA Kulturmanagement, MFHA-Instruktorin
Nationaltheater Mannheim
Mozartstraße 9
D-68161 Mannheim
laura.bettag@mannheim.de


 


P. Laurentius von Schnüffis
Berthold Büchele

Zusammenfassung
Pater Laurentius von Schnüffis (oder Schnifis; 1633–1702) hinterließ elf Werke. Er gilt als der bedeutendste oberschwäbische Lyriker des 17. Jahrhunderts im Bodenseeraum. Seine Gedichte sind eine Mischung aus Gelehrsamkeit, Volkstümlichkeit, Zeitkritik und Sittenpredigt in ernster und heitersatirischer, frommer und humorvoller, teilweise deftiger Art. Eine Besonderheit seines Werks sind die Versuche, die Mythologie der Antike mit der christlichen Überlieferung zu verbinden. Auch die Naturdarstellung spielt eine große Rolle. Sein Stil ist geprägt durch raffinierte Reimanordnungen und überraschende Versmaßwechsel. Seine für die damalige Zeit in ihrer Art einmaligen Romane „Philotheus“ und „Waldschalmey“ mit eingeschobenen Liedern thematisieren in moralisierender, manchmal auch satirischer Weise die Spannung zwischen Materie und Geist, Diesseits und Jenseits, dem Menschlichen und dem Göttlichen. Darüber hinaus ist P. Laurentius der wichtigste Liederkomponist Oberschwabens und des Bodenseeraums in dieser Zeit. Seine Lieder stellen einen letzten Gipfel des Generalbassliedes dar und wurden mit herausragenden Widmungsträgern sogar noch bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts nachgedruckt, was für seine Beliebtheit spricht. Umso unverständlicher ist es, dass P. Laurentius als Dichter und Komponist bis in die Gegenwart herein nur einem kleinen Kreis von Kennern bekannt war und ist. Dies ist u. a. darauf zurückzuführen, dass die deutsche Literatur- und Musikwissenschaft den Bodenseeraum einschließlich Oberschwaben bisher stark vernachlässigt hat. Walter Lipphardt nennt P. Laurentius „einen der führenden Liedermeister des süddeutschen Barock“, Walther Vetter sieht in ihm den „Schubert des 17. Jahrhunderts“, und Paul Nerd findet ihn „von höchster Bedeutung für die Geschichte des österreichischen Sololiedes“. Die in diesem Aufsatz veröffentlichten Lieder geben einen Überblick über seine Werke (s. Werkverzeichnis) und deren Inhalte.

Schlüsselwörter: Laurentius von Schnüffis, Oberschwaben, 17. Jahrhundert, Schriftsteller, Lyriker, Liederkomponist, Theater, Musikwissenschaft, Therapie


P. Laurentius von Schnüffis

Abstract
Pater Laurentius von Schnüffis (or Schnifis; 1633–1702) left eleven works. He is considered the most important Upper Swabian poet of the 17th century in the Lake Constance area. His poems are a mixture of erudition, folklore, contemporary criticism and moral preaching in a serious and cheerful satirical, pious and humorous, sometimes hearty way. A special feature of his work are the attempts to combine ancient mythology with Christian tradition. The depiction of nature also plays a major role. His style is characterized by sophisticated arrangements of rhymes and surprising changes in meter. His novels ‘Philotheus’ and ‘Waldschalmey’, which were unique at the time, with songs inserted, deal with the tension between matter and spirit, this world and the afterlife, the human and the divine in a moralizing, sometimes satirical way. In addition, P. Laurentius is the most important composer of songs in Upper Swabia and the Lake Constance area at this time. His songs represent the last pinnacle of continuo songs and, with outstanding dedicatees, were still reprinted until the middle of the 18th century, which speaks for its popularity. It is all the more incomprehensible that P. Laurentius as a poet and composer was and is only known to a small circle of connoisseurs up to the present day. This is partly due to the fact that German literature and musicology have so far neglected the Lake Constance area, including Upper Swabia. Walter Lipphardt calls P. Laurentius ‘one of the leading song masters of the southern German baroque’, Walther Vetter sees him as the ‘Schubert of the 17th century’, and Paul Nerd finds him ‘of the greatest importance for the history of the Austrian solo song’. The songs published in this essay give an overview of his works and their contents.

Keywords: Laurentius von Schnüffis, Upper Swabian, 17th century, lyricist, song composer, theater, writers, musicology, therapy

 

Berthold Büchele
Humpissweg 28
D-88260 Ratzenried
bertholdbuechele@web.de

 


 


Musiktherapeutische Settings und magische Wirkung des Beckens
Marie Cäcilia Creutz-Model

Zusammenfassung
Für das Gelingen eines musiktherapeutischen Settings mit Grundschulkindern sind klar geordnete Voraussetzungen und eine auf die Gruppe angemessene Planung notwendig. Hierzu zählen die Vorbereitung des Raumes, die sorgfältig für das musiktherapeutische Setting bereitgelegten Instrumente und Materialien und Methodenwahl. Eine Gliederung des Settings in die Phasen Einleitung, Erarbeitung, Durchführung und Schluss gibt den Kindern Halt und lässt Freiraum für das Erleben der magischen Wirkung von Musik. Das Musikinstrument Becken ist Medium des musiktherapeutischen Settings. Es wird an einer Lederschlaufe gehalten, und hängt frei als so genanntes Hängendes Becken. Mit verschiedenen Schlegeln kann es angeschlagen werden. Das verdeckte Instrument weckt die Neugier der Kinder. Das Becken übt magische Wirkungen auf die Kinder aus. Die Therapeutin zeigt den Umgang und mögliche Spielweisen mit dem Instrument. Sie leitet die Kinder an, tiefgreifende Klangerfahrungen mit dem Becken zu erleben. Der magische Klang des Beckens erfüllt den Raum. Die Glücksmomente und heilende Wirkung des Beckens sind erkennbar: Die Kinder sind ruhig, gelöst, aufmerksam und äußern sich freudig.

Schlüsselwörter: Musiktherapie, Kinder im Grundschulalter, Voraussetzungen, Strukturierungen, Methoden, Magie der Musik, hängendes Becken, Wirkung des Klanges, Freude, Glücksmomente, Heilung


Music therapy settings and the magic of a cymbal

Abstract
For a music therapy that creates magical music moments you need a guideline. A planned program that matches to elementary school children and clearly ordered prerequisites are necessary. The setup of the setting includes the preparation of the room and the material, especially the presentation of the instruments. A structured setting includes the phases introduction, elaboration, implementation and conclusion. This structure helps to order the time and to create a comfortable atmosphere for the participants. The musical instrument cymbal is a medium of the music therapy setting. It is held on a leather loop and hangs freely as a so-called hanging cymbal. It can be struck with various mallets. The hidden instrument arouses the curiosity of the children. They want to explore the sounds. By presenting different professionel ways of playing the instrument, the therapist guides the children how to make profound sound expierence with the cymbal. The sound of the cymbal fills the room and creates a magical atmosphere. The moments of happiness and healing effect of the cymbal are recognizable: the children are calm, related, attentive and express themselves joyfully.

Keywords: music therapy, elementary school-aged children, prerequisites, structuring, methods, magic of music, hanging cymbal, cymbal sound, joy, moments of happiness, healing


Marie Cäcilia Creutz-Model
Sonderpädagogin
Musik-Therapeutin
Schlicher Straße 33
52379 Langerwehe
creutzmc@aol.com


 

Künstlerische Therapien als Ton-Therapie am Beispiel von Musiktherapie
Karl Hörmann

Zusammenfassung
Dieser Beitrag konkretisiert die Problematik des vom Verfasser 1985 geprägten Sammelbegriffs „Künstlerische Therapien“ am Beispiel der Musiktherapie. In den anderen künstlerischen Therapien tritt diese fachinhärente Problematik bei Weitem nicht in diesem Ausmaß auf, da im Bildnerischen Gestalten die infrage kommende Materialität überschaubarer ist und im Tanz der Körper das alleinige
Gestaltungsinstrument darstellt. Anknüpfend an seinen 2014 erschienenen Artikel Ton-Psychologie und an seinen 2022 aufgegriffenen Beitrag von 2008 Künstlerische Therapien – ein etablierter Begriff, jeweils publiziert in der MTK, wird nachzuweisen versucht, dass es im Interesse von Patienten einer klareren Etikettierung der von dem jeweiligen künstlerischen Therapeuten tatsächlich durchgeführten
Musiktherapie bedarf. Von den Ausbildungsstätten zu Künstlern ausgehend wird zur Aufgabe der (Sozial-)Pädagogik und von Psychotherapie als nachträglicher Pädagogik übergeleitet und die spezielle Erfordernis in den teilweise sehr unterschiedlichen Konzeptionen von Musiktherapie thematisiert. In diesen spielen schließlich der personalbedingte, nicht zuletzt durch die lebenslange intensive Beschäftigung
mit seinem Musikinstrument bedingte Musikgeschmack ebenso wie die musikalische Sozialisation und die Hörpräferenzen von Patienten eine entscheidende Rolle und bedürfen einer noch größeren Beachtung als die Sympathie oder Antipathie zwischen diesen. Auch die Anfälligkeit von Musikern, insbesondere von Musiktherapeuten für psychische Störungen mit ihren bekannten Auswirkungen auf die musiktherapeutische Arbeit, erscheint erwähnenswert. Im Rückgriff auf Arthur Schopenhauer, dessen Philosophie und insbesondere dessen Auffassung von Musik über das 19. und 20. Jahrhundert hinaus auch heute noch präsent sind, wird seine These aufgegriffen, dass Musik wie schon laut Ludwig van Beethoven höhere Offenbarung sei als die von Schopenhauer lebenslang und radikal innovativ betriebene Philosophie von Leiden und Erlösung. Damit diese Gedanken in der Musiktherapie in den Vordergrund gestellt werden können, gilt es die innere und äußere Spannung erlebnisvertiefend zu justieren, weshalb es besser erscheint, anstelle von „Künstlerischer Therapie“ von der für alle künstlerischen Therapien passenderen „Ton-Therapie“ zu sprechen.

Schlüsselwörter: künstlerische Therapien, tonos, Ton-Psychologie, Ton-Therapie, Musiktherapie, Musikpsychologie, Musik, Ausbildungsinstitutionen zum Künstler, Pädagogik, Psychotherapie, musikalischer Geschmack, Risiko für psychische Störungen, Beeinträchtigungsschwere, Schopenhauers Musikauffassung als Leitgedanke


Arts therapies as tone therapy using the example of music therapy

Abstract
This article substantiates the problem of the collective term ‘arts therapies’ coined by the author in 1985 using music therapy as an example. In the other arts therapies, this inherent problem does not occur to the same extent, since the materiality in question is manageable in image design and sculpture and the body is the sole design and expression instrument in dance. Following on from his 2014 article Tone-Psychology and his 2022 contribution from 2008 Arts Therapies – an established term, each published in the MTK, an attempt is made to prove that in the interests of patients there is a clearer labeling of the music therapy actually performed by the respective arts therapist. Starting from the training centers for artists, it is transferred to the task of (social) pedagogy and psychotherapy as a subsequent pedagogy and the special requirements in the sometimes very different concepts of music therapy are addressed. In these, personal taste in music, which is not least due to the lifelong intensive occupation with the musical instrument, as well as the musical socialization and the listening preferences of patients play a decisive role and require even greater attention than the sympathy or antipathy between them. The vulnerability of musicians, especially music therapists, to mental disorders with their wellknown effects on music therapy work also seems worth mentioning. Referring back to Arthur Schopenhauer, whose philosophy and in particular his conception of music beyond the 19th and 20th centuries is still present today, his thesis is taken up that music, according to Ludwig van Beethoven, is a higher revelation than Schopenhauer’s lifelong and radically innovative philosophy of suffering and redemption. In order for these thoughts to be brought to the fore in music therapy, it is necessary to adjust the inner and outer tension to deepen the experience, which is why it seems better to use the more suitable term ‘tone therapy’ instead of ‘arts therapy’. 

Keywords: arts therapies, tonos, tone psychology, tone therapy, music therapy, music psychology, music, training institutions for music and arts, pedagogy, psychotherapy, musical taste, risk of mental disorders, severity of impairment, Schopenhauer’s concept of music as the guiding principle


Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann
Professor für Musik- und Tanzpädagogik
und Musik- und Tanztherapie.
Vorsitzender des Berufsverbands
für Künstlerische Therapien BKT g.e.V.
Von-Esmarch-Straße 111
D-48149 Münster
bkt@muenster.de

 


 

Die kompositorische Struktur des langsamen Satzes aus Beethovens erster mit Opuszahlversehenen Klaviersonate
Hartmuth Kinzler

Zusammenfassung
Die kompositionstechnisch-musiktheoretische Analyse des zweiten, langsamen, Satzes der ersten Klaviersonate aus Beethovens Opus zwei nimmt ihren Ausgang in der Strukturbeschreibung des Hauptthemas. Dieses Thema hat der Komponist bereits in seiner Bonner Zeit in einem Klavierquartett verwendet, das 1785 fertiggestellt wurde. Der langsame Satz dieser ca. zehn Jahre später komponierten Klaviersonate realisiert, wie auch deren erster und letzter Satz, einen Formtypus, den man in gängigen musiktheoretischen Begriffen als Sonatenform bezeichnen kann, und zwar in einer speziellen Ausprägung dieser Form, die ohne die sog. Durchführung auskommt. Die weiteren Themen – ein Überleitungsthema und ein Epilog – werden gezeigt als Ableitung der Kontur des Hauptthemas. Der Bezug zwischen diesen Themen besteht in einer melodischen Struktur, wie sie für Gesangsthemen charakteristisch ist. Diese Kontur liegt im Prinzip auch dem Hauptthema des ersten Satzes zugrunde und ist sogar im Menuett für die Themengestalt bedeutsam. Daneben gibt es auch strukturelle und harmonische Parallelen zwischen dem Anfangssatz und dem darauffolgenden zweiten. Zu den besonderen formtechnischen Ideen dieses Satzes gehört eine variierende Behandlung bestimmter Strukturen in der Reprise. Ferner läßt sich eine für diesen Formteil unübliche Registerdisposition sowohl bei der Wiederholung des Seitensatzes wie auch des Epilogs feststellen, die in anderen Sonaten der Zeit so gut wie nicht zu finden ist.

Schlüsselwörter: Beethoven, klassische Klaviersonate, Sonatenform, Themenkonturen, satzübergreifende Beziehung, Registeranordnungen

 

The compositional structure of the slow movement of Beethoven’s first piano sonata

Abstract
The compositional-technical and music-theoretical analysis of the second, slow movement of the first piano sonata from Beethoven’s opus two begins with a structural description of the main theme. The composer had already used this theme during his time in Bonn in a piano quartet that was completed in 1785. Like its first and last movements, the slow movement of this piano sonata, composed about ten years later, utilises a type of form that can be described as sonata form in common music-theoretical terms, but in a special type of this form that does not include the so-called development. The subsequent themes – a transitional theme and an epilogue – are shown to be derivations of the outline of the main theme. The relationship between these themes is a melodic structure characteristic of song themes. In principle, this contour also underlies the main theme of the first movement and is even significant for the thematic form in the minuet. There are also structural and harmonic parallels between the opening movement and the second movement. One of the special formal-technical ideas of this movement is a varied treatment of certain structures in the recapitulation. Furthermore one can observe an unusual disposition of registers in this formal section, both in the repetition of the second theme and in the epilogue, which is almost non existent in other sonatas of the time.

Keywords: Beethoven, classical piano sonata, sonata form, thematic contours, inter-movement relationships, disposition of registers


Prof. i. R. Dr. Hartmuth Kinzler
Universität Osnabrück
Institut für Musikwissenschaft
und Musikpädagogik Fachbereich 03
(Erziehungs- und Kulturwissenschaften)
D-49069 Osnabrück
hkinzler@uos.de

 



Theater als Kommunikationsmodell
Theaterspiel als Summe semiotischer Faktoren und deren Vermittlung auch in der Theatertherapie

Enrico Otto

Zusammenfassung
Theaterspiel als Kommunikationsmodell zeigt die Spezifica des Einstiegs in die szenische Arbeit für Anfänger und Fortgeschrittene. Es bezieht sich auf die für die Literaturtheorie eingebrachte Interpretation der theatralischen Mittel. Im Wechselerlebnis von Inszenierung und Zuschauerschaft kommt die theatralische Botschaft des Theaterstücks zur Geltung.

Schlüsselwörter: innere und äußere Kommunikation, Botschaft, Typologie, Zuschauerkorrektur


Theater as a communication model
Theater as a sum of semiotic factors and their mediation in theater therapy

Abstract
Play-acting as a model of communication introduces the characteristics of scenic work for beginners as well as for experienced actors. It refers to the interpretation of theatrical devices introduced by literary theory. The mutual experience of actors and audiences exhibits the theatrical message of a play.

Keywords: internal and external communication, message, typology, viewer correction


Dr. Enrico Otto
Verdistraße 79
D-48165 Münster
enricotto@web.de

 


 


Alt. Intelligenzgemindert. Straffällig. Vergessen?
Kulturgeragogik mit männlichen Patienten im Maßregelvollzug.
Ein Pilotprojekt

Katja Watermann

Zusammenfassung
Im Mittelpunkt dieses Artikels steht ein kulturgeragogisches Pilotprojekt für ältere Männer mit Intelligenzminderung, die im Maßregelvollzug untergebracht sind. Ziel war, mittels künstlerischer Techniken und Methoden positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden sowie auf das Erleben und Verhalten dieser Zielgruppe zu erreichen. Das Kunstprojekt basierte auf sechs Modulen und beinhaltete verschiedene künstlerische Anregungen sowie ein Informationsgespräch, die Durchführung eines Fragebogens, ein mündliches Abschlussinterview sowie eine Präsentation der Werke innerhalb der Einrichtung.

Schlüsselwörter: Kulturgeragogik, Kunstprojekt mit Älteren, Maßregelvollzug, Intelligenzminderung


Old. Intellectually impaired. Delinquent. Forgotten?
Cultural geragogy with male patients in a correctional facility.
A pilot project

Abstract
The focus of this article is a cultural geragogical pilot project for older men with intellectual disability who live in a forensic psychiatry institution. The aim was to use artistic techniques and methods to achieve positive effects on the well-being as well as on the experience and behavior of this target group. The project was based on six modules and included various artistic suggestions as well as an informational interview, the completion of a questionnaire, a final oral interview, and a presentation of the works within the facility.

Keywords: cultural geragogy, art project with elderly people, psychiatric treatment, intellectual disability


Dr. Katja Watermann
Kunst- und Erziehungswissenschaftlerin MA,
Kunsttherapeutin, Kulturgeragogin
Sigmund-Freud-PrivatUniversität (SFU) Berlin
katja.watermann@mail.sfu.ac.at



Musik-, Tanz- & Kunsttherapie
33. Jahrgang · 2023 · Heft 1
Pabst, 2023 ISSN 0933-6885

 

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