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Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation

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2021-3 (115)

Inhaltsverzeichnis

 

Editorial
Adipositas über die Lebensspanne

Petra Hampel & Claudia Luck-Sikorski


Gesundheitsbezogene Lebensqualität und Essverhalten von Jugendlichenmit Adipositas in der stationären Rehabilitation
Petra Hampel, Inga Reimers, Miriam Pankatz-Reuß & Rainer Stachow


Gruppeneffekte in der ambulanten Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Adipositas – Beeinflussen das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Gruppe den individuellen Behandlungserfolg?
Andrea Zumbrunn


Rehabilitative Behandlungsketten für Kinder und Jugendliche mit Adipositas – Fallbeispiele und Erfahrungsberichte aus der Praxis
Ines Gellhaus, Miriam Pankatz-Reuß & Antje Büssenschütt


Auf Augenhöhe mit den richtigen Informationen – Die Bedeutung von Patientenleitlinien in Diagnostik und Behandlung der Adipositas
Sylvia Sänger


Psychosoziale Begutachtung vor Adipositaschirurgie 
Astrid Müller & Martina de Zwaan


Interdisziplinäre multimodale Rehabilitation bei Adipositas – Ein Praxisbericht
Monika Reuss-Borst & Anna-Lena Neuner


Adipositas über die Lebensspanne – Die Rolle der Deutschen Rentenversicherung
Beatrix Böllhoff, Ariane Schulte & Susanne Weinbrenner


Rezensionen von Verena Jobst

Wunderer, Eva (2020). Essstörungen. 75 Therapiekarten.
Hilbert, Anja, Brauhardt, Anne & Munsch, Simone (2017). Ratgeber Übergewicht und
Adipositas. Information für Betroffene und Angehörige. Ratgeber zur Reihe Fortschritte der
Psychotherapie Band 35.

Rose, Lotte & Schorb, Friedrich (2017) (Hrsg.). Fat Studies in Deutschland. Hohes Körpergewicht
zwischen Diskriminierung und Anerkennung.
Preuss, Hanna, Schnicker, Katja & Legenbauer, Tanja (2018).
ImpulsE zur Verbesserung der Impuls- und Emotionsregulation. Ein kognitiv-behavioraler
Therapieansatz für Patienten mit Adipositas und pathologischem Essverhalten. Reihe:
Therapeutische Praxis – Band 88.


 


Adipositas über die Lebensspanne
Petra Hampel & Claudia Luck-Sikorski

 


 


Gesundheitsbezogene Lebensqualität und Essverhalten von Jugendlichen mit Adipositas in der stationären Rehabilitation

Petra Hampel, Inga Reimers, Miriam Pankatz-Reuß & Rainer Stachow


Zusammenfassung
Psychische Auffälligkeiten sind bei Jugendlichen mit Adipositas erhöht und stehen im Zusammenhang mit einer schlechteren Compliance in Bezug auf die Adipositasbehandlung. Zudem waren in Erwachsenenstudien insbesondere internalisierende Störungen mit einem ungünstigen Essverhalten verbunden. Vor diesem Hintergrund kann ein ungünstiger Einfluss psychischer Auffälligkeiten auf den Rehabilitationserfolg bei Jugendlichen mit Adipositas angenommen werden. Um diese Zusammenhänge weiter aufzuklären, wurden in der vorliegenden Studie die gesundheitsbezogene Lebensqualität und das Essverhalten bei N=128 Jugendlichen mit Adipositas in der stationären Rehabilitation untersucht. So sollten psychologische Unterschiede in Abhängigkeit von der Ängstlichkeit/Depressivität (unauffällig vs. auffällig) und der Altersgruppe (12-14 vs. 15-17 Jahre) ermittelt werden, wobei mögliche Geschlechtseffekte kontrolliert wurden. Die Kovarianzanalysen ergaben signifikante Haupteffekte „Ängstlichkeit/Depressivität“ mit moderaten Effektstärken; Jugendliche mit auffälligen Werten in der Ängstlichkeit/Depressivität wiesen eine geringere Lebensqualität bezogen auf Emotionen und Exklusion sowie eine höhere Störbarkeit des Essverhaltens als Jugendliche mit unauffälligen Werten auf. Die Befunde unterstützen die Relevanz einer frühzeitigen Diagnostik psychischer Auffälligkeiten und bedarfsgerechter Rehabilitationsmaßnahmen, die vor allem vermehrt Module zur Förderung der Emotionsregulation und der sozio-emotionalen Kompetenz implementieren sollten.

Schlüsselwörter: Psychische Auffälligkeiten, Gesundheitsbezogene Lebensqualität, Essverhalten, Adipositas, Jugendliche

 


Health-related Quality of Life and Eating Behavior among Adolescents with Obesity in Inpatient Rehabilitation


Abstract
Mental health problems were increased in adolescents with obesity and were associated with poorer compliance in terms of obesity treatment. Moreover, in studies among adults, internalizing problems in particular were associated with dysfunctional eating behavior. Thus, an unfavorable influence of psychological problems on the rehabilitation success of adolescents with obesity can be assumed. To further clarify these relationships, the present study investigated health-related quality of life and eating behavior among N=128 adolescents with obesity in inpatient rehabilitation. Differences in these self-report measures were examined, depending on emotional distress (subclinical vs. clinical scores) and age group (12-14 vs. 15-17 years) and controlled for possible gender effects. The analyses of covariances revealed significant main effects "emotional distress"; adolescents with clinical scores in emotional distress showed a lower quality of life related to emotions and exclusion and more distractibility of eating behavior than adolescents with subclinical scores. Results support the importance of an early identification of mental health problems and the application of needs-adjusted rehabilitation interventions, in which more modules to promote emotional regulation and socio-emotional competence should be particularly implemented.

Key words: Mental health problems, health-related quality of life, eating behavior, obesity, adolescents


Prof. Dr. Petra Hampel
Institut für Gesundheits-, Ernährungs- und
Sportwissenschaften
Europa-Universität Flensburg
Auf dem Campus 1
24943 Flensburg
petra.hampel@uni-flensburg.de

Inga Reimers
Europa-Universität Flensburg
Auf dem Campus 1
24943 Flensburg
inga.reimers@studierende.uni-flensburg.de

Dr. Miriam Pankatz-Reuß
Universität Bielefeld
Medizinische Fakultät OWL
Postfach 10 01 31
33501 Bielefeld
miriam.pankatz-reuss@uni-bielefeld.de

Dr. med. Rainer Stachow
Ärztlicher Direktor
Ostseeklinik Grömitz
Blankwasserweg 65
23743 Grömitz
rainer.stachow@ostseeklinik-groemitz.de


 


Gruppeneffekte in der ambulanten Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Adipositas – Beeinflussen das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Gruppe den individuellen Behandlungserfolg?

Andrea Zumbrunn


Zusammenfassung
Verschiedentlich wurde aufgezeigt, dass sich Kinder und Jugendliche im Ernährungs- und Bewegungsverhalten gegenseitig beeinflussen, z. B. bei der Konsumhäufigkeit von Fastfood. Eine Erklärung dafür ist, dass das unter Gleichaltrigen übliche und beliebte Verhalten die persönlichen Vorlieben verstärkt oder neue Gewohnheiten entstehen lässt. Es ist wenig darüber bekannt, ob sich dieser Zusammenhang auch im gruppentherapeutischen Kontext zeigt. In der vorliegenden Studie wurde bei Kindern und Jugendlichen mit Adipositas untersucht, ob sich das durchschnittliche Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Therapiegruppe auf den Behandlungsverlauf der einzelnen Gruppenmitglieder auswirkt. Die Untersuchungsgruppe bildeten 570 Kinder und Jugendliche aus 54 Behandlungsgruppen, die zwischen 2009 und 2013 in ambulanten, multidisziplinären Gruppentherapieprogrammen in der Schweiz behandelt wurden. Die Ergebnisse der multivariaten Mehrebenen-Regressionsmodelle weisen auf signifikante Gruppenunterschiede hin: In einer Gruppe mit Kindern und Jugendlichen behandelt zu werden, die im Schnitt die Verhaltensempfehlungen zu Ernährung und Bewegung stark umsetzen, wirkte sich positiv auf die durchschnittliche (alters- und geschlechtsstandardisierte) BMI-Reduktion der einzelnen Gruppenmitglieder aus. Individuelle und familiäre Voraussetzungen wurden dabei kontrolliert. Es wird vermutet, dass das gesundheitsförderliche Verhalten der anderen Gruppenmitglieder die Veränderungsmotivation und das Selbstwirksamkeitsgefühl des Einzelnen stärkt und dies die Zielerreichung der Behandlung begünstigt. Das Ernährungs- und Bewegungsverhalten von Gleichaltrigen war bislang zwar als ursächlicher Faktor für Adipositas bei Kindern und Jugendlichen bekannt, gemäß den vorliegenden Ergebnissen ist es aber auch ein bedeutsamer Interventionsfaktor. Für die Interventionspraxis wäre es vielversprechend, Ansätze zu entwickeln, die solche positiven Gruppenprozesse gezielt(er) fördern.

Schlüsselwörter: Adipositas, Ernährungsverhalten, Bewegungsverhalten, Gruppe, Behandlung, Kinder, Jugendliche

 


Group Effects in Outpatient Treatment of Children and Adolescents with Obesity – Do eating habits and physical activity of group members influence individual treatment outcome?

 

Abstract
Previous findings suggest that children and adolescents influence each other in terms of eating habits and physical activity, e.g. in the frequency of consumption of fast food. One explanation for this is that common and popular behavior among peers reinforces personal preferences or promotes new habits. Little is known about whether this also applies to the group treatment context. The present study among children and adolescents with obesity addresses the question of whether the average eating behaviour and physical activity of the therapy group effects the course of treatment of the individual group members. The study group consisted of 570 children and adolescents from 54 treatment groups who were treated in an outpatient, multidisciplinary group therapy program in Switzerland between 2009 and 2013. The results of the multivariate multi-level regression models show significant group differences: Being treated in a group with children and adolescents who, on average, implement the recommendations on healthy eating and physical activity well, had a positive effect on the average BMI reduction (standardized for sex and age) of the individual group members, when simultaneously controlling for individual influencing factors. It is assumed that the health-promoting behavior of the other group members strengthens the motivation for change and the individual's sense of self-efficacy and that this promotes the achievement of the treatment's goals. Although eating habits and physical activity of peers have been discussed as etiological factor for childhood obesity, the present results indicate that they are also a significant intervention factor. For the intervention practice, it would be promising to develop approaches that promote such positive group processes (more) specifically.

Key words: Obesity, eating habits, physical activity, group, treatment, children, adolescents

 

Dr. phil Andrea Zumbrunn
Hochschule für Soziale Arbeit
Fachhochschule Nordwestschweiz
Riggenbachstrasse 16
4600 Olten
Schweiz
andrea.zumbrunn@fhnw.ch


 

Rehabilitative Behandlungsketten für Kinder und Jugendliche mit Adipositas – Fallbeispiele und Erfahrungsberichte aus der Praxis

Ines Gellhaus, Miriam Pankatz-Reuß & Antje Büssenschütt


Zusammenfassung
Adipositas bei Kindern und Jugendlichen ist eine chronische Erkrankung, die einer sehr langfristigen Betreuung bedarf. Die multimodale Genese und die multiplen Wechselwirkungen im bio-psycho-sozialen Modell erfordern eine multiprofessionelle Herangehensweise mit gutem interprofessionellem Austausch. Die notwendigen Strukturen zu langfristigen Behandlungsketten werden in Deutschland langsam aufgebaut, sind aber noch weit von einer guten Versorgungsstruktur entfernt. Zwei Fallbeispiele machen deutlich, wo die Ziele von Behandlungsketten liegen und welche Probleme entstehen können.

Schlüsselwörter: Adipositas, Kinder, Jugendliche, Behandlungsketten, Nachsorge, Fallbeispiele

 


Rehabilitative Treatment Chains for Children and Adolescents with Obesity – Case Studies and Field Reports

Abstract
Obesity in childhood and adolescence is a chronic disease, which requires a long term treatment approach. The complexity of obesity has to be met with multiprofessional approaches with efficient interprofessional communication. Even though there are some practical examples for well-functioning treatment chains in Germany, most children and adolescents with obesity are not adequately supplied with specific healthcare. This article presents aims and limitations of treatment chains by means of two case studies.

Key words: Obesity, childhood, adolescence, treatment chains, after-care, case studies


Dr. Ines Gellhaus
Ärztliche Direktorin
Fachklinik Sylt für Kinder und Jugendliche
Steinmannstr. 52-54
25980 Westerland
ines.gellhaus@drv-nord.de

Dr. Miriam Pankatz-Reuß
Universität Bielefeld
Medizinische Fakultät OWL
Postfach 10 01 31
33501 Bielefeld
miriam.pankatz-reuss@uni-bielefeld.de

Antje Büssenschütt
Zentrum für Adipositasschulung
Bremen Stadt e.V. (ZABS)
Schwachhauser Heerstraße 50
28209 Bremen
antje.buessenschuett@zabs-bremen.org


 

Auf Augenhöhe mit den richtigen Informationen – Die Bedeutung von Patientenleitlinien in Diagnostik und Behandlung der Adipositas

Sylvia Sänger


Zusammenfassung
Für Menschen mit Adipositas ist es besonders wichtig, sich aktiv an allen therapeutischen Maßnahmen zu beteiligen und ihre Lebensgewohnheiten so zu gestalten, dass eine Gewichtsabnahme erfolgen und das vereinbarte Zielgewicht möglichst auch dauerhaft gehalten werden kann. Zu den wesentlichen Bestandteilen des Erkrankungsmanagements zählen für Patienten eine ausreichende Gesundheitskompetenz und die Teilhabe an medizinischen Entscheidungen. Eine wichtige Voraussetzung dazu sind evidenzbasierte und vor allem verständliche Informationen und Entscheidungshilfen. Im besten Fall sollen Patienten die gleichen Informationen erhalten, die auch ihren Ärzten und Therapeuten Richtschnur des Handelns sind. Sie müssen jedoch patientenverständlich formuliert und verfügbar sein. Wissenschaftlich begründete und leitlinienbasierte Patienteninformationen in Form von Patientenleitlinien beinhalten nicht nur das derzeit am besten verfügbare Wissen zum Nutzen und Schaden infrage kommender medizinischer Maßnahmen, sie haben auch das Ziel, durch aktivierende Elemente Patienten ins Handeln zu bringen, damit sie ihre Erkrankung auch selbst managen können, sich an allen Entscheidungen beteiligen und zum aktiven Mitglied des Behandlungsteams werden können. Der Beitrag begründet die Notwendigkeit der Förderung der Gesundheitskompetenz bei Menschen mit Adipositas und beschreibt den Prozess der systematischen Entwicklung der Patientenleitlinien „Diagnostik und Therapie der Adipositas“ und „Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen“.

Schlüsselwörter: Patientenleitlinie, evidenzbasierte Patienteninformation, shared decision-making, gemeinsam entscheiden, Gesundheitskompetenz

 


On Eye Level with the Right Information – The Importance of Patient Guidelines for the Diagnostics and Treatment of Obesity

Abstract
To be able to participate in medical decisions and to become an active member of the therapeutic team, patients need good information and tools to support the decision-making process. In the best case scenario, patients should be provided the information in the evidence-based guidelines for health professionals in a consumer friendly language. A special form of patient information are patient guidelines. This evidence based health information contains the best currently available knowledge about the benefits and harms of diagnostic and treatment and activating elements to support the daily management of the disease and to get patients with obesity into action so that they can take part in all decisions and become an active member of the treatment team. The article describes the need to promote health literacy among people with obesity and the process of systematic development of the patient guidelines "Diagnostics and Therapy of Obesity" and "Surgery of Obesity and Metabolic Diseases".

Key words: Patient guideline, shared decision-making, evidence-based patient information, health literacy

 

Prof. Dr. Sylvia Sänger, MPH
SRH Hochschule für Gesundheit
Campus Gera
Neue Straße 28-30
07548 Gera
sylvia.saenger@srh.de


 

Psychosoziale Begutachtung vor Adipositaschirurgie

Astrid Müller & Martina de Zwaan

Zusammenfassung
Der Beitrag fasst Empfehlungen für die präoperative Evaluation von Patienten vor Adipositaschirurgie zusammen. Gemäß S3-Leitlinie „Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen“ ist die präoperative psychosoziale Evaluation Bestandteil der interdisziplinären Indikationsstellung für eine Adipositaschirurgie und sollte von einem „Mental Health Professional (MHP)“ mit Kenntnissen und Erfahrungen im Bereich Adipositaschirurgie durchgeführt werden. Die psychosoziale Evaluation dient in erster Linie dazu, psychosoziale Aspekte und psychische Erkrankungen zu eruieren, die den postoperativen Verlauf negativ beeinflussen können oder die Kontraindikationen für eine Adipositaschirurgie darstellen, und entsprechende Behandlungsempfehlungen zu geben.

Schlüsselwörter: Adipositas, Adipositaschirurgie, Evaluation

 


Psycho-social Assessment Before Obesity Surgery

Abstract
The purpose of this article is to summarize recommendations for the presurgical psychosocial evaluation of obesity surgery candidates. According to the S3 guideline for “Surgery for obesity and metabolic diseases”, the presurgical psychosocial evaluation is part of the interdisciplinary indication process and should be conducted by a mental health professional with knowledge and experience in the field of obesity surgery.
The primary objective of the evaluation is the identification of psychosocial aspects and mental disorders that may contribute to a poor postoperative outcome or constitute a contraindication for obesity surgery, and to provide recommendations for appropriate treatment.

Key words: Obesity, obesity surgery, evaluation


Prof. Dr. med. Dr. phil. Astrid Müller
Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
mueller.astrid@mh-hannover.de

Prof Dr. med. Martina de Zwaan
Klinikdirektorin
Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover


 

Interdisziplinäre multimodale Rehabilitation bei Adipositas – Ein Praxisbericht

Monika Reuss-Borst & Anna-Lena Neuner


Zusammenfassung
Die zunehmende Prävalenz der Adipositas wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eines der größten globalen Gesundheitsprobleme identifiziert. Da Adipositas-assoziierte Erkrankungen wie z.B. chronische Rückenschmerzen oder Gonarthrose häufig mit einer frühzeitigen Gefährdung der Erwerbsfähigkeit einhergehen, werden stationäre (orthopädische) Reha-Maßnahmen durchgeführt, die sich an Evidenz- basierten Therapiestandards orientieren, ohne allerdings das Augenmerk auf die eigentliche Ursache der Einschränkungen – die Adipositas – zu legen. Dies gilt auch für die steigende Zahl psychosomatischer Rehabilitationen, bei denen psychische Störungen sowohl Ursache als auch Folge von Adipositas sind. Die besondere Problemlage bei der Rehabilitation von Adipositas wird in diesem Artikel erörtert, mögliche Optimierungspotentiale für eine nachhaltige Gewichtsreduktion werden diskutiert. Anhand des interdisziplinäres Adipositas-Konzeptes BRITTA, das indikationsübergreifend in Bad Bocklet etabliert wurde, wird dargelegt, wie Adipositas im rehabilitativen Setting erfolgreich behandelt werden kann.

Schlüsselwörter: Adipositas, Verhaltensmodifikation, Rehabilitation, Gewichtsreduktion


Interdisciplinary Multi-modal Obesity Rehabilitation. A Field Report

Abstract
The increasing prevalence of obesity has been identified by the World Health Organization (WHO) as one of the major global health problems. Since obesity-related diseases such as chronic back pain or gonarthrosis are often associated with an early threat to the ability to work, in-patient (orthopedic) rehabilitation measures are carried out in line with evidence-based therapy standards, but without focusing on the actual cause of the limitations: obesity. This also applies to the increasing number of psychosomatic rehabilitations in which mental disorders are both a cause and a consequence of obesity. The special problem situation in the rehabilitation of obese rehabilitants is discussed in this article, possible optimization potentials for a sustainable weight reduction are discussed. Based on the interdisciplinary obesity concept BRITTA,
which was established in Bad Bocklet across indications, it is shown how obesity can be successfully treated in a rehabilitative setting.

Key words: Obesity, behaviour modification, rehabilitation, weight reduction


Prof. Dr. Monika Reuß-Borst
Reha- und Präventionszentrum Bad Bocklet
Kliniken Bad Bocklet AG
Frankenstr. 36
97708 Bad Bocklet
reuss-borst@kbb.de

Anna-Lena Neuner, B.Sc.
Diätetik, Diätassistentin
Reha- und Präventionszentrum Bad Bocklet
Kliniken Bad Bocklet AG
Frankenstr. 36
97708 Bad Bocklet
neuner@kbb.de


 


Adipositas über die Lebensspanne – Die Rolle der Deutschen Rentenversicherung

Beatrix Böllhoff, Ariane Schulte, Susanne Weinbrenner

Zusammenfassung
Die Aufgabe der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ist es, die Teilhabe ihrer Versicherten zu erhalten. Dies geht von der Verhinderung der Verschlimmerung von chronischen Erkrankungen, dem Erhalt der Erwerbsfähigkeit bei Erwachsenen bis zur Sicherung der Schul- und Ausbildungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Die Adipositas gewinnt dabei als Erkrankung und als Risikofaktor eine zunehmende sozialmedizinische Bedeutung. Im Folgenden wird ein Überblick gegeben, wie die DRV Menschen mit Adipositas in unterschiedlichen Phasen ihres Lebens unterstützen kann. Eine Schlüsselrolle spielen dabei Angebote der Prävention, Rehabilitation und Nachsorge. 

Schlüsselwörter: Deutsche Rentenversicherung, Adipositas, Erwerbstätige, Kinder und Jugendliche, Prävention,Rehabilitation, Nachsorge, Inanspruchnahme


Obesity Over Lifespan – The Role of the German Pension Fund

Abstract
The task of the German Pension Insurance Fund (DRV) is to maintain the participation of its insured persons. This ranges from preventing the aggravation of chronic illnesses, maintaining the ability to work for adults to ensuring that children and young people are able to go to school and receive education. Obesity is gaining increasing socio-medical significance as a disease and risk factor. The following is an overview of how the DRV can support people with obesity in different phases of their lives. Prevention, rehabilitation and rehabilitation aftercare play a key role.

Keywords: German Pension Insurance Fund, obesity, employees, children and adolescents, prevention, rehabilitation, rehabilitation aftercare, facts and figures


Dr. med. Beatrix Böllhoff
Ärztliche Dezernentin im Bereich Grundsatzund
Systemfragen in der Sozialmedizin,
FÄ Innere Medizin
Deutsche Rentenversicherung Bund
Ruhrstr. 2
10709 Berlin
dr.beatrix.boellhoff@drv-bund.de

Dr. med. Ariane Schulte
Fachärztin für Chirurgie, Fachärztin für Psychosomatische
Medizin und Psychotherapie
Justizvollzugskrankenhaus Plötzensee
in der JVA Plötzensee
Friedrich-Olbricht-Damm 16
13627 Berlin
ariane.schulte@jvapls.berlin.de

Dr. Susanne Weinbrenner
Präsidentin EFRR European Forum for Research in Rehabilitation
Leiterin des Geschäftsbereiches Prävention,
Rehabilitation und Sozialmedizin
Leitende Ärztin Deutsche Rentenversicherung Bund
Deutsche Rentenversicherung Bund
Ruhrstr. 2
10709 Berlin
dr.susanne.weinbrenner@drv-bund.de

 


Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation
34. Jahrgang • 2021 • Heft 3 (115)
Pabst, 2021
ISSN 0933-842X
Preis: 14,- €

 

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